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Thomas Rappold zu Amazon, Alphabet, Apple und Co.: "Plattformen sind das Geschäftsmodell des 21. Jahrhunderts"

Die großen Tech-Konzerne gehen als Gewinner aus der Corona-Pandemie hervor. Wir haben Tech-Experte Thomas Rappold gefragt, ob es für die Aktien der Big-Techs auch 2021 weiter bergauf geht und welche Trends die Branche prägen werden.

05.01.2021 | 07:25 Uhr von «Isabell Walter»

Tech-Konzerne wie Amazon, Alphabet und Apple waren die großen Gewinner 2020 - sind die Aktien überbewertet oder noch immer attraktiv?

Thomas Rappold: Alle drei aufgeführten Unternehmen gehören zu den erfolgreichsten Plattformunternehmen der Welt. Sie vereinen jeweils einen gewaltigen Burggraben: Amazon das größte Kaufhaus und IT-Plattform der Welt, Alphabet die führende Suchmaschine, Apple der profitabelste Smartphone Hersteller und Mobile-Plattform Betreiber.

Plattformunternehmen sind das Geschäftsmodell des 21. Jahrhunderts. Unsere Analysen zeigen, dass die besten Plattformunternehmen auch die besten Finanzkennzahlen haben und folgerichtig an der Börse ganz oben stehen. Sie sind alle Protagonisten der "Winner-takes-it-all-Ökonomie".

Amazon hat beispielsweise im dritten Quartal 2020 bei einem Umsatz von 96 Milliarden US-Dollar einen Gewinn von 6,3 Milliarden Dollar erzielt. Die Kosten und Ausgaben für Investitionen sind weiter hoch. Sind Investoren noch immer bereit, die geringen Gewinnspannen von Amazon und Co mitzutragen?

Ja, weil Amazon der Tech-Konzern mit den vielleicht besten und meisten Ideen ist. Amazon sieht sich immer noch als Start-up und Day-1 Unternehmen wie Gründer Jeff Bezos immer wieder betont. Anleger verstehen Amazon auch falsch und schauen nur auf die Gewinne. Tatsächlich ist die wichtige Messgröße bei Amazon der Cash-Flow und dieser steigt beständig. Amazon ist der ganz große Corona-Gewinner und der Sargnagel für den klassischen Einzelhandel.

Kann der Amazon das enorme Wachstum 2021 fortsetzen?

Ja, davon ist auszugehen. Viele Verbraucher hatten durch Corona erstmals e-Commerce und damit Amazon genutzt. Umfragen zeigen, dass eine Mehrzahl der Erstnutzer auch nach Corona den Online Einkauf bevorzugen werden. Außerdem plant Amazon den Eintritt in neue Märkte: So hat Amazon kürzlich bekanntgegeben, dass US-Kunden über die Plattform auch verschreibungspflichtige Medikamente bestellen können.

Gerade Big-Tech-Firmen wird immer wieder Steuervermeidung vorgeworfen. Was könnte es für Tech-Aktien bedeuten, sollten sich die Länder zur Bekämpfung von Steuervermeidung zusammenschließen?

Die Big-Tech-Firmen verstehen es außerordentlich gut, ihre Steuerlast zu optimieren. Dazu haben ihnen die Staaten selbst die Möglichkeiten gegeben. Allen voran die EU, die nun am lautesten trommelt. Fakt ist, dass die EU-Staaten sich bisher nicht einig sind und diese Vielschichtigkeit zulassen und die Tech-Konzerne dies konsequent ausnutzen.

Welche Trends könnten 2021 die Tech-Branche prägen?


Die wichtigsten Trends werden Fortschritte in den Bereichen Quantum Computing und 5G sein. Quantum Computing bedeutet "unendliche Rechenleistung", 5G bedeutet unendliche Bandbreite. Corona ist der Mega-Beschleuniger: Wir brauchen viel mehr Rechenleistung in viel höherer Geschwindigkeit, wie Corona und die langsame Reaktion der Politiker zeigen. Aber wir brauchen auch mehr Bandbreite für Homeoffice, Homeschooling, etc.

Welche Aktien profitieren davon?

Alphabet ist im Segment künstlicher Intelligenz und Quantum Computing allen anderen (zumindest in der westlichen Welt) weit voraus. Im Bereich 5G sehe ich insbesondere die Infrastrukturanbieter wie American Tower und Crown Castle als große Gewinner. PayPal als digitalen Payment Betreiber sehe ich auch weiterhin positiv und im Big Data Bereich den Börsen-Neuling Palantir.

Eine Vielzahl der größten Tech-Konzerne sitzt in den USA. Welche Chancen und Risiken bringt die neue Präsidentschaft?

Die Kartoffeln werden nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Wo ist Amerika stark? Beim Thema Tech und Finanzdienstleistungen. Folgerichtig wird auch die neue Regierung die Tech-Konzerne nicht kaputt machen. Politik im 21. Jahrhundert ist Technologiepolitik. Trump hat das wie kaum ein anderer verstanden: Stichwort Förderung der Raumfahrt und Kampf gegenüber China bei Themen wie 5G und künstlicher Intelligenz. Man wird sich also über Lobbyismus arrangieren. Immerhin hat Biden den wahlmännerstarken Bundesstaat Kalifornien, wo das Silicon Valley, die Heimat vieler US-Tech-Konzerne, liegt, auf sich vereinigt.

