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Mit Income gegen das Zinstief

Multi-Asset-Income-Fonds gelten als neue Geheimwaffe gegen die Zinsflaute bei Sparprodukten. Tatsächlich haben sich die Fonds in den vergangenen fünf Jahren gut geschlagen, zeigt eine aktuelle Studie. Doch die höhere Rendite gibt es nicht umsonst.

20.09.2019 | 15:00 Uhr von «Alexandra Jegers»

Mario Draghi hat den Euro gerettet und Sparer zu Deppen gemacht. In den acht Jahren seiner Amtszeit flutete der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kapitalmärkte in beispielloser Art mit billigem Geld und zerstörte zugleich jede Chance auf Zinserträge mit sicheren Anleihen. Auf der Suche nach Alternativen wenden sich mittlerweile sogar die traditionell risikoscheuen Deutschen verstärkt Investmentfonds zu, zeigt eine Untersuchung der Fondsratingagentur Scope. Besonders beliebt sind sogenannte Multi-Asset-Fonds, die in verschiedene Anlageklassen gleichzeitig investieren und damit möglichst schwankungsarme Renditen in allen Börsenphasen versprechen. Sogenannte Multi-Asset-Income-Fonds liegen dabei in der Gunst weit vorn. Die Produkte werben mit regelmäßigen Ausschüttungen, die über dem Niveau anderer Investmentfonds liegen sollen.

Tatsächlich haben Income-Fonds in den vergangenen fünf Jahren besser abgeschnitten als andere Multi-Asset-Produkte, zeigt die Scope-Untersuchung. Den größten Unterschied beobachteten die Analysten in der Vergleichsgruppe „Multi-Asset flexibel“. Hier übertrafen Income-Fonds Produkte ohne Ausschüttungen um rund 3,2 Prozentpunkte im Jahr. Der Grund: „Die Fonds haben ihre Allokation in höherverzinsliche Wertpapiere wie Emerging-Markets-Anleihen und High-Yield-Bonds in den vergangenen Jahren signifikant erhöht, auch um ihre Ausschüttungsversprechen zu halten“, sagt Scope-Analyst Martin Fechtner. Anders gesagt: Anleger erkaufen sich die höheren Ausschüttungen mit einem höheren Risiko. Denn Hochzins-Papiere im Fondsportfolio werden statistisch gesehen häufiger ausfallen als andere besser bewertete Anleihen.

Das Risiko steigt

Für die Branche ist dieses Risiko überschaubar. Jakob Tanzmeister, Investmentspezialist in der Multi-Asset-Solutions-Gruppe von J.P. Morgan, hält hochverzinste Bonds weiterhin für attraktiv. „Emittenten von Hochzinsanleihen haben das hohe Umsatzwachstum der letzten Jahre genutzt, um ihren Verschuldungsgrad deutlich zu senken, und die Zinsdeckungsquoten nähern sich ihren zyklischen Höchstständen“, sagt Tanzmeister. Hochzinsanleihen würden derzeit auf US-Dollar-Basis im Schnitt gut sechs Prozent Rendite erwirtschaften, während die Ausfälle über alle Hochzinssegmente hinweg nur bei etwa 2,5 Prozent liegen – und damit „weit unter dem langfristigen Durchschnitt von 3,6 Prozent“, sagt Tanzmeister.

Die zehn größten Multi-Asset-Income-Fonds mit globalem Investitionsfokus verwalten zusammen mehr als 80 Milliarden Euro, zeigen die Scope-Daten. Von den 15 größten Produkten haben die Analysten elf bewertet – acht davon mit einem Top-Rating von A oder B. „Das ist eine außergewöhnlich hohe Konzentration von Top-Ratings“, sagt Analyst Fechtner.

Gleichwohl: Je länger das Nullzinsumfeld andauert, desto schwerer haben es auch Income-Manager, ihre Ertrags- und Ausschüttungsversprechen zu halten. Weil bei sicheren Staatsanleihen nichts mehr zu holen ist, Investoren im Gegenteil bei vielen Bonds sogar draufzahlen müssen, haben mittlerweile nämlich auch andere Anleger den Hochzinsbereich für sich entdeckt. Die erhöhte Nachfrage steigert die Preise und drückt die Renditen. Das wiederum setzt die Branche unter Druck, immer weiter ins Risiko zu gehen.

Die größten gemischten Income-Fonds im Überblick

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Quelle: Scope

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