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Wohnimmobilienmarkt 2026: Weiter steigende Immobilienpreise erwartet

BVR-Präsidentin Marija Kolak
Immobilien

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen 2026 wieder moderat. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp und Wohneigentum insbesondere für Familien mit mittleren Einkommen vielerorts nur schwer finanzierbar. Das geht aus der aktuellen Immobilienstudie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervor.

03.07.2026 | 11:00 Uhr

BVR prognostiziert Preisanstieg von rund drei Prozent 

Nach Einschätzung des BVR werden die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien im Jahr 2026 bundesweit um etwa drei Prozent zulegen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend nach den Marktanpassungen der vergangenen Jahre fort. Als Hauptursache nennt der Verband das weiterhin knappe Angebot. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen reicht demnach nicht aus, um den bestehenden Wohnraumbedarf zu decken. 

Wohnungsbau deckt nur rund 58 Prozent des Bedarfs 

Die Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Laut der Studie werden die Wohnungsfertigstellungen im Jahr 2026 voraussichtlich lediglich rund 58 Prozent des tatsächlichen Wohnraumbedarfs abdecken. Zudem entstehen neue Wohnungen häufig nicht in den Regionen mit dem größten Nachfrageüberhang. Während in Ballungsräumen und wirtschaftsstarken Regionen weiterhin erheblicher Wohnraummangel besteht, kämpfen strukturschwächere und demografisch schrumpfende Regionen teilweise mit Leerständen. 

Immobilienpreise steigen schneller als die Einkommen 

Der BVR verweist außerdem auf eine wachsende Lücke zwischen Immobilienpreisen und Einkommen. Seit 2018 haben sich die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum bundesweit rund sieben Prozent stärker entwickelt als die verfügbaren Einkommen. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Süden Deutschlands, im Berliner Umland sowie in Teilen Nord- und Westdeutschlands. Dadurch wird der Erwerb von Wohneigentum für viele Haushalte zunehmend schwieriger. 

BVR fordert niedrigere Kaufnebenkosten 

Aus Sicht des Bankenverbands hat die Bundesregierung bereits erste Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Dazu zählen unter anderem der sogenannte Bau-Turbo, die geplante Novellierung des Baugesetzbuchs sowie das geplante Gebäudetyp-E-Gesetz. Nach Ansicht des BVR kommt es nun darauf an, diese Reformen zügig umzusetzen und Investitionen in den Wohnungsbau zu erleichtern. Darüber hinaus fordert der Verband eine Senkung der Kaufnebenkosten. Insbesondere bei der Grunderwerbsteuer sieht der BVR Handlungsbedarf. Diskutiert werden unter anderem: ein Freibetrag beim Immobilienkauf, ein reduzierter Steuersatz für selbstgenutztes Wohneigentum, gezielte Steuererleichterungen für junge Familien. Nach Auffassung des Verbands könnten solche Maßnahmen den Zugang zu Wohneigentum insbesondere für Familien mit mittleren und niedrigeren Einkommen erleichtern. 

Banken sehen Spielraum bei der Immobilienfinanzierung 

Neben dem Wohnungsbau rückt der BVR auch die Finanzierung stärker in den Fokus. Der Verband spricht sich gegen zusätzliche regulatorische Belastungen für Banken aus. Nach Einschätzung des BVR ist derzeit keine Überhitzung des deutschen Wohnimmobilienmarktes erkennbar. Die Kreditinstitute verfügten über eine solide Kapitalausstattung, hohe Kreditstandards und ein wirksames Risikomanagement. Mehr Spielraum bei der Kreditvergabe könne dazu beitragen, dringend benötigte Wohnungsbauprojekte und Immobilienkäufe zu finanzieren, ohne die Stabilität des Finanzsystems zu gefährden.

Ausblick: Wohnraummangel dürfte Preise weiter stützen 

Die aktuelle BVR-Studie deutet darauf hin, dass sich der deutsche Wohnimmobilienmarkt im Jahr 2026 weiter stabilisiert. Sinkende Bauaktivitäten und ein anhaltender Nachfrageüberhang sprechen für weiter steigende Immobilienpreise. Gleichzeitig bleibt die Erschwinglichkeit von Wohneigentum eine der größten Herausforderungen am deutschen Immobilienmarkt. Entscheidend dürfte sein, ob die angekündigten Reformen im Wohnungsbau sowie Entlastungen bei Steuern und Finanzierung zeitnah umgesetzt werden. (jk)

Die komplette Studie finden Sie hier

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