Das US-Repräsentantenhaus warf den großen US-Tech-Konzernen Facebook, Amazon, Alphabet und Apple jüngst den Missbrauch von Marktdominanz vor. Die Politik in Europa fährt schon länger einen harten Kurs gegen die Firmen. Amazon droht beispielsweise eine Milliardenstrafe und die EU-Kommission prüft, ob Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store betreibt. Ändern sich die Rahmenbedingungen für die großen Tech-Konzerne jetzt grundlegend?

Ich denke das Aufwachen der Politik kommt reichlich spät, vielleicht zu spät. Es war für Politiker eben einfacher sich medienwirksam vor ein Atomkraftwerk oder Kohlekraftwerk hinzustellen. Tech-Konzerne sind für Politiker nicht greifbar und sie verstehen es auch nicht. Die Rahmenbedingungen können sich etwas, aber nicht dramatisch ändern.

Tesla wurde in den S&P 500 aufgenommen. Was bedeutet das für den Konzern und wird sich die Rally 2021 fortsetzen?

Tesla ist sehr ambitioniert bewertet. 500.000 verkaufte Autos und eine Marktkapitalisierung von 500 Milliarden US-Dollar sind bei aller angebrachten Euphorie für Tesla ein starkes Missverhältnis. Und es gilt zu beachten: "Stupid it's just a car manufacturer".

Welche Tech-Aktie hat 2021 das größte Potenzial?

Aus meiner Sicht sind dies Alphabet (Ad, Cloud-Business), American Tower, Crown Castle (5G Business), Arista, Nutanix (Cloud), PayPal (Payment) und Palantir (Big Data).

Über Thomas Rappold

Thomas Rappold ist Experte für Tech-Investments, FinTech-Unternehmer (divizend.com, silicon-valley.de) und internationaler Bestsellerautor der Bücher "Silicon Valley Investing" und "Peter Thiel".

Silicon Valley Investing: Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen

Alphabet, Apple und Facebook gehören zu den größten und wertvollsten Unternehmen der Welt. Wer sein Geld frühzeitig in diese Unternehmen investiert hat, konnte es oft mehr als verzehnfachen. Doch die größten Gewinne machten Investoren, die vor dem Börsengang eingestiegen waren.

Thomas Rappold ist ein profunder Kenner des Silicon Valley und selbst als Investor aktiv. Er erklärt die wichtigsten Bewertungskennzahlen sowie Newsquellen für Investments in Start-ups und wie Sie als Anleger schon heute - lange vor dem Börsengang - in die Facebooks von morgen investieren können. Im Gegensatz zur Dotcom-Blase sind Innovationen wie BigData, CloudComputing, Mobile Apps und Internet of Things oder selbstfahrende Autos keine reinen "Modewörter", sondern konkrete und wichtige Bausteine der realen Wirtschaft.
Mit einem Vorwort von Andreas von Bechtolsheim, Co-Gründer von Arista Networks und Sun Microsystems und der erste Investor bei Alphabet.

Peter Thiel: Facebook, PayPal, Palantir - Wie Peter Thiel die Welt revolutioniert - Die Biografie

Er ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die das Silicon Valley aktuell zu bieten hat: Peter Thiel. Er ist erfolgreicher Unternehmer, Hedgefondsmanager, Bestsellerautor, Philanthrop und seit Neuestem Politikberater von Donald Trump. In Deutschland geboren, aufgewachsen in den USA, Studium an der renommierten Stanford University - Thiel verkörpert den amerikanischen Traum und wie man durch harte Arbeit sprichwörtlich nicht nur Millionär, sondern Milliardär werden kann.

Im Silicon Valley zählt er zu den größten technologischen und intellektuellen Vordenkern. Als Gründer des Bezahldiensts PayPal, der geheimnisumwobenen Big-Data-Firma Palantir und als erster externer Investor in Facebook gelang es ihm, gleich drei globale Unternehmen maßgeblich zu prägen und mit ihnen reich zu werden. Doch seine Mission geht viel weiter. Er sieht die westliche Welt in einer selbstzufriedenen Stagnation gefangen, in der es Politik und Wirtschaft nicht mehr wagen, große Visionen im Stile von Kennedys Mondlandeprojekt zu benennen und risikoreiche Innovationen voranzutreiben. Deshalb fördert er begabte junge Leute, die eine Unternehmensgründung einem Studium vorziehen, und bezahlt ihnen fürs Nichtstudieren 100 000 Dollar. Die Biografie gibt erstmals einen Einblick in das facettenreiche Leben des Peter Thiel und geht seiner Erfolgs-DNA auf den Grund.

Dieser Artikel erschien zuerst am 04.01.2021 auf boerse-online.de

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