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Wenn sich Fonds zu gut schützen: Das sind die Folgen

Risiken bei der Geldanlage zu vermeiden, ist sinnvoll. Doch sichern sich Fonds zu stark ab, bleibt langfristig die Rendite auf der Strecke.

01.07.2019 | 15:24 Uhr von «Andreas Hohenadl»

Helm, Handschuhe, Knieschützer - es gibt viele Mittel, um sich gegen Risiken zu wappnen. Manche von ihnen sind sinnvoll und können schlimmen Schaden abwenden. Wenn es jedoch zu viel des Guten wird, ist der Effekt kontraproduktiv: Man ist in seiner Sicht oder Bewegung eingeschränkt und kann nicht mehr flexibel genug reagieren.

Das richtige Maß an Sicherheit zu finden ist auch bei der Geldanlage ein Schlüsselthema. Denn auch dort gibt es viele Risiken, die den Anlageerfolg bedrohen. Doch wer sich gegen jede Eventualität absichert, kappt damit seine Chancen auf eine langfristig attraktive Rendite. Das sollten Anleger auch bei der Fondsauswahl bedenken. Mittlerweile gibt es viele Portfolios, die sich in unterschiedlichster Weise gegen Risiken absichern - sei es gegen Abstürze der Aktienmärkte oder gegen Schwankungen von Devisenkursen. Nicht alles davon ist wirklich zielführend, wie ausgewählte Beispiele zeigen.

Das Geld der Anleger vor Börseneinbrüchen zu schützen - das hat sich der Fonds Dirk Müller Premium Aktien auf die Fahnen geschrieben. Dirk Müller, ehemaliger Börsenmakler und seit vielen Jahren einer der prominentesten Köpfe in der deutschen Finanzszene, hat dieses Portfolio konzipiert. Im Wesentlichen setzt er damit auf interna­tionale Qualitätsunternehmen. Ebenso wichtig ist ihm aber die Absicherung des Fonds vor Kurseinbrüchen.

Dass dieses Konzept per se funktioniert, hat sich 2018 gezeigt. Denn während die großen Börsenindizes das Jahr mit einem teils kräftigen Minus beendeten, verbuchte Müllers Fonds ein Plus von knapp neun Prozent. Das ist aller Ehren wert, sorgt unterm Strich aber dennoch nicht für eine ansprechende Leistungsbilanz des Fonds. Denn seit Auflage im April 2015 hat das Portfolio gerade einmal 1,5 Prozent an Wert gewonnen. Mit einem simplen Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World wäre dagegen eine Rendite von mehr als 25 Prozent möglich gewesen. In diesem Fall hätten Anleger freilich das volle ­Aktienmarktrisiko tragen und heftigere Schwankungen aushalten müssen.

Diese Gegenüberstellung soll verdeutlichen, wie sehr eine - gut gemeinte - Absicherung zum Renditekiller werden kann. Wie auf der Website des Fonds angegeben, ist Müllers Aktienportfolio aktuell noch immer voll abgesichert. Den Börsenaufschwung seit Jahresbeginn hat der Fonds damit ausgelassen und weist eine Wertentwicklung von plus/minus null Prozent seit Anfang Januar auf. Für Müller, der nicht müde wird, vor einem großen Crash zu warnen, ist sein Absicherungskonzept die logische Konsequenz seiner Welt­anschauung. Für Anleger bedeutet es vielfach entgangene Rendite.

Zu spät raus, zu spät rein

"Das Problem ist, dass kein Fondsmanager zuverlässig sagen kann, wann der nächste Crash kommt", erklärt Jan Richter, Analyst beim Beratungshaus FondsConsult. "Wenn es noch fünf Jahre dauert, bin ich im Fonds ständig abgesichert und verdiene in dieser Zeit kaum Geld." Man muss indes kein ausgeprägter Schwarzseher sein, um die Tücken der Absicherung zu spüren.

Diese Erkenntnis dürfte auch Frank Fischer gewonnen haben. Er managt den bekannten Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, mit dem er Anlegern seit Auflage 2008 schon manch herben Rückschlag erspart hat. Im vierten Quartal 2018 jedoch lief es anders: Fischer war mit seinem Portfolio für seine Verhältnisse viel zu offensiv unterwegs und musste deutliche Verluste einstecken. Dann ging er im Fonds auf Nummer sicher und verpasste den Aufschwung. Ergebnis: ein Minus von 14 Prozent auf Jahressicht.

