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Private Markets: Wie KI, Private Credit und Secondaries den Markt revolutionieren

Mario Giannini, Executive Co-Chairman von Hamilton Lane
Private Equity

Ein neuer Report von Hamilton Lane zeigt: Die kommenden fünf Jahre könnten die Private Markets stärker verändern als jede Phase zuvor. Für Investoren entstehen neue Chancen – aber auch neue Risiken.

30.03.2026 | 14:00 Uhr

Die Welt der Private Markets steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Laut dem neuen Market Overview 2026 des Investmentmanagers Hamilton Lane könnten sich die globalen Kapitalmärkte in den nächsten fünf Jahren stärker verändern als in jeder vergleichbaren Phase der jüngeren Vergangenheit.

 Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Künstliche Intelligenz, strukturelle Veränderungen in den Kreditmärkten und ein wachsender Secondaries-Markt. Für Investoren bedeutet das: Portfolios müssen neu gedacht werden. 

KI wird zum wichtigsten Treiber für Investments 

Ein zentrales Ergebnis des Reports: Künstliche Intelligenz verändert bereits heute die Investmentlandschaft. An den öffentlichen Aktienmärkten konzentriert sich die Wertentwicklung zunehmend auf eine kleine Gruppe großer Technologieunternehmen. Besonders Unternehmen rund um KI-Infrastruktur und Large Language Models stehen im Fokus der Investoren. 

Private Markets könnten hier laut Hamilton Lane einen entscheidenden Vorteil bieten: Während die Börse nur wenige KI-Gewinner hervorbringt, ermöglicht insbesondere Venture Capital ein deutlich breiteres Exposure gegenüber neuen Technologien. 

Secondaries werden für Investoren immer attraktiver 

Ein weiterer Gewinner des aktuellen Marktumfelds sind Secondaries, also der Handel mit bestehenden Private-Markets-Beteiligungen. Der Markt profitiert derzeit von mehreren Trends: schwächere Exit-Märkte Investoren, die ihre Portfolios neu strukturieren steigendes Interesse an GP-geführten Transaktionen Gleichzeitig übersteigt das Angebot an Secondary-Deals weiterhin das verfügbare Kapital. Dadurch entstehen laut Hamilton Lane attraktive Einstiegspreise und schnellere Investitionsmöglichkeiten. Trotz seines Wachstums macht der Secondaries-Markt derzeit nur rund zwei Prozent des gesamten Private-Markets-Volumens aus – und besitzt damit noch erhebliches Wachstumspotenzial. 

Private Credit erlebt ein „silbernes Zeitalter“ 

Besonders optimistisch bewertet Hamilton Lane die Entwicklung im Bereich Private Credit. Die Anlageklasse habe sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Bestandteil der globalen Kreditmärkte entwickelt. Hinweise auf eine Blasenbildung sieht der Report derzeit nicht. Im Gegenteil: Private Credit habe seine öffentliche Benchmark in jedem der vergangenen 24 Jahre übertroffen. Auch über verschiedene Marktzyklen hinweg zeige die Anlageklasse eine vergleichsweise stabile Wertentwicklung. 

Private Equity bleibt wichtiger Diversifikationsbaustein 

Zwar konnten Private Markets zuletzt nicht mit der starken Performance der Aktienmärkte mithalten. Doch diese Entwicklung war stark von wenigen Technologieunternehmen geprägt. Die sogenannten „Magnificent Seven“-Aktien trugen einen Großteil der Börsengewinne. Private Equity hingegen überzeugte laut Hamilton Lane über lange Zeiträume hinweg weiterhin mit überdurchschnittlichen Renditen. Gerade in zunehmend konzentrierten Aktienmärkten könnte Private Equity daher ein wichtiger Diversifikationsbaustein für Anlegerportfolios bleiben. 

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Neue Fondsstrukturen gewinnen an Bedeutung

Auch bei den Investmentstrukturen verändert sich der Markt. Besonders Evergreen-Fonds gewinnen zunehmend an Bedeutung. Daten aus dem Report zeigen, dass Evergreen-Fonds mit Fokus auf Secondaries klassische geschlossene Fonds in einigen Zeiträumen sogar übertreffen konnten. Das widerspricht der verbreiteten Annahme, dass mehr Liquidität automatisch zu niedrigeren Renditen führt. Allerdings befindet sich dieser Markt noch in einer frühen Entwicklungsphase. 

Hamilton Lane: Investoren müssen umdenken 

Für Mario Giannini, Executive Co-Chairman von Hamilton Lane, stehen Anleger vor einem entscheidenden Wendepunkt. „Wir befinden uns an einem kritischen Punkt für globales Investieren“, sagt Giannini. Geopolitische Spannungen, neue geldpolitische Rahmenbedingungen und technologische Disruptionen – insbesondere durch Künstliche Intelligenz – könnten künftig für deutlich mehr Volatilität sorgen. Für Investoren werde es deshalb entscheidend sein, sich an neue Investmentvehikel, Liquiditätsmodelle und Marktdynamiken anzupassen. (jk)

Die komplette Studie finden Sie hier

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