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Gold- und Silberrally im Stresstest: Milliardenverkäufe durch Indexanpassung

Edelmetalle mit großen Kursgewinnen 2025
Edelmetalle

Der starke Preisanstieg von Gold und Silber im Jahr 2025 wird zu Beginn von 2026 erstmals auf die Probe gestellt. Analysten schätzen, dass die jährlichen Anpassungen großer Rohstoffindizes zu Edelmetallverkäufen im zweistelligen Milliardenbereich führen.

09.01.2026 | 15:00 Uhr von «Peter Gewalt»

Analysten von JPMorgan erwarten, dass indexgebundene Fonds während des Rebalancing‑Fensters vom 8. bis 15. Januar rund 6,1 Mrd. US‑Dollar an Silber und 5,6 Mrd. US‑Dollar an Gold verkaufen müssen. Hintergrund ist die außergewöhnliche Performance des Vorjahres: Gold legte 2025 um mehr als 60 Prozent zu, Silber sogar um über 160 Prozent, was die Zielgewichtungen der Indizes deutlich verzerrt hat, berichtet die Financial Times. Der Grund hierfür ist, dass Rohstoffindizes wie der Bloomberg Commodity Index (BCOM) exakt vorschreiben , wie hoch der Anteil jedes Rohstoffs sein darf. So sollen Klumpenrisiken verhindert und eine ausgewogene Diversifikation gesichert werden. Der Anteil von Gold und Silber in den Indizes darf daher trotz der Preisrally nicht unbegrenzt wachsen.

Marktbeobachter sprechen von einem wichtigen Stresstest. „Es ist der erste große Test, wie nachhaltig die Preisbewegungen vom Jahresende wirklich sind“, sagte Nicky Shiels vom Edelmetallhaus MKS Pamp gegenüber der Financial Times. Entsprechend reagierten die Märkte bereits: Gold gab zuletzt leicht nach, Silber verlor zeitweise mehr als vier Prozent.

Besonders der Silbermarkt steht im Fokus. Laut JPMorgan‑Analyst Gregory Shearer entsprechen die erwarteten Nettoverkäufe etwa zehn Prozent des gesamten offenen Derivate‑Bestands an der US‑Terminbörse Comex, was kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen kann.

Gleichzeitig sehen Experten in den indexbedingten Verkäufen nicht zwingend ein negatives Signal. Bereits bei der Rebalancierung im Jahr 2025 wurden ähnliche Zwangsverkäufe von Kaufinteresse aufgefangen, was die Edelmetallpreise anschließend weiter nach oben trieb, berichtet die Financial Times.

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