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Humanoide Roboter als Industriearbeiter – das ist bereits Realität. (AI-Grafik © 2026 by MvA)
Robotik

Robotik-ETFs: Humanoiden fürs Depot

Humanoide Roboter waren lange Zeit reine Science-Fiction. Jetzt sind sie Realität. Robotik ist ein milliardenschwerer Wachstumsmarkt. Anleger können mit den passenden ETFs davon profitieren.

09.04.2026 | 09:50 Uhr von «Matthias von Arnim»

Humanoide Roboter galten lange als technologischer Exot: beeindruckend auf Messen, aber wirtschaftlich kaum relevant. Seit etwa drei Jahren hat sich das Bild verändert. Fortschritte in künstlicher Intelligenz, Sensorik und Antriebstechnik – kombiniert mit dem globalen Arbeitskräftemangel – treiben eine neue Welle der Robotik an. Für Investoren tut sich hier ein Zukunftsthema auf, das sich zunehmend auch über börsengehandelte Fonds erschließen lässt. Der Markt selbst ist noch klein, wächst aber schnell. Laut einer Studie von Grand View Research lag das globale Marktvolumen für humanoide Roboter 2024 bei rund 1,55 Milliarden US-Dollar und könnte bis 2030 auf etwa 4,04 Milliarden Dollar steigen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von rund 17 Prozent. Andere Prognosen sind noch optimistischer: Analysten von Barclays halten langfristig sogar einen Markt von bis zu 200 Milliarden Dollar für möglich, sobald humanoide Roboter in Industrie, Logistik und Dienstleistungen in großem Maßstab eingesetzt werden.

Der Übergang vom Labor in die Fabrik

Mehrere Unternehmen entwickeln derzeit humanoide Systeme, die erstmals reale industrielle Aufgaben übernehmen sollen. Besonders prominent ist das Projekt „Optimus“ von Tesla. Der Konzern plant, die Roboter zunächst in eigenen Fabriken einzusetzen und langfristig in großen Stückzahlen zu produzieren. Wobei Elon Musks Ankündigungen grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen sind. „Optimus“ glänzt derzeit vor allem mit schönem Design und viel PR-Tamtam drumherum. Doch Tesla ist in Sachen Technik nicht Marktführer. Eine wachsende Zahl von Spezialisten an humanoiden Plattformen sind hier wesentlich weiter, darunter Agility Robotics, Boston Dynamics oder Figure AI. Chinesische Firmen wie etwa Ubtech Robotics – deren Aktien seit kurzem auch an deutschen Börsen handelbar sind – sind sogar bereits auf dem Sprung zur Massenproduktion.

Der wirtschaftliche Treiber dahinter ist simpel: Humanoide Roboter können theoretisch überall dort arbeiten, wo bisher Menschen gebraucht werden – ohne dass Produktionsanlagen komplett umgebaut werden müssen. Gerade in Logistik, Fertigung, Pflege und Service versprechen Entwickler enorme Effizienzgewinne. Gleichzeitig sinken die Hardwarekosten durch Fortschritte in Batterietechnologie und Rechenleistung rapide.

So können private Investoren von der Entwicklung profitieren

Privatanleger, die gezielt von der Entwicklung des Humanoiden-Marktes profitieren wollen, sollten gut beraten und informiert werden. Denn die meisten Unternehmen, die tatsächlich humanoide Roboter bauen, sind noch nicht börsennotiert. Derzeit sind deshalb vor allem indirekte Investitionen möglich – über Zulieferer, Chipproduzenten oder breit angelegte Robotik- und KI-Fonds. Was aktuell allerdings kein Nachteil sein muss. Schließlich entstehen rund um die Produktion von Humanoiden ganze Wertschöpfungsketten: Halbleiterhersteller wie NVIDIA liefern KI-Chips, Industrieunternehmen wie ABB oder Fanuc entwickeln Robotiklösungen und Aktuatoren – das sind Systeme, die elektronische Signale in mechanische Bewegung umsetzen.

Tatsächlich gibt es bereits einige ETFs, die in Unternehmen entlang der gesamten Robotik-Wertschöpfungskette investieren – also die Herstellung von Sensorik, die industrielle Automatisierung, die Produktion von Halbleitern, Software und KI-Infrastruktur. Viele der Schlüsselunternehmen für humanoide Systeme – etwa NVIDIA oder ABB – finden sich deshalb regelmäßig in den betreffenden Portfolios.

Besonders verbreitet sind thematische ETFs, die globale Robotik- und Automationsunternehmen abbilden. Einer der größten UCITS-Fonds ist der iShares Automation & Robotics UCITS ETF. Er investiert weltweit in Firmen, die Technologien für Automatisierung und Robotik entwickeln, darunter Halbleiterhersteller, Industriekonzerne und Softwareanbieter. Auch aktiv gemanagte Fonds setzen zunehmend auf das Thema.

Aktuell sind vor allem die Zulieferer die größten Gewinner

Gerade aktuell in der Phase intensiver Forschung und des Aufbaus der Massenproduktion, ist es wahrscheinlich so, dass die größten Profiteure des humanoiden Robotik-Booms nicht unbedingt die Roboterhersteller selbst sind. Denn sie müssen derzeit viel investieren und erzielen im Vergleich dazu noch kaum Gewinne. Erste Gewinner sind deshalb vor allem die Hersteller von Komponenten wie Chips, Motoren, Sensoren oder Präzisionsgetriebe. Genau deshalb finden sich in Robotik-ETFs viele klassische Industrie- und Halbleiterunternehmen. Firmen wie NVIDIA etwa liefern die Rechenleistung für KI-Modelle, während Industrieunternehmen wie ABB oder Siemens Steuerungs- und Automatisierungstechnologie bereitstellen. Diese Infrastruktur ist unverzichtbar, egal welcher Roboterhersteller sich am Ende durchsetzt. 

Fazit: Die Entwicklung und Produktion humanoider Roboter ist ein sehr junger Industriebereich, der noch am Anfang seiner vollen wirtschaftlichen Entfaltung steht. Doch die Kombination aus KI-Fortschritten, sinkenden Hardwarekosten und dem globalen Fachkräftemangel könnte das Feld in den kommenden Jahren dramatisch verändern. Für Anleger bedeutet das: Direkte Investments in Hersteller sind bislang selten möglich. Die meisten Kapitalströme fließen daher über Robotik- und KI-ETFs – und damit in die Infrastruktur der kommenden Maschinen-Ära. Da humanoide Roboter nun verstärkt ihren Weg aus dem Labor in die industrielle Realität finden, dürften genau diese Zulieferer zu den ersten Gewinnern gehören. Mit den passenden Themen-ETFs können Anleger von der Entwicklung profitieren. Allerdings ist langer Atem gefragt. Die Branche ist sehr dynamisch. Zwischenzeitliche Rückschläge sollten einkalkuliert werden.

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