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Kryptoexperte Timo Emden: Kann Ether den Bitcoin ablösen?

Die Kryptowährung Bitcoin bekommt immer stärkere Konkurrenz. Zwar ist sie mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar noch immer die Nummer 1, doch andere Cyberdevisen holen rasch auf.

14.05.2021 | 12:15 Uhr von «Wolfgang Ehrensberger»

Allen voran die zweitgrößte Währung Ether, die ihren Höhenflug fortsetzt und zu Wochenbeginn die 4000-Dollar-Marke durchbrochen hat. Laut Krypto-Experte Timo Emden könnte der Ether-Boom den Markt für Cyberdevisen kräftig durchrütteln.

Welches Potenzial haben die "kleineren" Cyberwährungen?

Timo Emden: Einige Entwicklungen sprechen tatsächlich für eine Hausse bei sogenannten Altcoins. Die Anleger sehen offensichtlich viel Potenzial bei Währungen aus der zweiten und dritten Reihe wie Ether. Ein Indiz für eine "Altcoin-Season" ist die sinkende Bitcoin-Dominanz, der mittlerweile weniger als 50 Prozent des Marktwerts aller Kryptowährungen repräsentiert. Für Investoren spielt auch Diversifikation eine Rolle. Längst wird nicht mehr nur auf ein Pferd gesetzt, den Bitcoin, sondern auf zahlreiche Assets.

Stärkt der Ether-Boom insgesamt die Kryptowährungen?


Auf der einen Seite festigt der Ether-Boom das Vertrauen in sämtliche Assets, die direkt mit der Ethereum-Blockchain verbunden sind. Auf der Gegenseite ziehen fulminante Kurshöhen aber auch vermehrt spekulative Adressen an, die lediglich auf schnelle Gewinne aus sind. Ein zu rasantes Wachstum könnte am Ende des Tages zu größeren Kursverwerfungen führen.

Ether hat beim Marktwert 400 Milliarden Dollar überschritten. Holt die Kryptowährung den Bitcoin (1,1 Billionen) ein?

Grundsätzlich sind beide Währungen und ihre Anwendungen unterschiedlich und stehen damit weniger in Konkurrenz zueinander. Der Bitcoin fungiert in der Regel als Wertspeicher für Anleger, während hinter dem Netzwerk Ethereum (mit der Währung Ether) konkrete Anwendungen stehen. Entscheidend für Anleger ist, welche Art von Asset in Zukunft gefragter sein könnte. Von der Vermarktung her hat der Bitcoin (BTC) einen Wettbewerbsvorteil, da er den Beginn der Geschichte von Kryptowährungen darstellt. Zudem werden zahlreiche Tauschgeschäfte nach wie vor in der Währung BTC abgewickelt, die als Basiseinheit im Krypto-Sektor fungiert. Grundsätzlich halte ich es aber für gut möglich, dass Ether dem Bitcoin zwar nicht direkt den Rang abläuft, aber in der Marktgröße deutlich näher kommt.

Wo sehen Sie ähnliches Potenzial?

Potenzial besitzen vor allem gestandene Währungen aus den hinteren Reihen mit klarer Strategie und Transparenz. Zudem sollten Anleger auf wichtige Partnerschaften mit größere Unternehmen wie etwa PayPal achten. Nicht ohne Grund dürfte der Bezahldienst die Kryptowährung Litecoin mit ins Portfolio genommen haben.

Und wie groß ist die Absturzgefahr?

Bei kleineren Währungen sollten Anleger besonders gut aufpassen und schlimmstenfalls immer mit Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen. Unter Umständen könnten risikofreudige Anleger ihr Depot mit Assets aus den hinteren Reihen schmücken. Eines sollte dabei immer gelten: Diversifikation.

Wie sieht die Welt der Kryptowährungen in zwei, drei Jahren aus?

Der Bitcoin dürfte auch in Zukunft eine besondere Rolle in der Welt der Kryptowährungen spielen, auch wenn die Konkurrenz zunimmt. Vor allem sieht der Kryptomarkt den Bitcoin als Leitwährung, und darin dürfte er nicht so schnell einzuholen sein. Wie bereits erwähnt, fungiert die Währung als etablierte Tauschfunktion auf vielen Handelsplätzen rund um den Globus und profitiert damit allein schon aus Marketinggründen. Ein Großteil der Anleger setzt bis heute Bitcoin mit Kryptowährungen synonym.

Dieser Artikel erschien zuerst am 13.05.2021 auf boerse-online.de

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