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Biotech-Firmen und die Jagd nach dem Corona-Impfstoff

Im Zuge der Covid-19-Pandemie richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf Biotechnologiefirmen, die an Medikamenten oder einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus forschen. Als Anlagetipp taugen deren Aktien jetzt aber aus mehreren Gründen kaum.

23.03.2020 | 15:01 Uhr von «Julia Groth»

Im Kampf gegen das Coronavirus ruht die Hoffnung der Menschheit auf Wissenschaftlern, die an Medikamenten und an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 forschen. Das klingt pathetisch, ist aber nicht übertrieben: Je rascher es einen Impfstoff oder ein gut wirkendes Medikament gibt, desto eher können die weitreichenden Restriktionen gelockert werden, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben rund um den Globus nahezu zum Stillstand gebracht haben. Die fieberhafte Jagd nach einem Impfstoff rückt Biotechnologie-Unternehmen ins Zentrum des öffentlichen Interesses. So gab es kürzlich einen Aufschrei in Deutschland, als die Nachricht die Runde machte, US-Präsident Donald Trump wolle die Tübinger Firma Curevac kaufen, um einen möglichen Corona-Impfstoff des Unternehmens exklusiv für US-Bürger zu sichern.

Was das neu erwachte Interesse an Biotech-Firmen für Investoren bedeutet, lässt sich bislang schwer sagen. Klar ist nur: Die Branche steht jetzt unter Beobachtung. „Wir arbeiten derzeit an einer Analyse, welche konkreten Auswirkungen die Corona-Krise auf Biotech-Unternehmen haben wird“, sagt David Polak, Investment-Chef bei der Capital Group. In den Aktienkursen der Firmen macht sich die gestiegene Aufmerksamkeit noch nicht bemerkbar. Sowohl US-amerikanische als auch deutsche Branchenindizes sind zusammen mit dem Gesamtmarkt abgestürzt. Seit einigen Tagen ist zwar im Biotech-Sektor – anders als am breiten Markt – eine leichte Erholungstendenz zu beobachten. Diese ist aber noch zu jung, um Aussagekraft zu besitzen.

Investoren sollten aus mehreren Gründen eher nicht davon ausgehen, dass sich bei Biotech-Aktien jetzt attraktive Einstiegschancen ergeben, sagen Anlageexperten. Erstens treffen der globale Shutdown und die Verwerfungen an den Finanzmärkten auch die Biotech-Branche. „Wenn es so richtig regnet, werden alle nass“, sagt Rudi Van den Eynde, leitender Fondsmanager der Biotechnologie-Strategie bei der Investmentgesellschaft Candriam. „Fest steht: Die Geschäftszahlen der nächsten zwei Quartale werden nicht gut aussehen.“

Ein Dienst an der Menschheit ist kein Profittreiber

Der zweite Grund, weshalb Biotech-Aktien derzeit mit Vorsicht zu genießen sind: Die Suche nach einem Corona-Impfstoff oder einem Medikament hat einen weltweiten Wettstreit der Forscher in Gang gesetzt. „Viele Unternehmen der Healthcare- und Biotech-Branche arbeiten momentan mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes“, sagt Van den Eynde. Wer das Rennen macht, ist völlig offen. Steht der Sieger fest, werden die restlichen Unternehmen außer den branchentypischen, hohen Forschungskosten wohl nichts von der Pandemie gehabt haben.

Drittens ist die Entwicklung eines Impfstoffes nur der Anfang. „Die Herstellung von mutmaßlich hundert Millionen Impfdosen für die Bevölkerung bedeutet eine Kraftanstrengung für die Branche“, erklärt der Candriam-Experte. Und viertens dürfte die Marge desjenigen, der einen Impfstoff entwickelt, eher bescheiden ausfallen: Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden Politiker es dem betreffenden Unternehmen nicht gestattet, einen hohen Preis für den Stoff zu verlangen, der dem globalen Corona-Spuk endlich ein Ende setzen wird.

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