2026 werde „kein leichtes Spiel“, sagt Peter Hoppe, Chef der HOPPE VermögensBetreuung. Aber es sei eines mit vielen Chancen. Nach Jahren hoher Inflation und massiver geldpolitischer Eingriffe erwartet er ein Umfeld der Re-Normalisierung: Der Inflationsdruck lasse nach, Realzinsen dürften sinken – ein Rückenwind für Aktien.
03.03.2026 | 14:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Gleichzeitig bleibe das Umfeld anspruchsvoll. Strukturelle Kostentreiber, geopolitische Unsicherheiten und technologische Umbrüche verlangten nach einer klaren Taktik für sein Team in der 1. Fondsliga.
Der Torwart: Sicherheit in unruhigen Phasen
Euwax Gold II
Gold bleibt für Hoppe der verlässliche Rückhalt. In einem Jahr mit geopolitischen Spannungen, hoher Staatsverschuldung und strukturellen Risiken sei das Edelmetall weiterhin eine strategische Absicherung. Sinkende Realzinsen und die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken sprächen auch 2026 für Gold. „Gold ist unser Torwart – er muss nicht glänzen, aber halten, wenn es darauf ankommt“, so Hoppe.
Die Abwehr: Stabilität trifft Marktchancen
ARERO – der Abwehrchef
Als klassischer Multi-Asset-Spieler kombiniere ARERO Aktien, Anleihen und Rohstoffe, erklärt Hoppe. Gerade in einem Jahr mit mehreren unkorrelierten Trends sorge der Fonds dank Rebalancing-Effekten für Ordnung und Stabilität im Depot.
PIMCO Emerging Local Bond Fund – der Innenverteidiger
Hohe Realzinsen und stabilere Währungen machten Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern attraktiv, insbesondere vor dem Hintergrund einer absehbaren Abwertung des US-Dollars. Laufende Erträge könnten zudem Währungsschwankungen zur Heimatwährung abfedern.
Stoxx Europe 600 – rechter Außenverteidiger
Europa, so Hoppe, profitiere von einem positiven Lagerzyklus, steigenden Investitionen und entspannteren Energiepreisen. Vor allem Value- und Industriewerte hätten nach Jahren unter Druck wieder Überraschungspotenzial. Auch der Technologiesektor erscheine im Vergleich zu den USA attraktiver bewertet.
S&P 500 EUR Hedged – linker Außenverteidiger
Auf US-Technologie und Künstliche Intelligenz wolle man trotz hoher Bewertungen nicht verzichten. Hoppe geht davon aus, dass die US-Notenbank ab Mitte 2026 die Zinsen deutlich senken wird. Die sinkende Zinsdifferenz dürfte den Dollar gegenüber dem Euro schwächen – der Währungshedge solle diese Entwicklung gezielt abfedern.
Das Mittelfeld: Spielkontrolle im globalen Umfeld
MSCI World – der Sechser
„Qualität, Profitabilität und Innovationsstärke sind 2026 entscheidend“, sagt Hoppe. Der MSCI World bündele diese Faktoren global und bleibe der zentrale Taktgeber im Portfolio.
MSCI Emerging Markets – der Achter
Sinkende US-Zinsen, eine Bodenbildung in China sowie starke Binnenmärkte in Indien und Südostasien eröffneten Aufholpotenzial nach mehreren schwachen Jahren.
Goldminen – der Box-to-Box-Spieler
Goldminen reagierten überproportional auf steigende Goldpreise und wirkten in geopolitisch angespannten Phasen häufig antizyklisch – ein laufstarker Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive.
Der Sturm: Profiteure der großen Trends
Blockchain-ETFs – die schnellen Stürmer
2026 könnte nach Einschätzung Hoppes das Jahr der praktischen Blockchain-Anwendungen werden. Tokenisierung, regulatorische Klarheit und die Integration in die Finanzinfrastruktur sprächen für hohes Wachstumspotenzial – auch wenn die Volatilität hoch bleibe.
Sprott Junior Uranium Miners – der Zielstürmer
Uran profitiere strukturell vom Ausbau der Kernenergie, von Angebotsknappheit und neuen Reaktortechnologien. Die energiepolitische Ausrichtung auf CO₂-Unabhängigkeit sowie die Einstufung der Kernenergie als nachhaltige Übergangstechnologie stützten diesen Trend zusätzlich.
Warum dieses Team funktioniert
Hoppe fasst zusammen: Solides globales Wachstum stütze die Aktienmärkte, wenn auch selektiv. Schwellenländer könnten nach Jahren der Schwäche zurückkehren. Rohstoffe blieben ein wichtiger Hedge gegen Unsicherheit und strukturelle Knappheit. Blockchain und digitale Infrastruktur zählten zu den stärksten Innovationstreibern. Gleichzeitig sorgten niedrige Korrelationen für taktische Flexibilität im Portfolio.
Die Gesamtpositionierung kombiniert laut Hoppe defensive Stabilität mit gezielten Offensivtrends und sei damit gut gerüstet für ein Jahr, das von geopolitischen Unwägbarkeiten, hoher Komplexität, strukturellem Wandel und weiteren technologischen Durchbrüchen geprägt sein dürfte.
Oder, wie Hoppe es selbst formuliert: „Ein Team mit stabiler Abwehr, dominantem Mittelfeld und brandgefährlichem Sturm – bereit, 2026 nicht nur mitzuspielen, sondern Chancen konsequent zu nutzen.“

| Rang | Team | Perf. 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Zindstein Vermögensv. | 15,14% |
| 2 | Oberbanscheidt | 11,87% |
| 3 | Fonds Laden | 8,10% |
| 4 | DFP Deutsche Finanz Portfolioverwaltung | 6,86% |
| 5 | HOPPE VermögensBetreuung | 6,46% |
| 6 | Nordproject | 6,32% |
| 7 | Plutos Vermögensverwaltung | 5,86% |
| 8 | Urban & Kollegen | 5,64% |
| 9 | Greiff Capital | 5,28% |
| 10 | Bank für Vermögen | 4,67% |
| 11 | Bayerische Vermögen Management | 4,63% |
| 12 | ALPS Family Office | 4,16% |
| 13 | Performance AG | 3,69% |
| 14 | Höng Wealth Management | 3,65% |
| 15 | Source for Alpha | 3,49% |
| 16 | Top Vermögen | 3,47% |
| 17 | SJB FondsSkyline | 2,84% |
| 18 | FIVV AG | 1,70% |
| 19 | QBS Invest | 1,35% |
| 20 | Acatis | 0,61% |
| 21 | VALEXX AG | -0,44% |
| 22 | Plan F | -0,56% |
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