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Nachhaltigkeit: Keine Auskunft unter dieser Nummer

Finanzberater müssen ihre Kunden zukünftig zu ihrer Nachhaltigkeitspräferenz befragen und über nachhaltige Produkte informieren. Offensichtlich ist die Finanzindustrie schlecht darauf vorbereitet. Das zeigt eine aktuelle Studie.

09.10.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Der ESG-Fondsmarkt in Deutschland spielt eine immer wichtigere Rolle. Einer aktuellen Studie des Branchenverbandes BVI zufolge hat das in nachhaltigen Fonds angelegte Vermögen die Marke von 100 Milliarden Euro bereits deutlich überschritten. Rund die Hälfte davon liegt in Publikumsfonds. Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren noch zunehmen. Dafür sorgt schon der Gesetzgeber, der Fondsgesellschaften und Finanzberater in die Pflicht nimmt, dafür zu sorgen, dass Anleger sich zunehmend für nachhaltige Produkte entscheiden. So müssen Fonds spätestens ab März 2021 Vorlagen für Informationen zur Nachhaltigkeit in ihre Verkaufsprospekte aufnehmen. Die Vorlagen werden derzeit von den europäischen Aufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities, kurz ESAs genannt) entwickelt. Der Prozess befindet sich auf der Zielgeraden. Ab dem Jahr 2022 sollen Finanzberater dann ihre Kunden aktiv danach fragen, ob sie eine Nachhaltigkeitspräferenz haben und, falls ja, daraufhin ein für den Kunden geeignetes Produkt auswählen. Diese Vorgabe wird die Beratungspraxis vermutlich grundlegend ändern. Denn die Berücksichtigung von ESG-Kriterien wird bald ebenso wichtig wie die von Performancekennzahlen.

Dass dieses Umdenken manchen Finanzdienstleistern und Beratern schwerfallen könnte, deutet sich an. Denn Kunden, die derzeit vorpreschen und von sich aus nach geeigneten Produkten fragen, haben große Probleme, geeignete Ansprechpartner zu finden. Das jedenfalls zeigt die aktuelle Studie „Wie halten es die Anleger mit der Nachhaltigkeit?“, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere aufgelegt hat. Der Studie zufolge gaben lediglich sieben Prozent der Befragten an, dass sie einen Ansprechpartner für nachhaltige Kapitalanlagen kennen. Mehr als drei Viertel ist eine solche kundige Kontaktperson zum Beispiel bei der Hausbank oder bei dem Vertriebsunternehmen, das in der Vergangenheit Beratung in Sachen Kapitalanlage leistete, unbekannt. Auch bemerkenswert: Bank- und Anlageberater schlagen ihren Kunden offensichtlich bislang nur sehr selten nachhaltige Kapitalanlagen vor.

„Damit ist selbst für jene Anleger, die potenziell für eine nachhaltige Kapitalanlage in Frage kommen, weil sie zum Beispiel auch in anderen Lebensbereichen wie zum Beispiel beim Einkauf auf Nachhaltigkeit achten, eine wesentliche Voraussetzung nicht gegeben“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. „Sie wissen ohne eigene vorherige Recherche gar nicht, wo es solche Produkte gibt und an wen sie sich wenden sollen.“ Dabei zieht sich das Manko eines geeigneten Ansprechpartners quer durch sämtliche Bevölkerungsgruppen. Selbst unter den Befragten mit einem hohen Einkommen und/oder einem großen Vermögen, bei denen man eine intensivere Betreuung unterstellen kann, geben nur wenig mehr an, einen solchen Ansprechpartner oder Anbieter zu kennen.

Unterm Strich deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass in bestehenden Bank- oder Beraterverbindungen nachhaltige Kapitalanlagen noch keinerlei Rolle spielen. Angesichts der aktuellen und noch der absehbar steigendenden Relevanz dieses Themas ist das mehr als erstaunlich.

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