• DAX----
  • T-DAX----
  • ESt50----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----
  • Comgest Deutschland GmbH
  • DONNER & REUSCHEL AG
  • Pro BoutiquenFonds GmbH
  • Natixis Investment Managers S.A.
  • Capital Group
  • Janus Henderson Investors
  • SwissLife
  • Morgan Stanley Investment Management
  • BERENBERG, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG
  • Aberdeen Standard Investments
  • Robeco
  • Bellevue Funds (Lux) SICAV
  • Edmond de Rothschild Asset Management
  • EatonVance
  • UBS Asset Management (Deutschland) GmbH - alt
  • NN Investment Partners
  • Carmignac
  • KanAm Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH
  • Greiff capital management AG
  • Moventum
  • Columbia Threadneedle Investments
  • Bakersteel Capital Managers
  • AB Europe GmbH
  • Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH
  • M&G Investments
  • Pictet
  • iQ-FOXX Indices
  • ODDO BHF Asset Management
  • BNP Paribas Asset Management
  • Degroof Petercam SA
  • Credit Suisse (Deutschland) AG

„20 Prozent meiner Titel sorgen für 80 Prozent der Performance“

Armin Zinser lebt schon seit rund 35 Jahren in Frankreich und hat es in Paris zu einem der erfolgreichsten Manager für europäische Aktien gebracht. Er managt neben dem Prévoir Gestion Actions Euro-Fonds auch den Prévoir Perspectives Actions Euro, der sich auf Small Caps spezialisiert hat. Bevor er 2009 zu Prévoir wechselte, war er unter anderem bei der OECD für die Pensionsfondsverwaltung zuständig. Danach managte er Fonds bei AXA IM sowie der Bank Leonardo.

22.12.2020 | 13:45 Uhr von «Ralf Ferken»

TFR: Herr Zinser, in ein paar Worten: Was ist das Besondere am Prévoir Gestion Actions?

Armin Zinser: Am wichtigsten erscheint mir eine totale Unabhängigkeit bei meinen täglichen Investitionsentscheidungen zu haben. Damit meine ich nicht nur eventuelle Interessenkonflikte und intellektuelle Freiheit, sondern auch die Unabhängigkeit von einer Benchmark. Darüber hinaus versuche ich möglichst mit dem gesunden Verstand – das heißt pragmatisch vorzugehen. Konkret bedeutet dies, dass ich Gewinne laufen lasse und versuche die Verluste möglichst zu begrenzen. Schließlich hält sich der Markt nie an einem „richtigen Preis“. Überdies ist ein gutes Investment aus meiner Sicht immer zukunftsorientiert. Damit meine ich Werte, die möglichst auch noch in zehn Jahren interessant sein sollten und hiermit meine ich keinesfalls nur Werte die heute unter dem Modelabel „nachhaltig“ fungieren. Außerdem bin ich für Fairplay was die Kostenstruktur meiner Fonds betrifft, es gibt keinerlei versteckte Gebühren zusätzlich zur angegeben Verwaltungsgebühr.

Wie haben Sie den Fonds im Verlauf von 2020 verwaltet?

Ich bin meiner Strategie treu geblieben und war das ganze Jahr über voll investiert. Selbstverständlich hatte auch ich einen Einbruch im März und habe daher aber auch von der so nicht so schnell erwarteten V Erholung der Märkte ab Mai profitiert. Ich versuche ja nicht Markettiming zu betreiben, da dies meiner Meinung nach über einen längeren Zeitraum nur Verluste nach sich zieht. Dennoch, ich versuche ein Timing in Markets zu betreiben und Werte mit einem guten und langanhaltenden Trend zu finden. Allerdings muss ich gestehen, dass ich 2020 wesentlich aktiver war als in den vorausgegangenen Jahren. Werte wie etwa CTS Eventim oder Automobilzulieferer im Portfolio zu halten machte unter den gegebenen Umständen keinen Sinn. Daher bin ich überwiegend auf Digitalisierung umgeschwenkt anstelle der klassischen (Maschinenbau-)Industrie. Zugegebenen, dies ist in europäischen Werten natürlich schwerer als in amerikanischen.

Wie ist Ihr Ausblick für 2021?

