Michael G. Schäfer, Teamchef des QBS Invest-Teams, sieht die Märkte in einer Phase der „ökonomischen Selektion“. Warum er US-Beta reduziert, Gold ausbaut und auf einen antizyklischen Value-Fonds setzt.
24.02.2026 | 13:55 Uhr von «Jörn Kränicke»
Die Kapitalmärkte treten 2026 in eine neue Phase ein. Nach Jahren steigender Kurse und üppiger Liquidität, so analysiert Michael G. Schäfer von QBS Invest, beginne nun eine Zeit der stärkeren Differenzierung. „Aktuell befinden wir uns in einer Phase der ökonomischen Selektion“, erklärt der Gelsenkirchener Vermögensverwalter.
Während sich die US-Wirtschaft trotz restriktiver Zinspolitik widerstandsfähig zeige, habe sich das Umfeld spürbar verändert. Insbesondere im Technologiesektor seien die Bewertungen nach der mehrjährigen Rally günstiger geworden – zugleich nehme jedoch die Unsicherheit zu. Geopolitische Spannungen und eine hartnäckige Inflation von über 2,5 Prozent sorgten laut Schäfer dafür, dass Anleger wieder verstärkt auf Sachwerte blickten.
Gold habe seine Rolle als „ultimative Krisenwährung“ zuletzt bestätigt, so Schäfer, auch wenn es in den letzten Wochen zu Turbulenzen gekommen sei. Für den weiteren Jahresverlauf 2026 erwartet er eine Entwicklung, in der nicht mehr die breite Indexanlage, sondern die gezielte Fondsauswahl überdurchschnittliche Ergebnisse ermöglichen könne. Aktives Management gewinne an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund hat Schäfer in seinem 1. Fondsliga Team einen strategischen Wechsel vollzogen. Den Fonds US EquityFlex P ersetzt er durch den M&W Privat (WKN A0LEXD). Die Entscheidung folge, wie er sagt, „einer klaren Logik: vom flexiblen Markt-Beta hin zur antizyklischen Substanz“.
Der US EquityFlex P habe als flexibles US-Konzept solide Arbeit geleistet, sei im aktuellen Umfeld eines sich abkühlenden US-Wachstums jedoch „zu nah am breiten Markt“. Stattdessen setzt Schäfer nun auf den Fonds M&W Privat, gemanagt von der Investmentboutique Mack & Weise. Deren Ansatz beschreibt er als „extrem unabhängig und wertorientiert“, mit einem klaren Fokus auf Edelmetalle und Minenwerte.
Gerade weil sein Portfolio bereits stark technologie- und wachstumsorientiert ausgerichtet sei, verstehe er den neuen Fonds als strategisches Gegengewicht. Der M&W Privat verstärke die bestehende Goldquote und biete Schutz vor möglichen Korrekturen an den Standardmärkten – ohne dabei auf zweistellige Renditechancen zu verzichten.
Schäfers Fazit fällt entsprechend pointiert aus: Er tausche „Marktabhängigkeit gegen echtes Value-Management“. In einem Umfeld wachsender Unsicherheiten könnte genau diese Haltung zum entscheidenden Vorteil werden.

| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensv. | 15,14% |
| 2 | Oberbanscheidt | 11,87% |
| 3 | Fonds Laden | 8,10% |
| 4 | DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung | 6,86% |
| 5 | HOPPE VermögensBetreuung | 6,46% |
| 6 | Nordproject | 6,32% |
| 7 | Plutos Vermögensverwaltung | 5,86% |
| 8 | Urban & Kollegen | 5,64% |
| 9 | Greiff Capital | 5,28% |
| 10 | Bank für Vermögen | 4,67% |
| 11 | Bayerische Vermögen Management | 4,63% |
| 12 | ALPS Family Office | 4,16% |
| 13 | Performance AG | 3,69% |
| 14 | Höng Wealth Management | 3,65% |
| 15 | Source for Alpha | 3,49% |
| 16 | Top Vermögen | 3,47% |
| 17 | SJB FondsSkyline | 2,84% |
| 18 | FIVV AG | 1,70% |
| 19 | QBS Invest | 1,35% |
| 20 | Acatis | 0,61% |
| 21 | VALEXX AG | -0,44% |
| 22 | Plan F | -0,56% |
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