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EZB-Stresstest: Was die Experten jetzt erwarten

25 von 130 Banken ließ die EZB durchfallen.

„Die deutschen Banken stehen solide da“, meint die BaFin-Chefin. Henderson-Fondsmanager erwartet einen kurzfristigen Impuls an den Märkten.

28.10.2014 | 06:45 Uhr von «Patrick Daum»

Seit Sonntag liegen die Ergebnisse des Bankenstresstests (Comprehensive Assessment) der Europäischen Zentralbank (EZB) vor. 130 Institute im Euroraum – darunter 25 deutsche – wurden auf Herz und Nieren überprüft. Für 105 Banken ging der Test gut aus, 25 fielen durch. Darunter mit der Münchner Hypothekenbank AG auch ein deutscher Vertreter. Die Bank weist eine Kapitallücke von 229 Millionen Euro auf. „Stichtag der Übung war allerdings der 31. Dezember 2013“, erläutert BaFin-Chefin Elke König. „Seitdem hat das Institut eine Kapitalerhöhung von 408 Millionen Euro vorgenommen, die die Lücke ohne weiteres schließt. In Deutschland gibt es also keine Bank mit einer ‚Netto-Kapitallücke‘.“

König zeigt sich insgesamt erfreut über das Abschneiden der deutschen Banken: „Fast alle haben die Ziellinie des Comprehensive Assessments erreicht, ohne auch nur eine Hürde zu reißen.“ Gleichzeitig warnt sie jedoch davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Aber die deutschen Institute stehen solide da. Auch unter dem strengen Blick der EZB haben ihre Bilanzen gehalten, was sie versprochen haben.“ Ein Lob gab es auch für die Entwicklung der Banken seit der Finanzkrise 2008: „Die durchschnittliche Kernkapitalquote aller deutschen Banken hat sich seitdem von 9,2 auf 15,0 Prozent im Jahr 2014 verbessert.“

Henderson: Gute Nachricht für Bankaktien

Henderson-Fondsmanager Chris Bullock erwartet durch die Ergebnisse einen kurzfristigen Impuls an den Märkten, da es nach dieser umfassenden Prüfung keine negativen Überraschungen gab. „Der geringe Bedarf an zusätzlicher Kapitalaufnahme, den die Analyse aufgezeigt hat, verringert das Verwässerungsrisiko – das ist positiv für Bankaktien, wird aber wohl nicht dazu beitragen, die Bilanzen der Banken fundamental zu verbessern.“ Der Fokus sollte sich jetzt auf die Angebotsseite des Kreditmarktes richten, insbesondere auf die in den nächsten Monaten gestellten Anforderungen an das harte Kernkapital.

Fidelity: „Grenzüberschreitende Ansteckungsgefahr hat abgenommen“

Eine aktivere Kreditvergabe mahnt auch Paras Anand, Leiter des europäischen Aktienteams bei Fidelity Worldwide Investment an: „Solange Banken weiterhin so vielen Kunden, die Kredite aufnehmen wollen, keine gewähren, wird es für das Finanzsystem schwierig werden, den wirtschaftlichen Aufschwung so zu unterstützen, wie es früher der Fall war.“ Eine höhere Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Kapitalausstattung und eine einheitliche Regulierung seien Schritte in die richtige Richtung. „Jedoch müssen  die Vorstandsetagen der Banken wir auch die Regulierer aufhören, nach hinten zu blicken und stattdessen anfangen, nach vorne zu schauen, um die Wirtschaft der Eurozone voranzubringen.“ Dennoch zeigt sich Anand vom Ergebnis des Stresstests angetan: „Das europäische Bankensystem befindet sich in einem wesentlich besseren Zustand, als es viele Marktbeobachter vor zwei Jahren für möglich gehalten hätten.“ Zudem sei deutlich weniger stark verwoben als in den Hochzeiten der Krise. „Die Art und Weise, wie die nationalen Zentralbanken die EZB-Liquidität genutzt haben, hat dazu geführt, dass die Wahrscheinlichkeit einer grenzüberschreitenden Ansteckungsgefahr definitiv abgenommen hat.“

MFS: „Kreditangebotsseite wird schwach bleiben“

„Die gute Nachricht ist, dass die Ergebnisse ein Segen für die wenigen Banken sein können, die unbeschadet durch diesen Prozess gesegelt sind“, kommentiert Erik Weisman, Portfolio Manager bei MFS Investment Management. „Für die verbliebenen angeschlagen Banken wird damit ein Anreiz geschaffen, mehr Vorteile aus dem angestrebten längerfristigen Refinanzierungsgeschäft zu ziehen.“ Doch aufgrund der kommenden stärkeren Maßnahmen wie Regularien, Aufsicht und Überwachung rechnet Weismann damit, dass die Kreditangebotsseite schwach bleiben werde. Immerhin sei ein wichtiger Schritt hin zu einer einzelnen Autorität im europäischen Bankensystem gegangen worden. „Dennoch kann diese aufkeimende Bankenunion schlussendlich nicht vollständig gelingen, ohne den Willen für eine zumindest teilweise gemeinsame Verwaltung der Staatsschulden innerhalb der Eurozone.“ Dies müsse zugleich mit dem Aufbau substanzieller Rücklagen unterstützt werden. „Andernfalls könnte der Wunsch einer Bankenabwicklung und Einlagensicherung auf der Ebene der Eurozone unerfüllt bleiben.“

Aberdeen: „Draghi steckt in der Zwickmühle“

Für Laurent Frings, Co-Head EMEA Credit Research bei Aberdeen Asset Management, war der Stresstest nur der erste Schritt in einem langwierigen und langjährigen Prozess hin zu einer Bankenunion. „Die größte Sorge besteht darin, ob die EZB das Rückgrat hat, die Banken über die nächsten Jahre hinweg angemessen zu überwachen.“ Die Mehrheit des mit der Überwachung beauftragten Personals komme von den nationalen Aufsichtsbehörden und sei einer politischen Beeinflussung in gefährlichem Maße ausgesetzt. Für Deutschland nennt BaFin-Chefin König die Zahlen: „Am Start waren Heerscharen von Bankmitarbeitern und in Spitzenzeiten allein in Deutschland rund 250 Aufseher und 1.700 Wirtschaftsprüfer.“ Was die Kreditvergabe der Banken angeht, ist Aberdeen-Mann Frings nicht sonderlich optimistisch: „Draghi steckt in der Zwickmühle“, sagt er. „Die EZB muss Banken einerseits dazu bringen, die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, und andererseits dazu zwingen, mehr Kapital zurückzuhalten, um das System sicherer zu machen.“ Es sei schwierig, beide Ziele in Einklang zu bringen. „Dabei herauskommen werden vermutlich suboptimale Kompromisse.“

(PD)

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