Aufgrund der expansiven Geldpolitik erwarte ich eine höhere Inflation, die gegebenenfalls auch über der von den Zentralbanken angepeilten Marke von zwei Prozent liegt. Dies wird weiterhin ein wichtiger Treiber für die Aktienmärkte sein, weil die langfristigen Zinsen nachläufig sein werden. Hinzukommen wird noch ein fiskalischer Stimulus a la Keynes, der für ein Strohfeuerwirtschaftswachstum sorgen dürfte. Überdies dürfen wir den Basiseffekt mit den schlechten 2020er Zahlen nicht vergessen. Kurioserweise dürfte die Kaufkraft verschiedener Haushalte auch noch zugenommen haben – in Anbetracht des erzwungenen Konsumverzichtes im letzten Jahr. Zudem dürfte Klarheit beim Brexit herrschen und vor allem auch die Impfungen sollten es den Menschen im 2. Halbjahr wieder ermöglichen, irgendwie „normaler“ als im Jahr 2020 zu leben. Notleidende Sektoren und Märkte sollten aufholen, wenn auch nicht alle.

Und wie haben Sie das Portfolio für dieses Szenario aufgestellt?

Ich bin eigentlich Agnostiker und mag eine Aufteilung in Growth oder Value Titel, zumindest für uns hier in Europa, nicht so recht. Es gibt gute und schlechte Investments, ja! Und ja, ein gewisses Wachstum ist sicherlich notwendig, schon allein um die voraussichtliche Inflation auszugleichen. Ich werde weiterhin versuchen in erstklassige Qualitätstitel zu investieren und im Übrigen ist es eine gekonnte Diversifikation (Sektoren, Geografie), die es ausmacht. Ich weiß aber bereits heute, dass ich mit lediglich 20 Prozent meiner Titel 80 Prozent der Performance erwirtschafte und die restlichen 80 Prozent nur zu 20 Prozent der Performance beitragen. Leider kann auch ich nicht voraussehen welche 20 Prozent die besagte Outperformance bringen werden. Die Herausforderungen in 2021 sind sicherlich hoch und werden wirklich aktives Management bevorzugen. Ich werde versuchen meinen Freiraum zu nutzen und solides Handwerk, um das richtige Maß an Kunst zu ergänzen.

Wie schätzen Sie (als Quality-Growth-Investor) die Chancen von Value-Aktien ein?

Dies ist eine Definitionsfrage. Was ist Value und wo fängt Growth an? Es gibt Gründe warum bestimmte Branchen niedriger bewertet sind und andere dagegen höher. Es obliegt mir nicht, ob ein Wert sozusagen nach einem Modell richtig bewertet ist, dann hätte nämlich sogar das Sowjetsystem auch bestens funktioniert. Das beste Beispiel ist Tesla, oder denken Sie, dass dieser Wert gegenwärtig richtig bewertet ist, trotz möglicherweise exponentiellen Wachstums? Short-Seller können Ihnen ein Lied davon singen. Es ist eine Frage der Psychologie und nicht der Mathematik. Den Lärm um die ganzen Modelle sollten Sie versuchen möglichst zu ignorieren. Um es kurz zu machen: Ja, eine gute Aktie ist und bleibt eine gute Aktie und sollte daher auch weiterhin gut laufen. Aber es sollte einem immer bewusst sein: Es sind die Menschen, die die Zahlen machen und nicht die Zahlen die Menschen. Der entscheidende Faktor ist schlussendlich immer das Management eines Unternehmens.

Fondsdaten: Prévoir Gestion Actions C

ISIN (thesaurierend) FR0007035159
WKN (thesaurierend) A1T7ND
Auflegung 09.07.99
KVG Société de Gestion Prévoir
Fondsmanager Armin Zinser
Laufende Kosten p. a. 1,79%
Perf. 1 Jahr 24,70%
Perf. 3 Jahre 40,90%
Perf. 5 Jahre 60,40%
10 Jahre 201,90%
Volumen 378,1 Mio. Euro
Internet www.sgprevoir.fr

Fondsdaten: Prévoir Perspectives C

ISIN (thesaurierend) FR0007071931
WKN (thesaurierend) A1XCQU
Auflegung 11.04.02
KVG Société de Gestion Prévoir
Fondsmanager Armin Zinser
Laufende Kosten p. a. 2,99%
Perf. 1 Jahr 21,10%
Perf. 3 Jahre 20,70%
Perf. 5 Jahre 63,20%
10 Jahre 202,60%
Volumen 79,7 Mio. Euro
Internet www.sgprevoir.fr

Diesen Beitrag teilen: