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Banken: Beratung wird zu teuer und zu umständlich

(Foto: Bundesverband deutscher Banken)

Laut BdB-Präsident Peters haben die Banken durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB im vergangenen Jahr rund 4 Mrd. Euro verloren. Zudem belaste die Umsetzung von MiFID II die Finanzhäuser. Er fordert ein Umdenken der Politik.

05.04.2017 | 10:30 Uhr von «Dominik Weiss»

Im aktuellen Interview mit der Börsen-Zeitung nimmt der Ehrenpräsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Dr. Hans-Walter Peters, Stellung zur gegenwärtigen Situation der deutschen Finanzinstitute, der Umsetzungsproblematik von MiFID II sowie der anhaltend expansiven Geldpolitik der EZB.
Peters wünscht sich zum zehnten Jahrestag  der Finanzkrise vor allem mehr Stabilität für die deutschen Bankhäuser. Der 62-Jährige sieht die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Solidität derzeit zu stark an die gute Konjunkturlage in Deutschland gebunden. Er wendet sich gegen weitere politische Regulierungen, die für die Banken jetzt schon eine zu hohe Belastung darstellten. 

Im Hinblick auf die Bewältigung der europäischen Finanzkrise fordert Peters „Die Regulierung müsste jetzt einmal durch geschüttelt werden, um zu sehen, was ist angemessen und sinnvoll und was sind auf der anderen Seite unnötige Hemmnisse, die letztlich die Finanzierung des Wirtschaftswachstum behindern“. 
Insbesondere bei der Umsetzung von MiFID II sieht der Chef der Privatbank Berenberg Nachbesserungsbedarf. So sei die Umsetzung der Richtlinie „kostenintensiv“ und verändere das „Vertrauensverhältnis zwischen Bank und Kunde grundlegend“. Er warnte in diesem Zusammenhang vor Wettbewerbsnachteilen durch nationale Überregulierung. 

Peters kritisiert, MiFID II entmündige den Anleger, da die Regelung dessen informationelles Selbstbestimmungsrecht einschränke. Die Kosten dieser „Entmündigung“ müssten die Banken tragen. Viele Banken zögen sich daher zu Lasten der Kunden und des Wettbewerbs aus dem Beratungsgeschäft zurück. 

Er begrüßte dagegen, dass Banken mit einer Bilanz bis zu 1,5 Mrd. Euro von den Melde- und Offenlegungspflichten entbunden sind. Ihm geht dieser Schritt nicht weit genug. Seiner Meinung nach wäre es vernünftig, angesichts des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes diese Regelung auf Institute mit einer Bilanz bis zu 30 Mrd. Euro auszudehnen.Wegen der weiterhin expansiven Niedrigzinspolitik der EZB hätten die Banken „vermutlich etwa 4 Mrd. Euro Negativzinsen an die EZB gezahlt“. Dieses Geld würde den Instituten auf der Ertragsseite fehlen. An der Niedrigzinspolitik fest zu halten, findet Peters unangemessen. Er konstatiert der EZB in diesem Zusammenhang eine willkürlichen Gebrauch wirtschaftlicher Maßstäbe. So habe die EZB bei der Legitimation ihres Anleihenkaufprogramms die Inflationsrate ignoriert und stattdessen die Maßnahme mit dem harmonisierten Verbraucherpreisindex begründet. Heute argumentierten die Brüsseler Regulatoren dagegen, die Kernrate der Inflation sei für eine Änderung der Geldpolitik noch immer nicht ausreichend. Peters hält das für unglaubwürdig „ Wenn Sie mit Ihrem Auto gegen einen Baum fahren und immer weiter ständig Gas geben, müssen Sie doch irgendwann merken, dass Sie da nicht durchkommen“ so der Bankenpräsident. Geldpolitik brauche eine ruhige Hand aber auch ein Gespür für Angemessenheit, so Peters weiter, der richtige Zeitpunkt für eine Zinswende dürfe nicht verpasst werden.

(DW)

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