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Dr. Markus C. Zschaber: In Tarnkappen-Technologie investieren

Unsichtbare Fahrzeuge, durchsichtige rahmenlose Displays oder Datenbrillen: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Technologie aus dem Bereich der Science-Fiction eher früher als später Serienreife erreicht.

22.10.2021 | 12:45 Uhr von «Dr. Markus C. Zschaber»

Eine Technologie, die das Zeug für die nächste Revolution hat, sind Meta Materialien. Die Definition beschreibt Meta Materialien als künstliche Werkstoffe, die bestimmte optische, magnetische oder elektrische Eigenschaften haben, die es so in der Natur nicht gibt. Häufig verweisen Experten auf mögliche Tarnkappen: Da Meta Materialien optische Wellen beeinflussen, lässt sich der Brechungsindex des Lichts ins Negative verkehren und das Licht so um ein Objekt herumleiten. Für das Militär wäre eine solche Technologie revolutionär.

Zahlreiche zivile Einsatzzwecke sind ebenfalls denkbar. Da Meta Material äußerst klein ist und elektrische Eigenschaften haben kann, sind etwa Displays in Brillengläsern, Fensterscheiben oder im Auto leicht umzusetzen.

Obwohl die Technologie Zukunftsmusik ist, rückt der Einsatz immer näher. Das US-Unternehmen Meta Materials (ISIN: US59134N1046) ist nach eigenen Angaben auf dem Weg dazu, Meta Materialien kostengünstig in Serie herzustellen.

Das Unternehmen nennt als mögliche Einsatzzwecke Fensterscheiben, die so beschichtet sind, dass bestimmte Wellen, wie etwa 5G-Signale, so reflektiert werden, dass die Netzabdeckung optimiert wird. Bald könnte es transparente 5G-Antennen geben, die in Glasscheiben integriert werden könnten. Weitere Branchen die profitieren könnten, sind die Automobilindustrie, regenerative Energien und die Medizintechnik. Insgesamt schätzt das an der Nasdaq notierte Unternehmen den Markt für Meta-Materialien bis 2030 auf 10,7 Milliarden US-Dollar.

Stand heute ist der Markt noch sehr klein und es ist keinesfalls klar, ob Meta-Materialien künftig in jeder Autoscheibe stecken oder ob sie Solarzellen dünner und leistungsfähiger machen. Dass aber die Aktie von Meta Materials ein heißes Eisen ist, belegt der Kurssprung den die Aktie im Juni in schwindelerregende Höhen geführt hat und der anschließend nahezu komplett wieder korrigiert wurde.

Doch es geht auch ohne Hot Stocks von der Nasdaq. Unter anderem befassen sich Chemieunternehmen wie 3M (ISIN: US88579Y1010), BASF (ISIN: DE000BASF111) oder Covestro (ISIN: DE0006062144) mit Meta-Materialien. Auch bei Samsung (ISIN: US7960502018) oder Lockheed Martin (ISIN: US5398301094) hat man das Thema auf dem Schirm.

Wer ein breit diversifiziertes Portfolio hat, profitiert von den Chancen rund um Meta-Materialien womöglich ohnehin schon. Um punktuell Akzente zu setzen, sollten Anleger berücksichtigen, dass es nicht immer die Pioniere rund um eine neue Technologie sind, die am Ende das Rennen machen. Bei Titeln wie Meta Materials kommt es darüber hinaus darauf an, schon beim Einstieg Vernunft walten zu lassen. Kurzfristige Hypes und steile Kursanstiege sind nur in den seltensten Fällen eine gute Basis für langfristig tragfähige Investments.

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