
Einerseits scheinen Aktien wegen der stark gestiegenen Anleiherenditen relativ teuer. Angesichts der anhaltend steigenden Unternehmensgewinne dürften die Aktien in den kommenden Monaten dennoch weiter Kursgewinne verzeichnen.
07.10.2026 | 06:00 Uhr
Nach der nunmehr neunmonatigen Rallye an den Aktienmärkten und dem jüngsten Anstieg der Anleiherenditen könnten einige Anleger geneigt sein, ihr Engagement in Aktien zu reduzieren. Zumindest auf den ersten Blick wirkt die Rendite von Anleihen attraktiver als die von Aktien. Die Lücke zwischen den Ertragsrenditen von Aktien, also dem umgekehrten Kurs-Gewinn-Verhältnis, und den Anleiherenditen ist so gering wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.
Die Bewertungen sind jedoch ein weniger aussagekräftiger Indikator, solange Unternehmensgewinne weiterhin kräftig steigen. Aus diesen Gründen behalten wir unsere Übergewichtung in Aktien bei.
Nach unseren Schätzungen dürften die Unternehmen im MSCI World-Aktienindex in diesem Jahr ein Gewinnwachstum von über 30% erzielen, während die Gewinne von Unternehmen in Schwellenländern gar um über 65% steigen könnten.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Inflationsentwicklung: Wir gehen davon aus, dass der Preisdruck in den kommenden Monaten nachlassen wird, auch wenn die höheren Ölpreise die Gesamtinflation in den USA vorübergehend auf fast das Doppelte des Zielwerts getrieben haben.
Einige Anleger könnten angesichts der überzogenen Bewertungen von KI- und Technologieaktien in der Tat besorgt sein. Doch mehr als die Hälfte des globalen Gewinnwachstums im Jahr 2026 geht auf diese Branche zurück.
Unsere Übergewichtung bei Aktien geht mit einer neutralen Haltung gegenüber Anleihen und einer Untergewichtung bei Barmitteln einher. Der jüngste Anstieg der durchschnittlichen Rendite globaler Staatsanleihen auf erstmals 4% hat die Bewertungen an den Anleihemärkten auf ein attraktives Niveau angehoben. Aufgrund der hohen Staatsverschuldungen und des Iran-Konflikts dürften die Renditen trotzdem noch länger auf einem höheren Niveau verharren.
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