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Frontier-Märkte im Aufbruch: Wo sich ein Investment lohnt

Knapp unter Schwellenländer-Status finden Anleger überraschend robuste und wachstumsstarke Märkte. Wo sich ein Investment lohnt.

21.05.2019 | 13:00 Uhr von «Julia Groß, »

Vier Handymodelle stehen für eine Zeitenwende: Vietnam ist zwar der zweitgrößte Smartphone-Exporteur der Welt - bisher aber nur als billiger Fertigungsstandort für Samsung und Co. Anfang März jedoch wurden in Madrid vier Smartphones der Vingroup vorgestellt. Über Spanien, wo sich der vietnamesische Mischkonzern beim Hersteller BQ eingekauft hat, sollen die Handys den europäischen Markt erobern.

Und das ist nur eines der visionären Vorhaben des Vingroup-Gründers Pham Nhat Vuong, dem ersten Milliardär und reichsten Mann Vietnams. Im Juni startet seine Autoproduktion, folgen werden E-Motorroller und Elektrobusse, mit denen der Konzern ab 2020 Nahverkehrsverbindungen in fünf vietnamesischen Städten anbieten will.

Diese Dynamik ist durchaus typisch für Frontier-Märkte, Länder an der Grenze (englisch "frontier") zu den wirtschaftlich schon weiter entwickelten Schwellenländern. "Das ist eine faszinierende Gruppe von Märkten, sehr vielversprechend, mit wenig Korrelation zu Schwellenländern", sagt Tim Love, Investment Director bei GAM Investments. Anlegern bieten sie eine attraktive Diversifikationsmöglichkeit.

Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten groß, die Liquidität viel geringer als bei entwickelten Märkten. So ist es mitunter für Investoren schwer, Aktien zu verkaufen. Das birgt ein gewisses Risiko. "Daher empfiehlt sich ein Einstieg vor allem, wenn die Aufnahme eines Landes in den MSCI Emerging Markets Index absehbar ist. Erstens steigt dadurch die Liquidität, zweitens profitieren die Kurse davon, dass ETFs und viele aktive Fonds die Aktien kaufen müssen, sobald sie im Index vertreten sind", sagt Love.

Vietnam steht aktuell bei vielen Frontier-Profis ganz oben auf der Favoritenliste. Der MSCI Vietnam hat im laufenden Jahr bereits um fast zehn Prozent zugelegt. Die Aktienkurse profitieren von einer prosperierenden Wirtschaft und stabilen politischen Verhältnissen. Die Mittelklasse wächst stark. War Anfang der 90er-Jahre das Pro-Kopf-Einkommen in den USA 252-mal größer als das von Vietnam, so liegt der Unterschied heute nur noch bei Faktor 25. Laut einer OECD-Studie wird in Asien die Zahl der Menschen im mittleren Einkommensbereich bis 2030 von heute 500 Millionen auf drei Milliarden ansteigen.

Trotz der gesellschaftlichen Veränderungen liegen die Personalkosten in ­Vietnam nur etwa bei einem Viertel des durchschnittlichen Lohns in China. Tatsächlich profitiert Vietnam im Moment sogar vom Handelskonflikt Chinas mit den USA: Wie das US-Landwirtschaftsministerium mitteilte, führt der Zollstreit zu steigenden Kleidungsexporten von Vietnam in die USA. Gleichzeitig wuchsen auch die Ausfuhren von Garn nach China, mit dem das Land wie mit Korea und der Türkei über ein Freihandelsabkommen verbunden ist. Die Aufnahme Vietnams in den MSCI Emerging Markets gilt als überfällig.

Für Saudi-Arabien steht die Indexmitgliedschaft unmittelbar bevor. Allein durch ETFs werden deshalb geschätzte 20 Milliarden Dollar in mehreren Tranchen in den Markt fließen. Stefan Böttcher, Manager des Fonds Magna New Frontiers, beurteilt jedoch auch die fundamentale Situation positiv: Der ­Reformprozess trage erste Früchte, die äußerst erfolgreiche erste Anleiheemission des staatlichen Ölkonzerns Saudi- Aramco stelle nicht nur die Mittel für diverse Bau- und Infrastrukturprojekte sicher, sondern demonstriere auch den Willen zu mehr Transparenz und professionellerem Management.

Günstiges Bewertungsniveau

Auch in den Nachbarländern sind die Börsen nach Reformen für Ausländer zugänglicher geworden. "Dadurch ergeben sich gute Gelegenheiten", sagt Böttcher, "die Unternehmen sind teilweise attraktiv bewertet". In Kürze erwartet er die Ankündigung, dass Kuwait 2020 zu den Emerging Markets aufsteigen darf.

Im Gegensatz zu den arabischen Ländern und zu Vietnam scheiden sich bei anderen Frontier-Märkten die Geister. Beispiel Argentinien: Vertrauten bis vor Kurzem noch viele Anleger darauf, dass Präsident Mauricio Macri die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes endlich wieder auf Kurs bringen würde, gibt es inzwischen Zweifel, dass er die Wahlen im Oktober gewinnen kann. Eine Rückkehr der Ex-Präsidentin Cristina Kirchner wäre wohl ein Desaster für die Konjunktur. Trotzdem zählen einzelne Unternehmen, etwa das "südamerikanische Amazon" Mercadolibre, zu den Lieblingstiteln vieler Fondsmanager.

Und während ein Teil der Institutionellen durch Korruptionsschlagzeilen und die kurz vor Weihnachten angekündigte Bankensteuer aus dem rumänischen Markt vergrault wurde, hält beispielsweise die Investmentbank Citi Rumänien für einen der aussichtsreichsten Frontier-Märkte des Jahres. Mit seinem niedrigen Lohnniveau und gut ausgebildeten Arbeitskräften zieht das Land viele ausländische Investitionen an. Nachdem die Bankenabgabe zuletzt etwas aufgeweicht wurde, klettern auch die Kurse wieder.

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