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Fondskolumne: Gold – der Glanz bröckelt

Urplötzlich ist Gold wieder in aller Munde. Aus allen Richtungen hagelt es Kaufempfehlungen für das gelbe Metall – und auch Warnungen. Die Empfehlungen bemühen meist die Absicherungsfunktion des Edelmetalls, die Warnungen die fehlende Kursphantasie. Beides richtig, wobei das mit der viel beschworenen Verknappung von Gold so eine Sache ist ...

02.05.2019 | 10:55 Uhr

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!“, wusste schon Gretchen in Goethes „Faust“ zu beklagen. 4925 Tonnen Gold in Form von Barren und Münzen besitzen deutsche Privathaushalte, so aktuelle Recherchen der Steinbeis-Hochschule im Auftrag der Reisebank. Hinzu kommen noch einmal etwa 4000 Tonnen Gold in Schmuckform, was zusammengenommen mehr ist, als die US-Notenbank in ihren Tresoren bunkert. Letzten Angaben zufolge hortet die FED derzeit in Fort Knox und anderen Standorten 8.133,5 Tonnen Gold, die Deutsche Bundesbank kommt auf 3400 Tonnen.

Soweit die Statistik. Doch der Markt ist in Bewegung. Die Nachfrage insbesondere nach Goldmünzen und -barren sei groß. Gegenüber 2016 hätten sich die Bestände im deutschen Privatbesitz um 220 Tonnen erhöht. Drei Viertel der Goldbesitzer planen der Steinbeis-Erhebung zufolge überdies, noch mehr Gold zu erwerben.

Die Gründe für die Goldnachfrage sind vielfältig

Die Motive hierfür sind unterschiedlich und reichen von der eisernen Reserve in Krisenfällen bis hin zur Spekulation auf steigende Preise. Gold als eiserne Reserve ist seit jeher beliebt, wobei sich hierfür natürlich kleinere Stückelungen empfehlen, die durchaus als Zahlungsmittel eingesetzt werden können, wohingegen man sich mit schwereren Goldbarren schwer tun dürfte. „Diese Entwicklung könnte durch das Aus für den 500-Euro-Schein sogar noch befeuert werden“, ahnt mein Münchner Bankerfreund. Generell wird die Furcht vor der Abschaffung des Bargelds immer wieder als Motiv für die Goldnachfrage genannt – Gold als vermeintlich wertstabiles Zahlungsmittel.

Die Spekulation auf einen steigenden Goldpreis erscheint indes wenig sinnvoll, „nicht zuletzt wegen des wahnsinnig hohen Spreads zwischen An- und Verkaufspreis“, so der freundschaftliche Einwurf. Wer sich für den 1-Gramm-Barren interessiert, muss aktuell 48,10 Euro bezahlen, erhält aber beim Verkauf nur 32,73, was bedeutet, dass der Goldpreis um 47 Prozent (!) steigen müsste, um hier in die Gewinnzone zu gelangen. Mit der Österreichischen Dukate zu 140,80 könnte das etwas schneller gehen, hier liegt der Spread bei 19,5 Prozent und für den beliebten Krügerrand (1 Unze) zu 1185 Euro bei 5,4 Prozent. Richtig interessant wird das erst beim Kilobarren zu 37.149 Euro, bei dem der Spread nur noch 2 Prozent ausmacht.

Bleibt die Sache mit dem Goldpreis: Der ist zwar im vergangenen Jahr nach einem scharfen Einbruch bis auf 1160 Dollar wieder auf über 1300 Dollar angestiegen, bewegt sich seit Anfang dieses Jahres aber tendenziell seitwärts. Die Prognosen der Goldoptimisten gehen bis Jahresende von einem weiteren Zuwachs bis 1400 Dollar oder mehr aus, die Skeptiker sehen demgegenüber eine wiedererwachte Risikofreude bei den Anlegern, was das Interesse an Sicherheitsinvestments wie Gold sinken lässt.

Goldpreis tritt auf der Stelle

Die längerfristige Betrachtung des Goldpreises, der sich in den vergangenen fünf Jahren unter starken Schwankungen zwischen 1050 und 1350 Dollar bewegte – so viel zum Thema Sicherheitsinvestment –, lädt zumindest aus Anlegeraspekten keineswegs zu einem Kauf von physischem Gold ein. Auch nicht mit dem Argument der zunehmenden Verknappung. Denn die ist relativ. Um die Exploration und Erschließung neuer Goldquellen lukrativ zu machen, bedarf es nämlich nicht unbedingt eines höheren Preises. Auch die Senkung der Kosten trägt dazu bei. Daher ist seit einiger Zeit ein Konzentrationsprozess unter den Goldförderern zu beobachten. Barrick Gold hat Randgold übernommen, Newmont Mining will mit Goldcorp zusammengehen – und beide Branchenriesen haben unlängst eine weitreichende Kooperation beschlossen. Alles zum Zweck optimierter Arbeitsabläufe und sinkender Kosten. Und die Reserven selbst? Die liegen seriösen Schätzungen zufolge bei 30 Milliarden Tonnen! Zu einem großen Teil wohl auf dem Grund der Weltmeere, aber mit vereinten Kräften und Innovationen in der Fördertechnik auf Dauer sicherlich nicht unerreichbar.

Den jüngst wieder rückläufigen Goldpreis führen die Analysten der LBBW auf die wiedererwachte Risikofreude der Anleger zurück. „Sind Aktien gesucht, schwindet das Interesse an Gold“, weiß auch mein Bankerfreund. Zumal Gold in der industriellen Produktion wenig gebraucht wird und weder Zins noch Dividende bringt. Wohl aber besagte Goldminenwerte, sodass sich ein Blick auf sie lohnen könnte. Und zwar auf solche, die auch bei schwächelndem Goldpreis profitabel arbeiten.

Gold-Fonds als Alternative 

Es muss sich indes niemand die Mühe machen, die einzelnen Aktien zu analysieren, um die besten zu finden. Das können spezialisierte Fondsmanager in aller Regel besser. Daher könnten Anleger, die von einem längerfristig anziehenden Goldpreis überzeugt sind, auf erwiesenermaßen gute Gold- bzw. Minenfonds zurückgreifen. Zum Beispiel mit den hinsichtlich der Euro-FondsNote gut bis sehr gut bewerteten Fonds DJE Gold&Ressourcen oder dem Stabilitas - Pacific Gold+Metals, dem Amundi Gold Stock oder dem BGF World Gold Fund.

Wer wiederum auf die Sicherheit des gelben Metalls setzt, kann dies auch mit ETFs oder ETCs erreichen, die mit physischem Gold unterlegt sind. Sie sind leicht handelbar und weisen geringe Spreads auf. Allerdings dürfte die Auslieferung des Goldes im Fall der Fälle nicht ganz leicht sein, weil dies nur in sehr großen Einheiten, wie etwa 12,4-Kilo-Barren, vorgesehen ist.

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