Beim KENFO steht ein Führungswechsel bevor: Zum 1. Januar 2027 übernimmt Daniel von Borries den Vorstandsvorsitz der Stiftung und verantwortet künftig als CEO und CIO auch die Kapitalanlage. Er folgt auf Gründungsvorstandsvorsitzende Anja Mikus, die Ende 2026 aus Altersgründen ausscheidet. Auch der Anlagebeirat wird neu aufgestellt.
14.10.2026 | 08:00 Uhr
Der KENFO bekommt zum Jahreswechsel eine neue Führung. Daniel von Borries übernimmt zum 1. Januar 2027 den Vorstandsvorsitz der Stiftung. Als Chief Executive Officer (CEO) und Chief Investment Officer (CIO) wird er künftig sowohl die strategische Ausrichtung als auch die Kapitalanlage verantworten. Er folgt auf Anja Mikus, die zum 31. Dezember 2026 aus Altersgründen aus dem Vorstand ausscheidet.

Mit dem Wechsel an der Spitze vollzieht der KENFO im zehnten Jahr seines Bestehens einen personellen Neuanfang. Von Borries bringt langjährige Erfahrung in der Leitung großer Finanz- und Versicherungsunternehmen sowie in der Steuerung umfangreicher Kapitalanlagen mit. Von 2004 bis 2016 gehörte der promovierte Volkswirt dem Vorstand der ERGO Versicherungsgruppe an. Als Chief Investment Officer verantwortete er dort unter anderem die Kapitalanlage und das Asset-Liability-Management für ein Vermögen von rund 130 Milliarden Euro. Von 2016 bis Mitte 2026 war er Finanzvorstand von Swiss Life Deutschland. Zu seinem Verantwortungsbereich gehörten unter anderem Finanzen, Risikomanagement, Asset-Liability-Management und Aktuariat.
Bernhard Kluttig, Vorsitzender des Kuratoriums, begründete die Entscheidung mit von Borries’ umfassender Erfahrung: „Mit Daniel von Borries gewinnt der KENFO einen sehr erfahrenen Finanz- und Investmentexperten für den Vorstandsvorsitz. Er verbindet umfassende Kapitalmarkterfahrung mit ausgewiesener Kompetenz in der Steuerung langfristiger Verpflichtungen und großer Organisationen. Damit bringt er beste Voraussetzungen mit, um die erfolgreiche Entwicklung des KENFO fortzuführen“, erklärte Kluttig.
Mit Anja Mikus verlässt die Gründungsvorstandsvorsitzende die Stiftung zum Jahresende. Sie steht seit 2017 als CEO und CIO an der Spitze des KENFO und hat den Aufbau der Organisation, der Investmentprozesse und des international diversifizierten Portfolios maßgeblich vorangetrieben. Heute beschäftigt die Stiftung etwas mehr als 50 Expertinnen und Experten. Kluttig würdigte die Aufbauarbeit von Mikus: „Anja Mikus hat den KENFO seit seiner Gründung entscheidend geprägt. Als Gründungsvorstandsvorsitzende hat sie die Stiftung, ihr Team und die gesamte Investmentplattform von Grund auf aufgebaut. Unter ihrer Führung ist aus einer gesetzlichen Gründungsidee ein leistungsfähiger, international anlegender Asset Manager des Bundes geworden. Für diese außergewöhnliche Aufbauleistung und ihren großen persönlichen Einsatz sprechen das gesamte Kuratorium und ich ihr Dank und Anerkennung aus.“ Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern und trägt gemeinsam die Verantwortung für die Leitung der Stiftung.
Neben dem Wechsel an der Vorstandsspitze verändert der KENFO auch seinen Anlagebeirat. Claus Stickler, der dem Gremium bereits seit mehreren Jahren angehört, übernimmt den Vorsitz von Immo Querner. Der Anlagebeirat berät das Kuratorium bei Fragen der Kapitalanlage und Risikosteuerung und begleitet die langfristige Anlagestrategie der Stiftung.
Mit Pål Bergström, Evi C. Vogl und Britta Weidenbach beruft das Kuratorium drei neue Mitglieder in das Gremium. Sie bringen zusätzliche Erfahrung aus der internationalen Kapitalanlage, dem Asset- und Wealth-Management sowie der staatlich organisierten kapitalgedeckten Altersvorsorge mit. Pål Bergström ist seit 2023 Vorstandsvorsitzender des schwedischen staatlichen Pensionsfonds AP7. Der promovierte Volkswirt war zuvor in verschiedenen Führungspositionen im schwedischen Finanzsektor tätig, unter anderem bei Swedbank und Svenska Handelsbanken. Außerdem arbeitete er im schwedischen Finanzministerium und in der nationalen Schuldenverwaltung. Evi C. Vogl bringt umfassende Erfahrung im Asset- und Wealth-Management sowie bei regulatorischen Fragen mit. Die ehemalige CEO von Amundi Deutschland hatte zuvor leitende Funktionen bei BNP Paribas Asset Management, Baring Asset Management und der HypoVereinsbank inne. Britta Weidenbach verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Asset Management. Sie arbeitete über 20 Jahre in führenden Funktionen bei der DWS, zuletzt als Leiterin Europäische Aktien und Co-Head EMEA. Heute ist sie geschäftsführende Gesellschafterin des Multi Family Office AURETAS und verantwortet dort die strategische Asset-Allokation für vermögende Mandanten.
Mit der Neuaufstellung scheiden neben dem bisherigen Vorsitzenden Immo Querner auch Christian Kopf und Sonja Laud aus dem Anlagebeirat aus. Querner hatte den Vorsitz des damaligen Anlageausschusses im August 2021 übernommen und seither den weiteren Aufbau der Kapitalanlage begleitet. Zuvor war er langjähriger Finanzvorstand der Talanx AG und des HDI V.a.G. Sonja Laud scheidet im Juni 2026 aus dem Gremium aus. Kluttig dankte den ausscheidenden Mitgliedern für ihre Arbeit: „Mit den neuen Mitgliedern stärkt der Anlagebeirat seine Kompetenz in zentralen Feldern der langfristigen institutionellen Kapitalanlage. Besonders wertvoll sind die zusätzliche internationale Perspektive und die Erfahrung mit großen kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen. Zugleich danken wir Immo Querner, Christian Kopf und Sonja Laud sehr herzlich für ihre langjährige, engagierte und konstruktive Arbeit im Anlagebeirat des KENFO.“ (jk)
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