Die DWS hat in den ersten neun Monaten 2026 so viel Geld eingesammelt wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Das verwaltete Vermögen stieg auf 1,221 Billionen Euro. Auch beim Gewinn legte der Vermögensverwalter deutlich zu – vor allem dank höherer Managementgebühren.
28.10.2026 | 09:45 Uhr
Die Fondsgesellschaft DWS hat ihren Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten 2026 um elf Prozent auf 1,006 Milliarden Euro gesteigert. Das Konzernergebnis wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 731 Millionen Euro. Rückenwind kam von kräftigen Mittelzuflüssen und höheren Managementgebühren.
Zugleich verbesserte sich die Aufwand-Ertrag-Relation, eine wichtige Kennzahl für die Kosteneffizienz, auf 57,7 Prozent nach 59,7 Prozent im Vorjahr. Auch bei den Zuflüssen und beim verwalteten Vermögen erreichte die Deutsche-Bank-Tochter neue Höchststände. Das gesamte Nettomittelaufkommen belief sich von Januar bis September auf 66,7 Milliarden Euro. Damit übertraf die DWS bereits nach neun Monaten die Mittelzuflüsse jedes vollständigen Geschäftsjahres seit ihrem Börsengang.
Besonders gefragt waren passive Anlageprodukte einschließlich der ETF-Marke Xtrackers. Allein im dritten Quartal flossen dem Bereich Passive Asset Management netto 15,8 Milliarden Euro zu – ein Rekordwert. Auch Cash-Produkte, darunter kurzfristige Geldmarktanlagen, verzeichneten mit 13,9 Milliarden Euro kräftige Zuflüsse. Im langfristig verwalteten Vermögen, das Cash-Produkte und Advisory Services nicht umfasst, sammelte die DWS im dritten Quartal 16,6 Milliarden Euro ein. In den ersten neun Monaten summierte sich dieser Wert auf 34,8 Milliarden Euro.
Neben passiven Anlagen trugen systematische und quantitative Strategien sowie Multi-Asset- und alternative Anlagen zum Wachstum bei. Nicht alle Bereiche entwickelten sich gleichermaßen positiv: Im aktiven Aktienmanagement verzeichnete die DWS im dritten Quartal Nettoabflüsse von einer Milliarde Euro. Auch aus aktiv verwalteten Anleihenfonds zogen Anleger per saldo 300 Millionen Euro ab.
Das gesamte verwaltete Vermögen erhöhte sich im dritten Quartal um 31 Milliarden Euro auf den Rekordstand von 1,221 Billionen Euro. Seit Ende 2025 beträgt der Zuwachs 136 Milliarden Euro. Das langfristig verwaltete Vermögen erreichte 1,064 Billionen Euro und lag damit 101 Milliarden Euro über dem Jahresendstand 2025. Neben den Nettomittelzuflüssen halfen positive Wechselkurseffekte. Die Marktentwicklung wirkte sich beim langfristig verwalteten Vermögen im dritten Quartal dagegen negativ aus.
Die Erträge stiegen in den ersten neun Monaten um sechs Prozent auf 2,378 Milliarden Euro. Haupttreiber waren die Managementgebühren, die aufgrund des höheren durchschnittlich verwalteten Vermögens um elf Prozent zunahmen.
Die Kosten erhöhten sich im selben Zeitraum um zwei Prozent auf 1,372 Milliarden Euro. Gründe waren unter anderem mehr Personal, höhere aktienkursabhängige Vergütungen und zusätzliche Ausgaben für fondsbezogene Dienstleistungen. Im dritten Quartal konnte die DWS ihre Kosten gegenüber dem Vorquartal allerdings um zwei Prozent auf 459 Millionen Euro senken.
Für das Gesamtjahr sieht sich Vorstandschef Stefan Hoops auf Kurs, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Strategisch will die DWS ihr Geschäft mit alternativen Anlagen ausbauen. Dazu hat sie im Oktober verbindliche Vereinbarungen zur Übernahme des Immobilien-Asset-Managers Peakside Capital Advisors unterzeichnet. Der Abschluss wird vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen bis Ende 2026 erwartet. (jk)
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