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Kündigungswelle befürchtet: Experten warnen vor Gefahr für Lebensversicherungen

Eine mögliche Stornowelle durch Versicherte könnte den deutschen Lebensversicherungen schwer zusetzen, sagen Versicherungsexperten voraus. Was Berater jetzt wissen sollten.

14.09.2020 | 09:20 Uhr von «Bernhard Bomke»

"Das schlimmste liegt noch vor uns", sagt Carsten Zielke, Chef des Analysehauses Zielke Research Consult. Die Aachener haben soeben ihre Versicherungssstudie 2020 veröffentlicht und klingen darin noch weniger entspannt als vor einem Jahr. Seinerzeit sprach Zielke in Bezug auf diverse Versicherungen, darunter neben Lebens- auch private Kranken- sowie Sachversicherungen, von "trügerischer Ruhe". Nun schlägt der Experte Alarm. Den Lebensversicherungen, so befürchtet er, dürfte eine Kündigungswelle bevorstehen, weil viele Versicherte mit Blick auf corona-bedingte Einkommensausfälle ihre verbliebenen flüssigen Mittel benötigten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Für Versicherungsbeiträge sei da keine Luft mehr. Aus dem Kreis der von den Folgen der Pandemie besonders stark Betroffenen hebt er beispielhaft die vielen Kulturschaffenden hervor, die mangels Auftritten seit Monaten kaum mehr oder gar keine Einnahmen mehr erzielen.

Lebensversicherungen sollen nachhaltiger wirtschaften und noch viel häufiger Kredite absichern

Um für die Versicherten attraktiv zu bleiben, empfiehlt Zielke den Anbietern, die Möglichkeit der Beleihung stärker in den Blick zu nehmen, um auf diese Weise Zinsgewinne und Überschussbeteiligungen der Kunden soweit wie möglich zu sichern. Mit dem Beleihen von Lebensversicherungen ist das Absichern von Krediten gemeint. Hiermit, so Zielke weiter, könnten die Assekuranzen zeigen, "dass es sich lohnt, die Versicherung zu halten." Mit Blick auf die virulenten Stichworte Nachhaltigkeit und Klimaschutz rät der Versicherungsexperte den Anbietern obendrein dazu, stärker mit nachhaltigem Wirtschaften zu werben.

Mehr Rendite der Lebensversicherer mit mehr Aktien

Damit die Lebensversicherer ihre Garantieversprechen einhalten können, sollten sie nach den Worten Zielkes dem Beispiel Österreichs folgen und ihre Aktienquoten erhöhen. In der Alpenrepublik sind die Lebensversicherer mit 15 Prozent in Aktien investiert. Für Deutschland nannte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Stichtag 31. Dezember 2019 hingegen nur eine Aktienquote von 5,2 Prozent. "Nur eine höhere Aktienquote kann den Lebensversicherern aus der Misere helfen", heißt es in der Zielke-Studie.
Den Ratschlag mit mehr Investments in Aktien gibt die Studie auch den Privaten Krankenversicherungen. Die seien zwar solvent, aber ihre hauptsächlich auf Staatsanleihen fußende Anlagepolitik sei zu konservativ.

Studie verlangt Absicherung der Gastronomie auch in Pandemiefällen

Und noch ein Blick auf die Sachversicherer: Die meldeten zwar "zufriedenstellende Kennzahlen", aber sie litten unter einem Vertrauensverlust. Als wesentliche Ursache nennt die Studie die Weigerung vieler Assekuranzen, die infolge der Corona-Pandemie erfolgte Zwangsschließung gastronomischer Betriebe als Schadensfall anzuerkennen. So seien viele Gastwirte in finanzielle Schieflage geraten.
Zielke fordert, an dieser Stelle künftig für eine Deckung auch in Pandemiefällen zu sorgen. Dazu solle der Staat eine Rückversicherungslinie bereitstellen. Das könne die Versicherer in die Lage versetzen, "eine allumfassende Betriebsunterbrechungsversicherung" anzubieten.

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