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Silber: Stärkster Optimismus unter Terminmarktprofis seit Juni

Silber-Futures sind laut aktuellem Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC weiterhin stark gefragt. Gewettet wird seit Wochen auf einen steigenden Silberpreis.

15.03.2022 | 07:10 Uhr von «Jörg Bernhard»

Beim allgemeinen Interesse an Silber-Futures stellte sich in der Woche zum 8. März ein starker Zuwachs ein. So hat sich die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) innerhalb einer Woche von 157.400 auf 168.300 Kontrakte (+6,9 Prozent) erhöht und damit den höchsten Stand seit über acht Monaten erreicht. Im Gleichschritt sind sowohl große Terminspekulanten (Non-Commercials) als auch Kleinspekulanten (Non-Reportables) deutlich optimistischer geworden. Summa summarum stellte sich bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten ein markantes Plus von 57.150 auf 69.600 Kontrakte (+21,8 Prozent) ein. Damit hat sich dieser Wert innerhalb von vier Wochen mehr als verdoppelt.

Große wie kleine Terminspekulanten sind dadurch aufgefallen, dass sie ihre Long-Position aufgestockt und zugleich ihr Short-Exposure reduziert haben. Bei den Großspekulanten führte dies zu einem Anstieg der Netto-Long-Position von 44.950 auf 52.300 Kontrakte (+16,4 Prozent). Deutlich stärker ging es mit dem Optimismus der Kleinspekulanten nach oben. Deren Netto-Long-Position verzeichnete nämlich im Berichtszeitraum einen besonders kräftigen Anstieg von 12.300 auf 17.300 Futures (+41,8 Prozent). Sollte der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Marktverwerfungen zu einer Rezession führen, könnten die industriellen Nachfrager ihre Nachfrage zügeln und dadurch den aktuellen Aufwärtsdrang ausbremsen bzw. eine Abwärtsbewegung auslösen. Für ein besonders hohes Maß an Spannung wäre somit weiterhin gesorgt.

Ein großes Risiko an den Terminmärkten besteht grundsätzlich aber auch darin, dass die dort gehandelten Güter nur auf dem Papier existieren und real gar nicht verfügbar geschweige denn lieferbar sind. Bestes Beispiel Nickel: Die London Metal Exchange hat in der vergangenen Woche den Handel von Nickel eingestellt und aufgrund der vorherigen Preisexplosion sogar Geschäfte annulliert. Das Industriemetall hat sich innerhalb von zwei Tagen um fast 250 Prozent verteuert. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat auch das zum Veredeln von Stahl und zur Produktion von Autobatterien benötigte Industriemetall verteuert und bei Terminkontrakten zu einem sogenannten Short-Squeeze geführt. Spekulanten, die auf einen fallenden Nickelpreis gewettet hatten, mussten ihre Position glattstellen. Ein chinesischer Milliardär, dem die Tsingshan Holding Group gehört, soll sogar eine Short-Position von geschätzten 150.000 Tonnen aufgebaut haben und bislang kein Interesse zeigen, dieses enorme Klumpenrisiko zu reduzieren. Grundsätzlich könnte so etwas an jeder Futures-Börse eintreten, wenn unerwartete Ereignisse wie die russische Invasion oder andere Katastrophen die Finanzmärkte heimsuchen. Interessant zu wissen: Silber wurde in der Vergangenheit übrigens häufig als Kandidat für einen potenziellen Short-Squeeze gehandelt.

Silber: Atempause nach starkem Rebound

Unter charttechnischen Aspekten hat der Silberpreis weiterhin "Luft nach oben", schließlich verläuft die obere Begrenzung des mehrjährigen Seitwärtskanals oberhalb von 29 Dollar. Sollte diese Widerstandszone signifikant überwunden werden, könnte an den Märkten zusätzliches chartinduziertes Kaufinteresse aufkommen. Auch auf lange Sicht besteht bei Silber erhebliches Nachholpotenzial, da das aktuelle Rekordhoch vor mehr als zehn Jahren knapp unterhalb von 50 Dollar markiert worden war. Ein wichtiger Schritt zum Aufhellen des Marktsentiments wurde bereits mit dem deutlichen Sprung über die 200-Tage-Linie getan. Wichtig wäre nun, dass die langfristige Durchschnittslinie in den Aufwärtsmodus wechselt, weil ein solches Ereignis in der Chartlehre als starkes Trendwechselsignal interpretiert wird. Damit dies gelingt, müsste der Silberpreis die 200-Tage-Linie dauerhaft möglichst deutlich übertreffen.

Dieser Artikel erschien zuerst am 14.03.2022 aufboerse-online.de

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