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Sell in May?

Laut Statistik haben Börsianer es in den Monaten Mai und Juni schwer, mit deutschen Aktien Geld zu verdienen. Aber sollten Anleger ihre Anteile deshalb jetzt verkaufen?

18.04.2019 | 12:10 Uhr von «Matthias von Arnim»

In diesem Jahr feiern wir so spät Ostern, dass der Mai schon vor der Tür steht, während der Osterhase noch damit beschäftigt ist, seine Eier im Garten zu verstecken. Direkt nach den Osterferien wird sich deshalb bereits sofort die bange Frage stellen: Sell in May and go away? So lautet eine alte Börsenregel, die Anlegern immer noch Schrecken einjagt. Der Spruch wird gern und oft zitiert, vielleicht auch deshalb, weil er sich gut reimt.

Wer sich in den zurückliegenden Jahren an den Rat gehalten hat, konnte sich tatsächlich manchmal viel Ärger ersparen. Im vergangenen Jahr beispielsweise büßte der deutsche Leitindex von Mitte Mai bis Ende des Jahres rund 20 Prozent an Wert ein.

Hat die Börsenregel also Recht? Statistisch gesehen schrammt der Spruch knapp an der Wirklichkeit vorbei – insbesondere, wenn man die Entwicklung der Aktienmärkte rund um den Globus betrachtet. In den USA zum Beispiel mussten Aktionäre in den vergangenen 25 Jahren vor allem im Oktober die größten Wertverluste hinnehmen. In diesem Monat verlor der S&P 500 im Durchschnitt rund zwei Prozent an Wert. Und an Europas Börsen trägt nicht der Juni die rote Laterne, sondern Juli, August und September sind die wirklichen Verlierermonate. Sie gelten historisch gesehen trotz langer Tage und Sonnenschein als die trübsten Monate für Anleger, die europäische Aktien in ihren Portfolios hielten. Die Regel müsste hier eigentlich lauten: „Sell in June and go away“, doch das reimt sich leider nicht.

Immerhin: Für Anleger, die in Aktien des deutschen Leitindex DAX investiert waren, sind tatsächlich die Monate Mai und Juni in den vergangenen zehn Jahren keine Wonnemonate gewesen. Zwischen 2009 und 2018 verlor der DAX von Anfang Mai bis Ende Juni im Schnitt 1,5 Prozent.

Über die Dekade betrachtet, ist der Effekt gravierend: Hätte ein Anleger sein Geld seit 2009 regelmäßig immer nur von Anfang Mai bis Ende Juni in deutsche Standardwerte investiert, wäre sein Vermögen bis heute etwa um etwa 15,5% geschrumpft.

Mit der genau umgekehrten Strategie – nämlich immer von November bis Ende April des Folgejahres zu investieren – wären aus 100.000 Euro seit November 2008 bis heute 203.850 Euro geworden. Das ist mehr als eine Verdoppelung.

Trotz Statistik gilt: Nicht voreilig handeln!

Anleger haben, wenn sie den Zahlenspielen vertrauen, also noch ein paar Tage Zeit, Kasse zu machen. Doch selbst dann können sie sich natürlich nicht darauf verlassen, dass sich die Ereignisse der Vergangenheit auch in Zukunft wiederholen.

Zum anderen zeigt das Beispiel eindrücklich, wie die Auswahl der Parameter Statistiken beeinflussen können: Natürlich entwickeln sich Indizes innerhalb von sechs Monaten anders als in nur zwei Monaten.

Was Anleger zudem beachten sollten: Ein übereilter Aus- und Wiedereinstieg kann schnell zu einem Verlustgeschäft werden. Denn perfektes Timing ist an der Börse nahezu unmöglich. Niemand weiß im Voraus, wann genau die Kurse fallen und steigen. Zudem schmälern Transaktionskosten für den Ein- und Ausstieg die Rendite.

Besser sind entweder Absicherungsstrategien, die zeitweilige Kursrückgänge abfangen oder sogar zu Kursgewinnen führen können, falls die Börse an Schwung verliert.

Oder man greift zu einem anderen bewährten Mittel: Nachkaufen, falls die Kurse im Frühjahr korrigiert haben sollten. Denn wenn man sich schon an alten Börsenregeln orientiert, sollte man sie auch in voller Länge kennen:

Sell in May and go away. But remember to come back in September.

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