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Chinas Regulierungscrash

Seit einigen Monaten zieht der chinesische Staat die Daumenschrauben gegenüber seiner Tech-Industrie an. Aktienkurse brachen ein, Milliarden lösten sich in Luft auf. Das Risiko, dass ein Regulierungscrash in Zukunft andere Branchen trifft, ist hoch.

08.09.2021 | 12:15 Uhr von «Markus Richert»

Präsident Xi geht es seit seinem Amtsantritt 2013 darum, den absoluten Machtanspruch der chinesischen Volkspartei durchzusetzen. Ein Mittel ist die zentrale Disziplinarkommission, die offiziell den Kampf gegen die Korruption im Land aufnehmen soll. Zunächst konzentrierten sich die Maßnahmen auf Chinas Staatskonzerne, Verwaltungschefs und die Armee. Kurz darauf geriet der Finanzsektor in den Fokus der staatlichen Kontrolleure. Seitdem verschwinden in China nicht nur Dissidenten, sondern auch Milliardäre vorübergehend plötzlich von der Bildfläche. Ihre Konzerne werden häufig zerschlagen. Im letzten November traf es Jack Ma, den Chef des Online-Giganten Alibaba und einer der reichsten Chinesen.

Nachdem er die Finanzbehörden öffentlich als Innovationsbremse kritisiert hatte, schlug diese mit aller Härte zurück. Sie sagte den Börsengang von Alibabas Finanzvehikel Ant Group Anfang November in letzter Minute ab. Es wäre der bisher größte Börsengang weltweit gewesen. Ma verschwand daraufhin für ein paar Wochen aus der Öffentlichkeit. Als er wieder auftauchte, kündigte er an, sich künftig stärker um wohltätige Projekte kümmern zu wollen. Bei Alibaba ist er nicht mehr aktiv, von dem Großteil seiner Anteile hat er sich getrennt. Der Aktienkurs der Alibaba Group brach damals kräftig ein. Von ihrem alten Höchststand ist die Aktie nach wie vor weit entfernt.

Im Juli dieses Jahres erwischte es mit dem Fahrdienstvermittler Didi Chuxing eine weitere Größe des chinesischen Tech-Marktes. Das chinesische Äquivalent von Uber hat mehr als 450 Millionen Nutzer in China. Entgegen der Empfehlung der chinesischen Verwaltung ging das Unternehmen Ende Juni an die New Yorker Börse. Der Firmenwert schoss auf über 80 Milliarden Dollar. Kurz darauf ordnete die Cyberspace-Behörde die Löschung der Didi-App aus chinesischen App-Stores an. Offizieller Grund: Datenschutzbedenken. Seit dem Börsengang hat die Didi-Aktie drastisch an Wert verloren.

Vorläufiger Höhepunkt der staatlichen Regulierung ist jedoch der Angriff auf den privaten Bildungsmarkt in China. Ende Juli verkündete Peking überraschend, dass Nachhilfeinstitute zukünftig keinen Profit mehr machen dürfen. Der private Bildungsmarkt hat in China ein Volumen von mehr als 100 Milliarden Dollar. Die wachsende Mittelschicht gibt immer mehr Geld für die Nachhilfe ihrer Kinder aus. Denn Bildung ist der wesentliche Schlüssel für den sozialen und ökonomischen Aufstieg in China. In der Folge brachen die Kurse der betroffenen Unternehmen massiv ein.

Für viele Investoren kam der Schritt überraschend. Er stellt die Sicherheit von Investitionen infrage. Anleger müssen in Zukunft das „Willkür-Risiko" einpreisen. Das ist nicht einfach. Zumal der chinesische Markt großes Potenzial hat und für Investoren aus Europa interessant bleibt. Trotz aller Wachstumsfantasien sollte man die Investitionsquote in den chinesischen Aktienmarkt nicht zu hoch ansetzen. Denn das Risiko eines weiteren Regulierungscrashs kann für die Zukunft und in anderen Branchen nicht ausgeschlossen werden.

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