Fischer arbeitet mit Absicherungsstrategien und einer flexiblen Anlageaufteilung, um Markteinbrüche abzu­federn. Vor allem achtet er auf Stimmungsindikatoren, um die Aktienquote zu bestimmen. "Solche Ansätze können gut funktionieren, aber Fondsmanager können mit ihnen auch mal richtig danebenliegen", sagt Jan Richter.

Generell sei das Problem vieler Absicherungsstrategien, dass sie prozyklisch funktionierten. "Erst muss beispielsweise die Volatilität zugenommen haben oder eine Trendlinie unterschritten worden sein, bevor Fondsmanager Absicherungen einziehen", so Richter. "Dann haben die Kurse aber meist schon nachgegeben." Sei das Portfolio dann abgesichert, komme es häufig zu einer Gegenbewegung an den Märkten. "Diesen ersten Anstieg verpassen sie aber - und der ist meist heftig."

Anschaulich wird das am Beispiel des Dachfonds Patriarch Select Chance. Dort wird abgesichert oder voll investiert, wenn entsprechende Signale aus der Charttechnik vorliegen. Vor den ganz großen Abstürzen sind Anleger damit geschützt. Aber bei einem kürzeren ­Ab- und Aufschwung, wie in den vergan­genen zwölf Monaten erlebt, bleibt zwangsläufig Rendite auf der Strecke.

Agiler in diesem Umfeld agierten die beliebten Mischfonds DWS Concept Kaldemorgen und FvS Multiple Opportunities . Auch ihre Manager greifen regelmäßig zu Absicherungen. Doch scheinen sie das rechte Maß gefunden zu haben. Denn auf Jahressicht sind beide Portfolios klar im Plus. Eine Garantie für die Zukunft ist das freilich nicht. Wer sich bei dieser Art von Fonds gut aufgehoben fühlt, findet hier zwei gute Vertreter.

Währungen sichern oder nicht?

Nicht nur die Absicherung vor Aktienmarkt-, sondern auch vor Fremdwährungsrisiken spielt bei Fonds häufig eine Rolle. Auch in diesem Fall sollten Anleger genau hinschauen, welches Portfolio sie vor sich haben. "In einem weltweit anlegenden Aktienfonds sichert man Währungsrisiken für gewöhnlich nicht ab", sagt Fondsexperte Richter.

Denn Devisenschwankungen seien nicht nur Risiko, sondern auch Chance für zusätzliche Gewinne. "Zumal vor dem Hintergrund eines schwächer werdenden Euro können heimische Anleger ihr Depot über die Währungsseite weiter diversifizieren." Langfristig würden sich Wechselkursschwankungen außerdem ausgleichen, sodass eine Währungssicherung bei entsprechendem Anlagehorizont wenig sinnvoll sei.

Anders sieht es bei Anleihefonds aus. "Sind dort Fremdwährungspapiere enthalten, werden diese in der Regel abgesichert", sagt Richter. Denn durch Devisenschwankungen bekäme ein Bondinvestor eine Volatilität, die er nicht möchte. Schließlich sind Anleihen oft der Stabilitätsanker in einem Depot.

Investor-Info

Schaukelbörsen: Tücken der Absicherung

Nach einem heftigen Kurseinbruch an den Börsen folgt häufig eine Gegenreaktion. Das Gros dieses Aufschwungs verpassen Fonds, die komplett abgesichert sind. Gut zu sehen ist das am Kursverlauf des Patriarch Select Chance. Der Dachfonds parkt sein Vermögen in Cash, wenn eine 200-Tage-Trendlinie bei Aktien unterschritten wird, und investiert erst wieder, wenn diese Linie überschritten wird.

FvS Multiple Opportunities: Antizyklisches Vorgehen

Der vom Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach gelenkte Mischfonds legt seinen Fokus auf Qualitätsaktien. Bei Bedarf werden die Aktienpositionen durch Derivate abgesichert. Daneben versucht Flossbach, antizyklisch auf den Märkten zu agieren. Eine zehnprozentige Goldposition ist als "Versicherung" stets im Portfolio. Der Fonds erzielte über die vergangenen fünf Jahre im Schnitt eine Rendite von sieben Prozent per annum.

DWS Concept Kaldemorgen: Fokus auf Stabilität

Das deutsche Fondsmanager-Urgestein Klaus Kaldemorgen managt seit 2011 den nach ihm benannten Mischfonds. Dabei setzt Kaldemorgen auch Währungs- und Absicherungsstrategien ein, um ein gutes Risiko-Rendite- Profil zu erzielen. Sein Ziel ist es, die Schwankungsbreite des Fonds und mögliche Verluste in einem Kalenderjahr im einstelligen Prozentbereich zu halten. Der Fonds erzielte in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 3,3 Prozent per annum.

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