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Nichts ist unmöglich

Nachdem die Europäische Zentralbank abermals Zinsen gesenkt und wieder Anleihekäufe beschlossen hat, zeigt sich: Diese geldpolitischen Möglichkeiten sind so langsam erschöpft. Beobachter warnen vor den nächsten Stufen: Kommen bald Helikoptergeld und Aktienkäufe?

16.09.2019 | 09:20 Uhr von «Olaf Wittrock»

Mario Draghi, der scheidende Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat es also noch einmal getan: Kurz vor einem Abschied aus dem Amt hat er angekündigt, dass die EZB erneut Anleihen kaufen wird. Zudem erhöhte die EZB den Strafzins, den Banken für Einlagen zahlen müssen, auf nunmehr -0,5 Prozent. Draghi bediente sich damit einmal mehr der geldpolitischen Instrumente, die die EZB in der Vergangenheit bereits erprobt hat, um die Konjunktur zu stützen und die Inflation anzukurbeln.

Allein fehlt vielen Beobachtern inzwischen der Glaube, dass noch mehr vom immer Gleichen ausreicht, um diese Ziele zu erreichen. Zuletzt reagierten die Märkte jedenfalls kaum mehr auf die EZB, lieferte die doch bloß, was ohnehin alle erwartet hatten. „Grob vereinfacht gesagt, besteht das Problem der EZB darin, dass die Sparfreude in der Eurozone derart groß ist, dass die Ausweitung der Geldmenge um 28 Prozent seit 2013 nicht geholfen hat, die Inflationsrate dem erklärten Ziel von jährlich zwei Prozent nahe zu bringen“, kommentiert Georg von Wallwitz von der Münchener Fondsboutique Eyb & Wallwitz. Man muss sich wundern, sagt Wallwitz: In Deutschland gehe die Sparneigung sogar so weit, dass sowohl der Staat als auch die Unternehmen und der private Sektor Überschüsse erzielten, obwohl es noch nie so attraktiv war, sich zu verschulden und obwohl Anleger auf einem unverzinsten Konto derzeit pro 10000 Euro jedes Jahr 138 Euro Kaufkraft einbüßen. „Wer einfach nur spart und nicht an die Zukunft denken möchte, dem ist mit niedrigen Zinsen nicht zu helfen“, stellt Wallwitz fest.

Helikopter für den Notfall

Daher könnte die EZB notfalls die nächste Stufe der geldpolitischen Rakete zünden – und irgendwann sogenanntes Helikoptergeld direkt auf die Konten des Staates oder seiner Bürger buchen. Zwar wurde eine direkte Staatsfinanzierung bei Gründung der EZB explizit ausgeschlossen, doch ließen sich laut Wallwitz theoretisch Wege finden, um so lang Geld auf die Konten der Bürger oder des Staates zu buchen, „bis ihnen die Lust am Sparen vergeht, sie das Geld ausgeben und die Preise zu steigen beginnen“. Möglich sei das, aber doch sehr unwahrscheinlich, sagt Wallwitz. Eher schon werde die Zentralbank die Staaten ermahnen, das billige Geld endlich auch auszugeben und für Investitionen einzusetzen.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt noch eine andere Variante ins Spiel: Die EZB könnte, wenn alles nicht mehr hilft, auf die Idee kommen, nach Staatsanleihen irgendwann auch Aktien zu kaufen. Die japanische Zentralbank erwirbt bereits seit dem Jahr 2010 Indexfonds, liefert also ein Vorbild. „Auch wenn die EZB Aktien nur indirekt kaufen würde, erschaudert der ordnungspolitisch wache Beobachter bei diesem Gedanken zu Recht“, mahnt Krämer: „Aber das hat er wahrscheinlich auch Anfang 2015 getan, als die EZB trotz des Verbots monetärer Staatsfinanzierung den Kauf von Staatsanleihen beschloss.“

Sparzinsen im freien Fall

Ökonomen halten also inzwischen viel mehr für denkbar als in er Vergangenheit. Egal wie die EZB ihren Kurs fortsetzt, eines scheint gewiss: Für Sparer bleiben die Zeiten extrem schlecht – es drohen sogar vermehrt Debatten um Strafzinsen für Privatkunden, warnt das Berliner Fintech Weltsparen. Laut seiner aktuellen Zinsstatistik bekommen Sparer inzwischen in zwölf Ländern Europas nur noch maximal 0,2 Prozent durchschnittliche Einlagenzinsen – in Deutschland waren es im Juni nur noch 0,1 Prozent. Der mittlere Einlagenzins für Unternehmen war bereits im Juni negativ, er lag bei -0,09 Prozent. Auch die Zinssätze für Festgelder fallen weiter. Der Top-Zinssatz für 1-jährige Einlagen von Privatkunden sank in Deutschland im Juni von 1,01 Prozent auf 0,92 Prozent und für 3-jährige Einlagen von 1,22 Prozent auf 1,14 Prozent. „Mit dem jüngsten EZB-Beschluss werden Banken noch mehr unter Druck gesetzt – und die EZB treibt die direkte und indirekte Weitergabe der Negativzinsen an Bankkunden in ganz Europa voran“, sagt Tamaz Georgadze, Geschäftsführer der Weltsparen-Muttergesellschaft Raisin.

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