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Corona und das neue „Normal“

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf wichtige kommende Ereignisse. Diesmal im Fokus: unsere Investmentkonferenz in Berchtesgaden, Teil II.

19.10.2020 | 10:55 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Das Ereignis der Woche war aus Sicht der Redaktion die FondsConsult Investment-Konferenz der €uro Advisor Services in Berchtesgaden. Am Donnerstag und Freitag trafen sich in exklusivem Rahmen Asset Manager, Finanzberater und Vermögensverwalter, um Vorträgen von Top-Experten verschiedener Fondsgesellschaften zu folgen und auch selbst mitzudiskutieren. FundResearch berichtete bereits über die Vorträge am Donnerstag.

Am Freitag folgte Teil II:

Zunächst eröffnete Axel Drwenski von KGAL Investment Management den Tag mit einem interessanten Vortrag über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Immobilienmärkte. Die Corona-Pandemie sei ein typischer Schwarzer Schwan, der in drei Phasen zu bewältigen sei: medizinisch, wirtschaftlich und politisch/gesellschaftlich – wobei wir gerade erst am Übergang zur dritten Phase seien. Die Pandemie werde unser Denken noch lange bestimmen. Und das wiederum werde natürlich auch wieder wirtschaftliche Implikationen haben. So sei die Stimmung in der Immobilienwirtschaft zum Beginn des vierten Quartals 2020 zwar wieder besser als im Frühjahr. Doch von Optimismus sei man noch weit entfernt. Der Transaktionsmarkt sei europaweit um 20 Prozent eingebrochen, ebenso der Vermietungsmarkt in den deutschen Großstädten. Auch das Thema Homeoffice beschäftigt die Branche: Wird die Nachfrage nach Büroimmobilien sinken? Umfragen zeigen Erstaunliches: In Zukunft dürfte der Bedarf sogar noch steigen. Allerdings werden sich wohl neue Bürokonzepte durchsetzen. Bei den Spitzenmieten für Büroimmobilien erwartet man nur einen kurzfristigen Rückgang. Es deutet sich bereits an, dass es auch hier keine nachhaltig negative Veränderung geben wird. Für die langfristige Anlagestrategie werde man auf eine breite Diversifizierung setzen, so Drwenski. Aber sei eigentlich nichts Neues.

Dr. Maximilian Thaler von Lloyd Fonds erklärte im anschließenden Vortrag, wer aus seiner Sicht die strukturellen Gewinner im Mittelstand sind. Das Leben mit Corona sei nun „The New Normal“, so Thaler. In solchen Situationen zeige sich, welche Unternehmen die wirtschaftlichen Ressourcen und das nötige innovative Personal haben, um schnell und flexibel reagieren zu können. Die Spanne zwischen den Top-Performern und dem restlichen Unternehmen sei jetzt nochmals größer geworden. Unter den europäischen Mittelständlern fänden sich hier besonders viele Hidden Champions, die sich als besonders anpassungsfähig zeigen. Indizien dafür lieferten die Unternehmensberichte zum Ende des zweiten Quartals. So seien die Kosten für Verwaltung, Forschung und Vertrieb im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt deutlich gesunken. Gleichzeitig täten sich nun Firmen einiger Branchen besonders hervor. Dazu zählten etwa Softwarehersteller im Gesundheitswesen, E-Commerce-Spezialisten und Unternehmen, die vom Trend zu mehr Umweltschutz profitieren, wie zum Beispiel Recyclingfirmen. Der Lloyd Fonds European Hidden Champions, so beschreibt es Maximilian Thaler, konzentriere sich vor diesem Hintergrund auf wachstumsstarke und innovative Mittelständler mit einer Marktkapitalisierung von bis zu fünf Milliarden Euro. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf Unternehmen, die in ihren Nischenmärkten führend und in der Öffentlichkeit wenig bekannt seien.

