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Das bringt die Iran-Krise für Investoren

Die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die USA wirbelt die Kapitalmärkte durcheinander. Anlageprofis warnen vor überstürzten Reaktionen. Wie berechtigt ist die Angst vor einem neuen Golf-Krieg?

09.01.2020 | 14:54 Uhr von «Alexandra Jegers»

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran beherrscht die Schlagzeilen. Als Rache für die gezielte Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani hat Teheran in der Nacht zu Mittwoch die US-Truppen im Irak angegriffen. Mehr als ein Dutzend ballistische Raketen soll das iranische Militär Medienberichten zufolge auf US-Stützpunkte abgefeuert haben. Seitdem geht weltweit die Angst um, die Antwort der USA auf den Vergeltungsschlag könnte ein offener Krieg mit dem Iran sein. So weit will es Donald Trump offenbar nicht kommen lassen: Am Mittwochabend erkannte der US-Präsident in seiner Ansprache an, das Regime in Teheran scheine sich zurückzuhalten, „was eine gute Sache für die Welt ist.“ Im Gegenzug seien auch die USA bereit, den „Frieden zu umarmen.“

Die ultimative Eskalation bleibt der Welt also vorerst erspart – gebannt ist der Konflikt damit aber noch nicht. Im gleichen Atemzug kündigte Trump an, das Land mit weiteren Sanktionen zu belegen, „bis der Iran sein Verhalten ändert.“ Welche Konsequenzen daraus erwachsen, ist völlig offen – ebenso wie die Folgen für die Kapitalmärkte. Die Unsicherheit der Investoren spiegelt sich auch im Goldpreis wider: Nach den Angriffen in der Nacht zum Mittwoch stieg der Preis für das Krisenmetall auf ein neues Allzeithoch. Mit 1443,07 Euro war Gold für europäische Investoren so teuer wie noch nie. „Geopolitik bedeutet immer Unsicherheit – wir können nicht wissen, was als nächstes passieren wird“, sagt Neil Wilson, Analyst beim Londoner Handelshaus Markets.com.

Der Iran liegt an der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Öltanker-Routen. Die Folgen der iranischen Attacken sind deshalb vor allem an den Rohstoffmärkten zu spüren. Unmittelbar nach den Angriffen stiegen die Ölpreise auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Öl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um fünf Prozent auf 71,75 US-Dollar je Fass (159 Liter). Mittlerweile hat sich der Markt zwar wieder beruhigt, ein Barrel Brent-Öl kostet aktuell 65,30 US-Dollar. Doch viele Anleger trauen der Ruhe nicht und fürchten weitere Lieferausfälle.

Kühler Kopf ist gefordert

Saurabh Lele ist Rohstoff-Analyst bei der US-amerikanischen Fondsgesellschaft Loomis Sayles und beobachtet die Entwicklungen im Iran seit vielen Jahren. Er hält Angriffe auf Öltanker- und -anlagen zwar für möglich, glaubt aber, dass sie nur in kleinem Maßstab und sporadisch erfolgen werden. „Wir erwarten nicht, dass die iranische Führung etwas Drastisches wie die Schließung der Straße von Hormus versuchen wird, da dies den Schauplatz des Konflikts nur unnötigerweise in die Nähe des Iran verlagern und die Welt gegen ihn vereinen würde“, sagt Lele. Der Ölpreis dürfte trotzdem moderat steigen, weil Investoren eine höhere Risikoprämie verlangen.

Auch Blackrock-Stratege Felix Hermann hält eine weitere Eskalation im Iran-Konflikt für unwahrscheinlich und verweist auf die Präsidentschaftswahlen im September: „Militärische Konflikte kommen bei der Mehrheit des US-Wahlvolks überhaupt nicht gut an“, sagt er. Der plumpe Versuch, den Fokus auf die Außenpolitik zu richten, um von Problemen in den USA abzulenken, dürfte daher ins Leere laufen. Letztlich bleibe Investoren aber nichts anderes übrig, als abzuwarten. „Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen kühlen Kopf auf beiden Seiten“, sagt Herrmann.

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