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Anlagestrategie

Börsennotierte Beteiligungsunternehmen als Anlageklasse

Gunter Burgbacher ist überzeugt davon, dass sein Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen (AFB) besser ist als die einzelnen Beteiligungsunternehmen in seinem Portfolio.

21.10.2022 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Beteiligungsunternehmen sind komplexe Gebilde. Sie investieren in viele einzelne Gesellschaften. Damit ähneln sie von der Idee her Investmentfonds. Sie sind aber selbst Firmen – und manchmal auch börsennotiert, also Aktiengesellschaften. Gunter Burgbacher von der Vermögensverwaltung Haberger AG vereint beide Formen miteinander. Sein Aktienfonds AfB investiert in Beteiligungsunternehmen. Der Fonds hat somit etwas von einer Matrjoschka-Puppe: Schraubt man eine Puppe auf, steckt schon die nächste kleinere drin. Auf der TiAM Investment-Konferenz am Alpsee verrät Gunter Burgbacher, warum sein Fonds mehr ist als dessen Einzelteile.

Burgbacher beschreibt börsennotierte Beteiligungsunternehmen als eigene Anlageklasse und erklärt deren Stärken. Als klassisches Beispiel nennt Burgbacher das Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway, vor Jahrzehnten gegründet von der Anlagerlegende Warren Buffett. Er zeigt dezidiert dessen Strategie und die wichtigen Rendite- und Risikokennzahlen auf. Buffetts Prinzip funktioniere, vereinfacht gesprochen, so: Investiere in unterbewertete Unternehmen, zum Teil auch auf Pump. Und dann warte, bis sich der Gewinn einstellt. Verkaufe, wenn es an der Zeit ist. Aber nicht zu früh. Vielleicht auch gar nicht, wenn die Unternehmen für einen hohen Cashflow sorgen. „Buffets Beteiligungs-Unternehmen investiert in über 50 Unternehmen gleichzeitig. Versicherung, Energie, Herstellung, Fertighäuser… Es sind viele Branchen dabei. Das Portfolio ist breit gestreut. Viele der Unternehmen haben Erfolgsgeschichten geschrieben. Apple zum Beispiel, eine der bekanntesten und größten Unternehmen im Berkshire-Hathaway-Universum“, sagt Gunter Burgbacher. Berkshire Hathaway sei ein Vorbild für viele Beteiligungsfirmen, Holdings und Mischkonzerne. Ihr Vorteil sei ein breiter Investmentfokus und eine hohe Diversifikation bei den Investmentstrategien. Das Ziel sei bei allen eine stetige Verbesserung ihrer eigenen Investitionsstruktur. Diese erfolge entweder durch Akquisitionen oder auch durch aktives Eingreifen in die Geschäfte der einzelnen Firmen. „Betrachtet man Beteiligungsunternehmen als eigene Anlageklasse im Vergleich zu anderen Bereichen, wie zum Beispiel Private Equity (LPX), zeigt sich, dass Beteiligungsunternehmen eine enorme Stabilität aufweisen“, so Burgbacher. Konkret lasse sich dies an einer Kennzahl festmachen: Der Maximum Drawdown, also der höchste zwischenzeitliche Wertverlust, sei bei Beteiligungsunternehmen niedriger als bei deren Vergleichsindizes.

Anhand von konkreten Beispielen erklärt Burgbacher, wie die Unternehmen aufgestellt sind, wie sie funktionieren und wie sie für Wachstum sorgen. Ein Beispiel ist der Konzern Investor AB, der der schwedischen Familie Wallenberg gehört. Investor AB verfolgt eine klassische Buy and Hold-Strategie und hält oft über Jahrzehnte hinweg an seinen Beteiligungen fest. Investor AB mischt sich in deren Unternehmenspolitik ein, investiert, strukturiert und achtet darauf, dass die Gesamtstruktur der Titel im Portfolio funktioniert. Synergieeffekte werden konsequent gehoben. Das Portfolio von Investor AB sei deshalb deutlich mehr wert als die Summe seiner Einzelteile.

Als weiteres Beispiel nennt Gunter Burgbacher das Unternehmen Latour: Das sei ähnlich aufgebaut wie Berkshire Hathaway, könne aber flexibler agieren. Hier würden insbesondere kleinere Firmen nach dem Value-Prinzip gekauft. Sie würden im Portfolio von Latour ähnlich wie bei Berkhire zusammenwirken, nämlich in einer Kombination aus Wertzuwachs und Cashflow-Gebern. Darunter befänden sich mehrere Firmen, die Weltmarktführer in ihren Branchen seien. Dass Latour überaus erfolgreich investiere, zeige die Performance – nämlich mehr als 100.000 Prozent Wertentwicklung der Aktie seit der Gründung.

Was die Portfolioausrichtung angehe, gingen manche Beteiligungsunternehmen einen deutlich fokussierteren Weg als Berkshire Hathaway, erklärt Gunter Burgbacher. Die norwegische Firma Aker zum Beispiel investiere seit Jahren gezielt in Unternehmen aus dem den Bereich der Erneuerbaren Energien. Auch Altius verfolge einen ganz eigenen Ansatz. Der Fokus liege hier im Rohstoffbereich. Altius steige bei schuldenfreien Unternehmen mit starkem Cashflow ein. Dazu zählten sogenannte Royalty Assets, also Rohstoffunternehmen, die nicht selbst Minen unterhalten, sondern die Förderung von Rohstoffen finanzieren und dann an den Gewinnen beteiligt sind. Altius halte seine Beteiligungen im Durchschnitt länger als 38 Jahre.

Unternehmen wie Latour, Aker und Altius, die im Portfolio des AFB vertreten sind, sorgten mit ihren unterschiedlichen Investmentstrategien für eine zusätzliche Diversifizierung im Fonds, sagt Gunter Burgbacher. Der Fondsmanager geht bei seinen Investitionen ähnlich vor wie seine Zielobjekte: „Ich investiere im Zyklustief und verkaufe im Zyklushoch“, so Burgbacher. So sehe er beispielsweise in Ankündigungen von Börsengängen, an denen die Beteiligungsunternehmen oft auch weiterhin beteiligt blieben, Kaufgelegenheiten.

Sein Fazit: Kombiniere man verschiedene börsennotierten Beteiligungsunternehmen miteinander in einem Portfolio, erhalte man ein großes Portfolio an unterbewerteten Titeln, die im Paket oft unter Substanzwert gehandelt würden. Anleger, die in den Artikel-8-Aktienfonds, aufgelegt bei der Greiff capital management AG, investierten, profitierten so nicht nur vom Wissen und den Strategien der einzelnen Beteiligungsunternehmen, sondern auch von deren verschiedenen Anlagestilen. Wichtig dabei: In dem Portfolio stecke viel Antizyklik. Denn die großen Player seien geübt darin, die Chancen zu erkennen und zu nutzen. Es sei schließlich ihr Kerngeschäft, kühlen Kopf zu bewahren.

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