Trade Republic erweitert sein Angebot auf deutsche GmbHs und UGs. Unternehmer können künftig Gesellschaftsvermögen über einen eigenen Private Holding Account investieren. Neben Aktien, ETFs und Sparplänen gibt es 2,5 Prozent auf nicht investiertes Guthaben.
22.09.2026 | 13:50 Uhr
Trade Republic richtet sich erstmals direkt an deutsche Kapitalgesellschaften. Kunden, die alleinige Eigentümer oder Gesellschafter einer deutschen GmbH oder haftungsbeschränkten UG sind, können ab sofort einen sogenannten Private Holding Account eröffnen und das Vermögen ihrer Gesellschaft über die Plattform investieren. Damit überträgt der Berliner Neobroker sein Modell für Privatanleger auf das Gesellschaftsvermögen. Kunden erhalten dabei nach Angaben von Trade Republic dieselben Konditionen wie bei ihrem privaten Konto. Dazu gehören 2,5 Prozent auf nicht investiertes Guthaben ohne Obergrenze, kostenfrei ausführbare Sparpläne sowie der Zugang zum gesamten Anlageuniversum.
Für Unternehmer ist vor allem der steuerliche Aspekt interessant. Kapitalgesellschaften unterliegen bei der Besteuerung von Aktiengewinnen anderen Regeln als Privatanleger. Unter bestimmten Voraussetzungen können Veräußerungsgewinne aus Aktien auf Ebene einer Holdinggesellschaft mit einer effektiven Steuerbelastung von rund 1,5 Prozent belastet werden. Trade Republic stellt diesen steuerlichen Vorteil nun in den Mittelpunkt seines neuen Angebots. Bleiben die Erträge in der Gesellschaft und werden erneut investiert, steht entsprechend mehr Kapital für den weiteren Vermögensaufbau zur Verfügung. Wichtig ist dabei: Die rund 1,5 Prozent gelten laut Trade Republic unter bestimmten Voraussetzungen. Die konkrete steuerliche Behandlung hängt von der jeweiligen Gesellschaft und dem Einzelfall ab.
Neben dem Zugang zum Kapitalmarkt wirbt Trade Republic mit einer Verzinsung des nicht investierten Guthabens. Kunden erhalten 2,5 Prozent – und zwar ohne Obergrenze. „Milliarden liegen in deutschen Holdings und arbeiten kaum“, sagt Christian Hecker, Mitgründer von Trade Republic. Investieren sei für viele Gesellschaften bislang teuer, kompliziert und mit unnötigen Hürden verbunden. Genau das wolle Trade Republic ändern. Das Angebot richtet sich damit insbesondere an Unternehmer, die Liquidität innerhalb ihrer GmbH oder UG halten und einen Teil dieses Vermögens am Kapitalmarkt anlegen wollen.
Beim Anlageangebot macht Trade Republic nach eigenen Angaben keine wesentlichen Unterschiede zum privaten Konto. Über die App und das Web-Terminal können Kunden in Tausende Aktien, ETFs und weitere Anlageprodukte investieren. Sparpläne lassen sich kostenfrei ausführen. Einzelorders sind ab einer Abwicklungskostenpauschale von einem Euro möglich. Für den Handel stehen laut Trade Republic außerdem rund 30 angebundene Börsenplätze zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem Nasdaq, Xetra und Euronext. Wer den Trade-Republic-Bestpreis nutzt, zahlt demnach eine Abwicklungskostenpauschale von einem Euro. Die direkte Ausführung über einen der angebundenen Börsenplätze kostet zwei Euro. Nicht investiertes Geld wird nach Angaben des Unternehmens ausschließlich in Geldmarktfonds gehalten.
Die Eröffnung des Private Holding Accounts erfolgt vollständig digital über die Trade-Republic-App oder das Web-Terminal. Voraussetzung ist ein bereits bestehendes privates Trade-Republic-Konto. Über eine integrierte Kontowechsel-Funktion können Kunden anschließend zwischen ihrem privaten Portfolio und dem Private Holding Account wechseln. Bei Fragen steht der Kundenservice laut Unternehmen rund um die Uhr per Telefon und Chat zur Verfügung.
Mit dem neuen Angebot nimmt Trade Republic damit einen Bereich ins Visier, der bislang stärker von klassischen Banken, Brokern und spezialisierten Anbietern bedient wurde: die Geldanlage über die eigene Kapitalgesellschaft. Für Unternehmer wird damit neben dem privaten Depot ein weiterer Zugang zum Kapitalmarkt geschaffen – diesmal über die GmbH oder UG. (jk)
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