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DAX 40: Was sich ab dieser Woche ändert, die Aufsteiger im Check - Teil 1

Seit dem 20. September ist die Zahl der im deutschen Aktienindex enthaltenen Unternehmen von 30 auf 40 gestiegen. Was die größte Veränderung des Leitindex in seiner Geschichte bringt.

21.09.2021 | 12:15 Uhr von «Sonja Funke, Wolfgang Hagl, Jörg Lang»

Zuwachs für den DAX: Die Zahl der im deutschen Aktienindex vertretenen Unternehmen steigt am Montag, 20. September, zu Handelsbeginn von 30 auf 40. Die Aufsteiger entstammen dem MDAX, dessen Mitgliederzahl von 60 auf 50 Werte sinkt.

Die größte DAX-Reform seit dem Start vor 33 Jahren beinhaltet jedoch noch mehr: Entscheidend für die Mitgliedschaft im DAX ist künftig nur noch der Börsenwert der Aktien in Streubesitz und nicht mehr auch das Handelsvolumen. Noch weit mehr Einfluss könnten auf längere Sicht andere, eher bürokratisch anmutende Änderungen haben.

Die vielleicht wichtigste, aber auch umstrittenste Neuerung: Aufsteiger müssen mindestens zwei Jahre in Folge Gewinn erzielt haben. Allzu streng will die Börse an dieser Stelle aber nicht sein. Als Kennziffer wird das Ebitda herangezogen, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Das wird auch Unternehmen mit negativem Nettoergebnis den Sprung in den Index erlauben. Das Dilemma der Deutschen Börse: Einerseits sollen Qualitätsstandards durchgesetzt werden, zugleich will man auf schnelles Wachstum ausgelegte Unternehmen nicht ausschließen. Darum das Ebitda als Kompromiss.

Viele der neuen Regeln sind eine Reaktion auf den größten Skandal der DAX-Geschichte: die Pleite von Wirecard. Trotz jahrelanger Bilanzmanipulationen wurde die Techfirma in den DAX aufgenommen. Als der Skandal aufflog, dauerte es Wochen, bis die Aktie aus dem Index ausgeschlossen wurde. Mit dem neuen Regelwerk kann die Börse schneller reagieren: Unternehmen müssen Quartals- und Geschäftsberichte fristgerecht abgeben. Reguläre Überprüfungen gibt es nicht nur im September, sondern jetzt auch im März. Ein Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat wird für alle Mitglieder Pflicht.

Zudem soll der DAX internationaler werden. Unternehmen müssen ihren Hauptsitz nicht mehr in Deutschland haben, was schon seit dem Umzug von Linde nach Irland Fakt ist. Das ebnet dem Flugzeughersteller Airbus den Weg in den Leitindex. Biontech hingegen stand gar nicht erst auf der Kandidatenliste: Die Mainzer Biotechfirma, die dank ihres Corona-Impfstoffs zum Börsenstar geworden ist, wäre mit einem Wert von zuletzt knapp 75 Milliarden Euro eines der zehn größten deutschen Unternehmen. Die Hauptnotierung aber ist in den USA, in Deutschland werden nur Hinterlegungsscheine (ADRs) gehandelt. Damit fällt Biontech für die deutschen Indizes durchs Raster.

Die für Anleger spektakulärste Veränderung bleibt die Zahl der Mitglieder. In alphabetischer Reihenfolge sind das: neben Airbus der Chemikalienhändler Brenntag, der Lebensmittellieferant Hellofresh, die Finanzholding Porsche, der Sportartikelhersteller Puma, das Diagnostikunternehmen Qiagen, der Laborausrüster Sartorius, der Medizintechniker Siemens Healthineers, der Duft- und Aromenhersteller Symrise und der Online-Modehändler Zalando. Die Redaktion nimmt die Aufsteiger auf den folgenden Seiten unter die Lupe.

Jünger, bunter, besser

Die Neuen werden den DAX verändern: Der Index wird frischer und bunter. Zalando wurde im Jahr 2008 gegründet, Hellofresh sogar erst 2011. Beide notieren künftig auf dem Kurszettel neben Urgesteinen wie Siemens und BASF, deren Geschichte bis weit ins 19. Jahrhundert hineinreicht.

Zugleich ändert sich der Branchenmix: Zalando und Hellofresh sind Internethändler, Siemens Healthineers und Sartorius gehören dem Gesundheitssektor an. Dank Airbus am meisten profitiert der bereits bislang im DAX stark vertretene Industriesektor. "Der DAX wird noch attraktiver, denn die neuen Spieler sind jünger und bringen andere Ideen aufs Spielfeld", sagte Christine Bortenlänger, Geschäftsführerin des Deutschen Aktieninstituts (DAI). Die Neuzugänge seien bereits im MDAX erfolgreich gewesen.
Anders als die USA oder Großbritannien hat Deutschland wenige Großkonzerne, dafür aber viele starke Mittelständler. Das spiegelt sich auf dem Börsenparkett wider: Die Schwergewichte Linde, SAP und Siemens werden mit mehr als 100 Milliarden Euro bewertet. Danach werden die Zahlen schnell kleiner. Schon Vonovia im Mittelfeld schafft nur noch 34 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Covestro als der kleinste der DAX-30-Titel kommt auf zehn Milliarden Euro. Das bedeutet: Auch im neuen DAX wird die Kursentwicklung stark von den Riesen bestimmt.

Mehr Aktien, mehr Rendite

Die zehn Neuen stellen nur 13 Prozent des Index, hat die DZ Bank errechnet. Mit 4,7 Prozent entfällt der größte Teil davon auf Airbus. Die anderen Aufsteiger werden zusammen weniger Einfluss haben als Linde oder SAP allein. Der neue DAX wird dem alten also sehr ähnlich sein, aber die Deutsche Börse erwartet positive Effekte auf die Wertentwicklung. In einer Rückrechnung hätte der DAX mit 40 Mitgliedern eine etwas bessere Rendite erzielt als die durchschnittlich gut acht Prozent pro Jahr, um die er seit 1988 zulegte.

Für die Unternehmen ist die Beförderung in den Leitindex vor allem ein Imagegewinn. Auswirkungen auf das Tagesgeschäft sind nicht zu erwarten. Die Mitgliedschaft in der ersten Börsenliga macht es aber leichter, bei Bedarf durch die Ausgabe neuer Papiere frisches Kapital hereinzuholen. Bei Symrise freue man sich über den Aufstieg, vor allen Dingen wolle man nachhaltig und gesund wachsen, heißt es aus dem Unternehmen.

Für Indexfonds ist die DAX-Aufstockung zunächst eine Herausforderung. Vermögensverwalter wie Blackrock bilden mit ETFs den Index so genau wie möglich nach. Das bedeutet, dass exakt zum Stichtag umgeschichtet wird: Aufsteiger werden gekauft, bei den bestehenden Mitgliedern wird reduziert. Um die Liquidität in den einzelnen Titeln am Tag der Umstellung zu sichern, arbeiten ETF-Anbieter mit Brokern und Investmentbanken zusammen. Da die Deutsche Börse die neuen Mitglieder lange vor der tatsächlichen Umstellung bekannt gab, sollte es keine Kurskapriolen geben.

Teil 2 dieses Artikels erscheint am 22.09.2021 und zeigt die aussichtsreichsten Investments im Überblick.

Dieser Artikel erschien zuerst am 20.09.2021 auf boerse-online.de

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