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Wie Franklin Biotech-Chancen gezielt nutzt

Evan McCulloch
Gesundheit

Mit einem klar strukturierten Bottom-up-Ansatz und tiefgehender wissenschaftlicher Analyse identifiziert Fondsmanager Evan McCulloch im Franklin Biotechnology Discovery Fund gezielt unterbewertete Biotech-Unternehmen. In einem Markt, der von Innovationsschüben, M&A-Dynamik und Bewertungsunterschieden geprägt ist, setzt der Fonds auf eine ausgewogene Mischung aus wachstumsstarken Small Caps und stabilen Large Caps – und eröffnet Anlegern so attraktive Chancen im globalen Biotechnologiesektor.

07.04.2026 | 14:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

Fondsmanager

Der Franklin Biotechnology Discovery Fund wird von Evan McCulloch gemanagt. McCulloch ist spezialisiert auf die Analyse von Biotechnologie- und Pharmaunternehmen, mit therapeutischem Fokus auf Infektionskrankheiten, Augenheilkunde, Pneumologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gastroenterologie sowie das zentrale Nervensystem. Zuvor umfasste seine Research-Abdeckung auch die Bereiche Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen. Er kam 1992 zu Franklin Templeton und war von 2015 bis 2023 Forschungsleiter (Director of Research) der Franklin Equity Group sowie von 2000 bis 2015 Leiter des Healthcare-Sektorteams. Er besitzt einen Bachelor-Abschluss in Volkswirtschaftslehre von der University of California, Berkeley, ist Chartered Financial Analyst (CFA) und Mitglied des CFA Institute sowie der CFA Society of San Francisco.


Strategie

Die Auswahl der Unternehmen erfolgt von Mc Culloch und seinem Team im Rahmen eines forschungsorientierten Bottom-up-Prozesses. Das Team durchforstet das gesamte Universum der Biotech-Aktien und generiert Anlageideen aus internen Rundtischgesprächen, Branchenkonferenzen, Expertennetzwerken, Marktsignalen und Unternehmensentwicklungen. „Jedes Unternehmen wird analysiert, indem seine Medikamente nach einzelnen Therapiebereichen aufgeschlüsselt und zwei Schlüsselfaktoren bewertet werden: die Erfolgswahrscheinlichkeit (positive Studienergebnisse oder behördliche Zulassung) und das kommerzielle Potenzial (Umsatz). Dazu gehören die Bewertung klinischer Daten, der Sicherheit, des Wirkmechanismus, der Marktgröße und des Wettbewerbs“, erläutert der Manager. Unser Ziel ist es, falsch bewertete Chancen zu identifizieren, bei denen die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die Marktchance höher ist, als dies unserer Meinung nach im Aktienkurs zum Ausdruck kommt. Der fachliche Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses. „Wir ziehen regelmäßig Ärzte, Wissenschaftler und andere Experten hinzu, um klinische Annahmen zu überprüfen, Behandlungsmuster in der Praxis zu bewerten und unsere Marktschätzungen zu verfeinern. Diese Erkenntnisse helfen uns dabei, sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Zulassung als auch die kommerzielle Akzeptanz einzuschätzen“, so Mc Culloch.

Der Fortschritt der klinischen Studienphasen sind für seinen Anlageprozess von zentraler Bedeutung, da er ihre Wahrscheinlichkeitsannahmen direkt beeinflusst. „Wir nutzen historische Erfolgsraten über alle Phasen hinweg zur Risikobewertung und konzentrieren uns auf bevorstehende Wertwendepunkte wie Daten aus der späten Entwicklungsphase oder behördliche Entscheidungen. Wir beobachten diese Meilensteine genau, da die Ergebnisse von Studien oft erhebliche Veränderungen in der Unternehmensbewertung bewirken und wichtige Katalysatoren für die Aktienperformance sind.“

Mc Culloch investiert über das gesamte Spektrum hinweg, von Unternehmen in der Entwicklungsphase bis hin zu profitablen kommerziellen Unternehmen. „Unternehmen in früheren Phasen bergen jedoch ein höheres binäres Risiko, das wir durch kleinere Positionsgrößen und strenge Verlustbegrenzungen auf Portfolioebene steuern. Wir treten auch mit privaten Unternehmen in Kontakt, um frühzeitig Einblicke zu gewinnen, und investieren gelegentlich noch vor dem Börsengang (IPO). Wenn Unternehmen Fortschritte machen und die Unsicherheit abnimmt, erhöhen wir in der Regel die Größe unserer Portfolio-Positionen“, erklärt der Manager.

