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Banker müssen keine Gehaltseinbußen fürchten

Banker müssen auch in Zukunft nicht darben.

Hohe Banker-Boni sind in der Kritik. Doch Banken und Versicherungen ziehen daraus ihre ganz eigenen Konsequenzen. Finanzdienstleister, die variable Vergütungen reduzieren, erhöhen dafür die Grundgehälter.

31.03.2016 | 14:56 Uhr von «Matthias von Arnim»

Seit der Finanzkrise fordern Regulierungsbehörden weltweit, variable Vergütungen in der Finanzbranche zu verringern. Hintergrund dieser Forderung ist die Einsicht, dass insbesondere die sogenannten Banker-Boni falsche Anreize gesetzt und mit dazu beigetragen haben, dass das Finanzsystem in den vergangenen 20 Jahren aus den Fugen geriet.

Die Beratungsagentur Mercer hat in einer aktuellen Studie bei 71 Finanzdienstleistungsunternehmen in 20 Ländern nachgefragt, ob und in welchem Umfang sie auf das Ansinnen der Politik bislang eingehen. Das Ergebnis des Mercer Global Financial Services Executive Compensation Snapshot Survey zeigt: Die Finanzdienstleister reagieren nur sehr zögerlich auf die Forderungen der Regulierungsbehörden, variable Vergütungen zu verringern. Eine Mehrheit von 61 Prozent der Finanzdienstleister weltweit will die derzeitigen Boni auf dem Niveau von 2015 halten. Gleichzeitig planen nur 34 Prozent, ihre Boni zu reduzieren, während fünf Prozent ihre variablen Gehälter sogar anheben wollen.

Sinkende Boni finden sich vor allem im Renten- und Börsenhandel (Positionen Fixed Income und Equities, 31 Prozent der Nennungen), während die variable Vergütung in Private Equity und im Retail Banking weitgehend gleich bleibt (81 Prozent und 84 Prozent der Nennungen).

Voraussichtliche Änderungen 2016 – Höhe der Boni sinkt leicht

Quelle: Mercer

Boni runter, Grundgehälter rauf

Gleichzeitig geben die Unternehmen an, die Grundgehälter für Führungskräfte 2016 um durchschnittlich 2,0 bis 2,7 Prozent erhöhen zu wollen. Regional gesehen fällt die Erhöhung der Führungskräfte-Grundgehälter in Europa und Nordamerika mit 2,3 und 2,4 Prozent am geringsten aus, asiatische und lateinamerikanische Unternehmen wollen dagegen im Schnitt 4,3 Prozent mehr zahlen. Die Grundgehaltssteigerungen bei Banken liegen generell leicht unter denen der Versicherungen. Bei steigenden Grundgehältern und fallenden Boni soll das Niveau der Führungskräftevergütung im Finanzsektor insgesamt in etwa gleich bleiben, wobei Schwankungen von fünf Prozent nach oben oder unten unternehmensspezifisch sind.„Der Trend zu höheren Grundgehältern und geringeren Boni wird von vielen Unternehmen kritisch gesehen“, sagt Bernd Thomaszik, Vergütungsexperte bei Mercer. „Denn dies erschwert die Belohnung richtigen und die Bestrafung falschen Verhaltens“. 

Belohnung für sorgfältige Risikoauswahl

Auf die Frage, wie ihr Unternehmen eine verantwortungsvolle Risikokultur fördert, nannten 93 Prozent der Befragten die Bestrafung von Fehlverhalten. 89 Prozent betonten die Rolle des Risikomanagements beim Setzen der Performance-Erwartungen. Mit 88 Prozent fast ebenso häufig genannt wurde die Kursbestimmung durch das Top-Management, beispielsweise durch Verhalten in der Führungsspitze, Kommunikation oder deutlich spürbare Konsequenzen. Training und Coaching von Mitarbeitern zum Thema Risikokultur wurde von 87 Prozent der Befragten genannt.

Die meisten Unternehmen des weltweiten Finanzsektors planen 2016 keine Veränderungen ihrer Incentive-Designs. 30 Prozent wollen eine stärkere individuelle Differenzierung ihrer Boni erreichen. 19 Prozent wollen das Gewicht nicht-finanzieller Leistungsparameter bei der Bestimmung der Bonushöhe erhöhen. Mehr als 15 Prozent der Finanzdienstleister planen eine stärkere Belohnung risikoangepassten Verhaltens auf Abteilungs- und Mitarbeiter-Ebene.

Geplante Änderungen des Incentive-Designs 2016: Trend zur Belohnung risikoadäquaten Verhaltens

Quelle: Mercer 

„Bei den Boni geht die Entwicklung derzeit in Richtung der Belohnung von gleichzeitig risikobewusstem wie ethisch und rechtlich korrektem Verhalten der Führungskräfte“, sagt Thomaszik. „Vereinfacht gesagt heißt das, Boni werden nicht mehr nur nach erreichten Ergebniszielen gezahlt, sondern nach risikogewichtetem Geschäft bei korrekt eingehaltenen Prozessen.“

Risikomanagement nicht besonders beliebt bei Bankern

Trotz des allmählichen Umdenkens in den Führungsetagen ist in der Branche das Thema Risikomanagement offensichtlich immer noch nicht besonders beliebt. Obwohl es im Finanzsektor eine immer zentralere Rolle spielt und praktisch alle Bereiche durchdingt, berichteten einige der befragten Unternehmen – vor allem in Nordamerika – dass es deutlich schwieriger geworden sei, die richtigen Mitarbeiter für entsprechende Funktionen (Risiko, Legal und Compliance) zu finden und zu halten.

(MvA)

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