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Blackstone übernimmt Kernsparte von Thomson Reuters

Das umsatzstärkste Geschäftsfeld Thomson Reuters`wird veräußert (Bild: pixabay/FR)

Die Investmentgesellschaft Blackstone geht eine milliardenschwere Kooperation mit dem Nachrichtendienst Thomson Reuters ein. Für rund 17 Mrd. USD kaufen die Private-Equity-Investoren eine Mehrheit am Wirtschafts- und Finanzdatengeschäft der Kanadier.

31.01.2018 | 11:35 Uhr von «Dominik Weiss»

Die Nachrichtenagentur Thomson Reuters befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Investmentgesellschaft Blackrock über eine Übernahme des Kerngeschäfts mit Wirtschafts- und Finanzdaten (Financial & Risk). Das gaben die Kanadier am Montag in einer kurzen Pressemitteilung bekannt. Nach Blackstone-Angaben vom Dienstag ist der Deal bereits beschlossene Sache. Er soll einen Umfang von gut 17 Mrd. USD haben. Die übrigen Sparten (Legal, Intellectual Property & Science, Tax & Accounting) bleiben bei der Muttergesellschaft Thomson Reuters. Auch die Nachrichtenagentur, Reuters News, ist nicht im Geschäft enthalten und soll unabhängig weiter arbeiten. Blackstone wird nach der Übernahme rund  55% der Anteile an der auszugliedernden Sparte halten. Die verbleibenden 45 % bleiben im Besitz von Thomson Reuters.

Aufgerufen für die Ausgliederung der Finanz & Risk-Sparte ist eine Zahlung von zunächst 3 Mrd. USD. Stemmen wird Blackstone diese Summe nicht allein, sondern im Verbund mit zwei weiteren Institutionellen Investoren, dem Canada Pension Plan Investment Board und der Singapore State Fund GIC. Insidern zufolge wird Blackstone allerdings den Löwenanteil übernehmen. Die übrigen 14 Mrd. USD werden der neu gegründeten Gesellschaft als Kreditschuld mit auf den Weg gegeben. 

Das Konsortium – allen voran Blackstone - sichert sich über die Akquisition 30 Jahre lang exklusiven Zugang zu den Finanzdaten von Thomson Reuters. Dem Nachrichtendienstleister fließen im Gegenzug garantierte Mittel in Höhe von 325 Mio. USD jährlich von Seiten Blackstone zu. 

Das Finanz & Risk-Geschäft gehört zu den umsatzstärksten Geschäftsfeldern von Thomson Reuters. 2016 erlösten die Kanadier hier 6,1 Mrd. USD. Es umfasst den Handel mit ökonomischen Fundamentaldaten, Prognosen, Primär- und Sekundärresearch sowie Softwaretools und Kommunikationsplattformen für Finanzmarktspezialisten.  

Jim Smith, Chef von Thomson Reuters, bezeichnete die Kooperation als Stärkung. Mit einem Partner wie Blackstone könne die Sparte sich noch besser im Markt positionieren, heißt es in einem Schreiben an die Mitarbeiter.


(DW)

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