Portfolio

Das Portfolio wird dynamisch über alle Marktkapitalisierungen hinweg zusammengestellt und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: Während Frühphasen-Unternehmen aufgrund ihres höheren Risikoprofils eine kleinere Gewichtung erfahren, bilden kommerziell erfolgreiche Unternehmen in der Spätphase die stabilen Kernpositionen. Ein striktes Risikomanagement flankiert diesen Prozess durch präzise festgelegte Positionsgrößen, breite Diversifikation und eine kontinuierliche Neubewertung der Investmentthesen bei Vorliegen neuer Daten. Das Portfolio umfasst typischerweise 80 bis 90 Positionen. Etwa die Hälfte des Fonds entfällt auf Entwicklungsunternehmen mit kleinerer Einzelgewichtung, während etablierte Biotech-Firmen als Anker fungieren. Diese Struktur gewährleistet eine breite Diversifikation über verschiedene Indikationen, Entwicklungsphasen und Marktkapitalisierungen hinweg. Zu den größten Positionen zählen Titel wie Gilead Sciences, Amgen, Jazz Pharmaceuticals, Vertex Pharmaceuticals, Regeneron Pharmaceuticals, Argenx, Terns Pharmaceuticals, Praxis Precision Medicines, Ascendis Pharma, Insmed, PTC Therapeutics, Guardant Health oder auch Alnylam Pharmaceuticals. Immerhin 13 Prozent der Titel stammen aus Europe. 85 Prozent aus den USA und der Rest aus Asien und Australien.

Ausblick

Die Biotech-Branche ist nach einer längeren Phase sinkender Aktienbewertungen mit einer solideren Basis ins Jahr 2026 gestartet. Die politische Lage ist klarer geworden, die Kapitalmärkte öffnen sich laut Mc Culloch wieder – wenn auch selektiv –, und die Innovation ist weiterhin breit gefächert über verschiedene Therapiebereiche und Krankheitsgebiete hinweg.

„Während sich die Bewertungen von Großunternehmen weitgehend erholt haben, werden viele Small- und Mid-Cap-Unternehmen nach wie vor unter ihren historischen Durchschnittswerten gehandelt, was ein selektiveres, aber chancenreiches Umfeld schafft“, sagt der Manager. Ein wesentlicher struktureller Treiber sind laut Mc Culloch sind die M&A-Aktivitäten, die von strukturellen Faktoren vorangetrieben werden, darunter erhebliche Patentabläufe, die bis 2030 erhebliche Umsatzrisiken für Pharmaunternehmen mit sich bringen könnten, da Medikamente ihren Exklusivitätsschutz verlieren und damit den Weg für günstigere Generika oder Biosimilars auf dem Markt ebnen. „Infolgedessen greifen große Pharmaunternehmen zunehmend auf externe Innovationen durch Übernahmen zurück, um ihre Medikamentenpipelines aufzufüllen, wobei sie insbesondere auf Biotech-Assets in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien und auf dem Markt im Fokus haben. Die Transaktionsaktivität hat ebenfalls wieder an Fahrt gewonnen und dürfte sich unserer Ansicht nach fortsetzen, sobald sich die regulatorischen und kapitalmarktbezogenen Rahmenbedingungen stabilisieren“, erklärt Mc Culloch weiter.

Technologisch stehen für den Franklin Fondsmanager insbesondere Fortschritte in der Onkologie (z. B. ADCs, RLTs), der Neurologie sowie bei Stoffwechselerkrankungen (GLP-1) im Fokus. Zudem treiben Zell- und Gentherapien, RNA-Technologien sowie der Einsatz von KI in der Wirkstoffentwicklung die Branche voran. Während Large Caps laut dem Fondsmanagement derzeit weitgehend fair bewertet erscheinen, bieten insbesondere Small und Mid Caps weiterhin attraktive Unterbewertungen – ein ideales Terrain für aktive Manager. „Langfristig wird die Branche voraussichtlich datengetriebener, stärker durch Plattformtechnologien geprägt und zunehmend konsolidiert auftreten.“

Chance-/Risiko-Verhältnis

Die Performance des Fonds ist überzeugend. Selbst im laufenden Jahr liegt der Fonds mit knapp 15 Prozent im Minus. Der Robeco-Fonds hat selbst in den vergangenen Wochen kaum eingebüßt. Auf 12-Monatssicht hat der Fonds um 38 Prozent zugelegt und über 3, 5 und zehn Jahre legte der Fonds jährlich zwischen 6,7 bis 18,6 Prozent zu. Angesichts der guten Performance, ist die Volatilität von gut 20 Prozent tolerierbar.

Fazit

Der Franklin Biotechnology Discovery Fund positioniert sich als Stockpicker in einem oft ineffizienten Marktsegment. Durch die Verbindung von wissenschaftlich fundierter Analyse, einem klaren Fokus auf Bewertungsanomalien und einem konsequenten Risikomanagement bietet der Fonds einen lukrativen Zugang zum Sektor. Insbesondere im aktuellen Marktumfeld, das durch signifikante Bewertungsunterschiede zwischen Large und Small Caps geprägt ist, stellt der Fonds ein attraktives Instrument dar, um gezielt von den Innovationszyklen der Biotechnologie zu profitieren.

Fondsdaten

ISIN LU0109394709
WKN 937444
Kosten p.a. 1,90%
Agio 5,75%
Perf. fee nein
1 Jahr 37,8%
3 Jahre 66,8%
5 Jahre 38,1%
10 Jahre 131,0%
Volumen 1,8 Mrd. USD
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