Zum Ausklang des Tages in Berchtesgaden gab Dr. Michael Heise mit seinem Vortrag „Wirtschaft und Finanzen in 2021: Was kommt nach dem Corona Schock?“ einen Ausblick auf die kommenden Monate. Dabei gab der Chefökonom von HQ Trust und ehemaliger Chefvolkswirt der Allianz zunächst einen Überblick über die makroökonomischen Entwicklungen in den verschiedenen Weltregionen. Im Fokus dabei: Die Rettungsmaßnahmen der Notenbanken und Regierungen. Heises Beobachtung: Die Stützungsmaßnahmen und die Konjunkturerholung spiegelten sich unter anderem in anziehender Kreditvergabe an Firmen und Geldmengenausweitung wider. Das führe zu einigen Nebeneffekten, die der Aufmerksamkeit bedürften. So seien etwa die Schulden weltweit auf einem rekordhohen Niveau. „Deutliche Zinserhöhungen sind daher äußert unwahrscheinlich“, so Heise. Ein weiterer Effekt sei die anhaltende Divergenz der Anlageklassen: Während die Anleiherenditen weiter sinken würden, strotzten die Aktienmärkte vor Kraft. Das sei kein Wunder und werde wohl noch eine Weile so bleiben: „Im Vergleich zu Renten bleiben Aktien nach wie vor deutlich unterbewertet. Es gibt eine rekordhohe Differenz der Gewinnrenditen von Aktien im Vergleich zu Anleihen“, so Heise. Was das Corona-Jahr für die Wirtschaft in den USA und Europa bedeute, fasst Heise zum Schluss in einem knackigen Statement zusammen: Senkung der Gewinnerwartungen für 2020, Anstieg für 2021.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag veröffentlicht die Redbook Research Inc. ihren sogenannten Johnson Redbook Index. Der Index ist ein umsatzgewichteter Wachstumsindikator von rund 9.000 Filialen großer US-Einzelhändler. Es sind nicht irgendwelche Einzelhändler. Der Index repräsentiert rund 80 Prozent des offiziellen Einzelhandelsumsatzes, der vom US-Handelsministerium veröffentlicht wird. Deshalb misst der Index wie kaum ein anderer das Verhalten und die Tendenz der US-Verbraucher, wenn es um tägliche Ausgaben geht. Die Veröffentlichung der Monatszahlen ist vor dem Hintergrund der anstehenden US-Präsidentschaftswahlen auch ein wichtiger Stimmungstest. Wer Angst vor der Zukunft hat, geht in der Regel nicht üppig shoppen.

Am Mittwoch folgt ein weiterer Index, der zeigt, wie optimistisch die US-Amerikaner derzeit sind: Die MBA Hypothekenanträge werden durch die Mortgage Bankers Association veröffentlicht. Es handelt sich um einen Frühindikator für den US-Immobilienmarkt. Auch hier gilt: Nur wer Vertrauen in seine berufliche Zukunft hat, baut ein Haus.

Am Donnerstag gibt die türkische Zentralbank ihre Entscheidung zur Zinspolitik bekannt. Experten halten es für möglich, dass die Notenbank die Zinsen wieder senkt. Aktuell liegt der Leitzins bei 10,25 Prozent. Die Zentralbank befindet sich in einer Zwickmühle: Die Wirtschaft schwächelt und kann hohe Zinsen derzeit überhaupt nicht gebrauchen. Gleichzeitig ist die türkische Lira stark unter Druck. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate hat die Lira gegenüber dem Euro rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Am Freitag veröffentlicht Markit Economics den Gesamt PMI Produktion und Dienstleistungs-Index. Das ist ein Indikator für die wirtschaftliche Lage des Dienstleistungs- und Produktionssektors der Eurozone. Er gibt einen Überblick über den Zustand des Umsatzes und der Beschäftigung. Die gute Nachricht lautet: Glaubt man dem Index, befindet sich Europas Dienstleistungs-Sektor schon wieder auf Vorkrisen-Niveau. Es wird spannend sein, zu beobachten, ob sich die Angst vor einem zweiten Lockdown in den Monatszahlen niederschlägt.

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