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Klagewellen bei Offenen Immobilienfonds

Berlin Potsdamer Platz: Schwergewicht im SEB Immoinvest

Noch geöffnete Produkte halten sich gut. Geschlossene Fonds mit Nachteilen. Beratern drohen Klagewellen.

25.07.2012 | 12:22 Uhr von «Patrick Daum»

Sie versprachen, Privatanlegern ein Investment in ein breites Immobilienportfolio bei börsentäglicher Verfügbarkeit zu ermöglichen – die Offenen Immobilienfonds. Doch dann kam die Finanzkrise. Und plötzlich stellte sich heraus, dass es schwer ist, illiquide Geldanlagen wie Immobilien börsentäglich verfügbar zu machen. Die Folge war, dass zahlreiche Offene Immobilienfonds abgewickelt werden mussten. Inzwischen hat sich auch die Bundesregierung in Berlin dem Thema angenommen und erwägt nun, künftig keine neuen Offene Immobilienfonds sondern ausschließlich geschlossene Beteiligungen zuzulassen (FundResearch berichtete). Im Gegensatz zu den offenen Produkten investieren die geschlossenen für einen festgesetzten Zeitraum in bestimmte Objekte.

Was können Anleger, die in offene abgewickelte Immobilienfonds investiert haben, nun machen und worauf müssen sich Berater, die diese Produkte empfohlen haben, einstellen? Der SEB Immoinvest (ISIN: DE0009802306) hat im Juni rund ein Fünftel seines Fondsvermögens an die Anleger ausgeschüttet. Die Abwicklung wird noch bis April 2017 dauern. Bereits die nächste Auszahlung im Dezember 2012 wird voraussichtlich deutlich geringer ausfallen. Anleger müssen warten, ehe sie ihr restliches Geld bekommen. Wollen sie nicht an der langwierigen Abwicklung teilnehmen, können sie ihre Anteile weiterhin an der Börse verkaufen – derzeit für 26,20 Euro, und verliert damit etwa 30 Prozent innerhalt eines Monats. Verluste müssten also hingenommen werden.

Die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen reichte bereits Klagen für Anleger des SEB Immoinvest ein, da in den meisten der Kanzlei vorliegenden Fällen Schadenersatz wegen Fehlern bei der Anlageberatung gefordert werden kann. Gleiches gilt für Investoren des CS Euroreal (ISIN: DE0009805002). Ein Hamburger Anleger verklagt die Postbank wegen Falschberatung im Zusammenhang mit Anteilen des Fonds. Sein Bankberater habe ihn nicht darauf hingewiesen, dass der Fonds zwischen dem 29. Oktober 2008 und dem 29. Juni 2009 die Rücknahme von Fondsanteilen ausgesetzt hatte. Nach Angaben der Hamburger Kanzlei Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft seien rund 200.000 Kapitalanleger mit mehr als sechs Milliarden Euro im CS Euroreal investiert. Auch die Anteile dieses Fonds können nach wie vor an der Börse verkauft werden. Der Kurs steht bei 35,22 Euro – ein Verlust von etwa zehn Prozent innerhalb eines Monats. Doch Rechtsanwalt Hahn warnt: „Anleger, die ihre Anteile weiter halten, werden Verluste machen.“ Wer den entstehenden Schaden nicht hinnehmen wolle, könne Schadenersatz gegen die beratende Bank geltend machen. „Grundlage dafür ist eine mögliche Falschberatung oder eventuell fehlerhafte Angaben im Prospekt“, erklärt Hahn.

Wichtig für unabhängige Berater und Mitarbeiter von Banken und Sparkassen ist es, aktiv zu recherchieren, wie konform frühere Beratungen bei Offenen Immobilienfonds liefen. Gerade der CS Euroreal wurde oftmals als „Festgeldersatz“ angeboten, eine Einstufung, die nicht zu halten war. Fragen in diesem Zusammenhang könnten sein: Wurde dies in den Beratungsprotokollen offensichtlich? Gab es überhaupt Beratungsprotokolle – auch in der Zeit ab Mitte/Ende 2008? Wurden Kunden rechtzeitig auf die Aussetzung der Fondsanteile hingewiesen?

(PD)

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