
Durch die wachsende Bevölkerung und den Klimawandel kann die weltweite Nahrungsmittelproduktion unter Druck geraten. Eine neue Generation von Biostimulanzien könnte dieses Problem lindern und zugleich zum Umweltschutz beitragen.
29.04.2026 | 09:04 Uhr
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wächst die Weltbevölkerung in den nächsten 60 Jahren um weitere zwei Milliarden und dürfte bis Mitte der 2080er-Jahre auf über 10 Milliarden steigen. Es müssen also wesentlich mehr Menschen ernährt werden. Zudem essen wir auch mehr, denn der Kalorienverbrauch pro Kopf nimmt im Laufe der Zeit und mit zunehmendem Wohlstand der Volkswirtschaften deutlich zu.
Auch wenn diese Prognosen die politischen Entscheidungsträger vor einigen Jahren noch beunruhigt hätten, scheint die Landwirtschaft jetzt Wege gefunden zu haben, um diesen zusätzlichen Bedarf zu decken.
Dank der Fortschritte in Wissenschaft und Technologie ist die Erzeugung all dieser zusätzlichen Nahrungsmittel nicht nur möglich, sondern durchaus auch realistisch. Grundlage der Ernährungsversorgung werden Nutzpflanzen wie Weizen, Mais, Reis und Sojabohnen sein, sei es als Nahrung für Menschen oder als Futtermittel für Tiere.
Die Erzeugung dieser vier wichtigsten Pflanzenarten erreicht bis 2034 voraussichtlich ein Niveau von rund 3,3 Milliarden Tonnen – ein Anstieg von 70% gegenüber 2010.
Dieses Wachstum lässt sich vor allem dank der Fortschritte bei biologischen Düngemitteln, Pestiziden und natürlichen wachstumsfördernden Stimulanzien erzielen.
Dies ist eine deutliche Abkehr von den konventionellen Methoden der letzten 50 Jahre, als vor allem auf chemische Betriebsmittel gesetzt wurde. Die Anzahl der für den Pflanzenschutz verfügbaren Wirkstoffe hat sich seit den 1960er Jahren auf rund 600 versechsfacht. Und der Einsatz dieser Chemikalien hat Früchte getragen: So haben sich etwa die Maiserträge seit den 1960er-Jahren von damals 1,1 Tonnen pro Hektar auf heute 3,4 Tonnen mehr als verdreifacht.
Diese Produktivitätssteigerung ging jedoch zulasten der Nachhaltigkeit. Die Auswirkungen dieser Chemikalien für Umwelt und Gesundheit wurden in den letzten Jahren immer deutlicher sichtbar, z. B. in Form von Wasserverschmutzung oder toxischen Belastungen für Mensch und Tier.
Erfreulicherweise haben sich Biologika zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Alternativen entwickelt. Dazu zählen biologische Düngemittel zur Verbesserung des Bodenmikrobioms und der Düngewirkung, Biostimulanzien, die die Pflanzenzellenwände stärken und die Widerstandsfähigkeit gegen Hitze oder Trockenheit erhöhen, sowie Bioinsektizide, die gezielt gegen bestimmte Schädlinge wirken. Diese innovativen Mittel können nicht nur die negativen Auswirkungen von Chemikalien verringern, sondern haben auch das Potenzial, die Erträge im Vergleich zur unbehandelten Anbaufläche um bis zu 100% zu steigern.

Diese zweite Revolution der Agrarproduktivität steht erst am Anfang. Dank der Standardisierung der Anwendung und innovativer neuer Produkte setzen sich Biologika zunehmend gegenüber den Chemikalien durch. Zugleich werden immer weniger konventionelle landwirtschaftliche Produktionsmittel eingesetzt, weil die Verbraucher zunehmend ökologische oder natürliche Erzeugnisse nachfragen und Chemikalien strenger reguliert werden. Die EU hat in den letzten 13 Jahren 2.000 Chemikalien verboten, bis 2030 sollen weitere 5.000-7.000 Stoffe auf die Verbotsliste kommen. In den USA baut der „Plant Biostimulant Act“ Hindernisse für Bioprodukte ab und schafft strukturelle Anreize für die Landwirte, um auf ökologische Mittel umzustellen.
Auch sprechen immer mehr wirtschaftliche Gründe für die Biologika, da die steigenden Kosten für chemische Betriebsmittel (verschärft durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, die jeweils wichtige Produzenten von chemischen Düngemitteln waren) die ohnehin schon geringen Margen der Landwirte drücken.
Angesichts der zunehmenden globalen Belastung durch Dürre, Hitze und Überschwemmungen steigt zudem die Nachfrage nach biologischen Produkten, da diese besser in der Lage sind, diese Risiken zu mindern, die Erträge zu steigern und zugleich die Abhängigkeit von konventionellen Betriebsmitteln zu verringern.
Studien zeigen, dass bis zu 95% der ausgebrachten chemischen Pestizide in den Boden, die Luft oder ins Wasser gelangen, während mikrobielle Pflanzenschutzmittel einen gleichwertigen Schutz bieten, ohne die Ökosysteme zu belasten. Ebenso verursachen konventionelle Stickstoffdünger bei ihrer Produktion etwa 2,2 kg CO2 pro Kilogramm und können Boden und Wasser verschmutzen.
Obwohl konventionelle Betriebsmittel nach wie vor mengenmässig dominieren (ihr Markt belief sich 2024 auf 239 Mrd. USD gegenüber nur 21 Mrd. USD für Biologika), wachsen biologische Produkte deutlich schneller. Seit 2000 verzeichnen sie eine jährliche Wachstumsrate von 13% und werden voraussichtlich in einem ähnlichen Tempo weiter wachsen, während das Wachstum der konventionellen Betriebsmittel konstant bei 3% liegt.
Der Fokus unserer Private Equity Strategie liegt auf Umweltlösungen. Deshalb suchen wir nach Unternehmen, die einen tatsächlichen, konkreten Beitrag zur Lösung der aktuellen Umweltprobleme leisten.
Wir sehen ein grosses Potenzial in der ökologischen Landwirtschaft, die gut aufgestellt ist, um der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln, dem Bedarf an natürlichen Inhaltsstoffen und dem dringend erforderlichen Umweltschutz gerecht zu werden. Unser jüngstes Co-Investment in Agronova Biotech – in Partnerschaft mit Ambienta – unterstreicht dies.
Das Unternehmen ist eine der wenigen Plattformen für skalierte Biolösungen in Europa. Sein Produktportfolio ist diversifiziert und widerstandsfähig, es umfasst Biostimulanzien (Produkte, die das Pflanzenwachstum, die Nährstoffaufnahme und die Stressresistenz fördern), biologische Pflanzenschutzmittel (biologische Lösungen zum Schutz von Kulturpflanzen vor Schädlingen, Pilzen und Krankheiten) sowie organische Düngemittel.
Die organischen Düngemittel von Agronova reduzieren die Stickstoffbioakkumulation im Boden um etwa 36%, während Biostimulanzien den Düngemittelbedarf um bis zu 50% senken können, wodurch sowohl Emissionen als auch Abfluss reduziert werden.
Die Transaktion erfolgte bilateral und bietet Zugang zu einem fragmentierten Nachhaltigkeitsmarkt, in dem neue Wettbewerber durch regulatorische Hindernisse eingeschränkt sind. Unsere hohe Überzeugung basiert auf der fundierten Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Agronova, einem bewährten Managementteam und einer engagierten Gründerfamilie sowie auf dem Potenzial zur Wertschöpfung (u. a. durch globale Expansion, die Erweiterung des Produktportfolios und mögliche Fusionen und Übernahmen).
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