Ulrich Kaffarnik, Mitglied der Geschäftsleitung der DJE Kapital AG, zeigt ein sehr differenziertes Bild der Kapitalmärkte. Sein zentrales Fazit: Trotz hoher Unsicherheit zeigt sich die Weltwirtschaft erstaunlich robust – und eröffnet selektive Chancen für Investoren.
11.08.2026 | 13:30 Uhr
Geopolitik, Geldpolitik und strukturelle Trends bleiben für die Finanzmärkte die entscheidenden Einflussfaktoren, so Kaffarnik. Ein starker Treiber ist weiterhin die US-Wirtschaft, die sich trotz schwacher Verbraucherstimmung als widerstandsfähig erweist. Der Konsum bleibt stabil, getragen von einkommensstarken Haushalten. Gleichzeitig relativiert Kaffarnik die Bedeutung geopolitischer Themen wie Zölle oder Ölpreisschocks: „Viele dieser Risiken erweisen sich als kurzfristige Marktaufreger ohne nachhaltigen Effekt auf das globale Wachstum.“
Ein zentraler Wachstumsimpuls kommt aus dem Technologiesektor. Die Investitionen der großen US-Technologiekonzerne („Hyperscaler“) steigen massiv und erreichen historische Größenordnungen. Kaffarnik sieht hierin einen stabilen Investitionszyklus, warnt jedoch vor Übertreibungen: „Nicht alle werden am Ende zu den Gewinnern gehören.“

Für Anleger bedeutet das eine klare Fokussierung auf Qualitätsunternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen. Kaffarnik erwartet eher sinkende Inflationsraten und eine Stabilisierung der Zinsen statt einer zweiten Inflationswelle. Damit verbessert sich perspektivisch das Umfeld für Anleihen deutlich.
Gold ist wieder interessant
Für die Kapitalmärkte ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Aktien bleiben attraktiv, allerdings mit begrenztem Aufwärtspotenzial nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate. Kaffarnik erwartet eher seitwärts tendierende Märkte mit erhöhter Volatilität. Zugleich gewinnen Anleihen an Bedeutung, da das Renditeniveau langfristig attraktive Einstiegschancen bietet.
Bei Aktien sieht Kaffarnik klare Schwerpunkte: Technologie bleibt strukturell interessant, insbesondere im Bereich Halbleiter und künstliche Intelligenz, trotz erhöhter Bewertungen. Gleichzeitig gewinnen Energie und ausgewählte zyklische Titel an Bedeutung. Asien und USA bleiben attraktiv, Europa bietet selektive Chancen – etwa im Euro Stoxx 50 nach dem langfristigen Ausbruch –, während der DAX aufgrund hoher Bewertungen vorsichtiger zu betrachten ist.
Auch alternative Anlageklassen spielen eine Rolle: Gold hält Kaffarnik nach der starken Korrektur der letzten Monate wieder für interessant. Beim Ölpreis rechnet er nicht mit dauerhaft hohen Niveaus – kurzfristige Ausschläge bleiben möglich, strukturell sieht er jedoch keine nachhaltige Angebotskrise.

Abschließend empfiehlt Kaffarnik Investoren eine breit diversifizierte Anlagestrategie mit aktivem Management: „Timing ist erfahrungsgemäß allerdings sehr schwer, entscheidend ist die richtige Asset-Allokation.“ Anleger, die auf die Investmentideen und Asset-Allokation aus dem Hause DJE setzen wollen, können in den mehrfach ausgezeichneten Mischfonds DJE Zins & Dividende investieren.
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