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Interhyp: 'Böses Erwachen' für viele Immobilieninteressenten

Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp erwartet bis Jahresende einen weiteren Anstieg der Immobilienzinsen auf 3,5 bis 4 Prozent. Derzeit liegt der Durchschnittszins für zehnjährige Darlehen bei 3,1 Prozent, mehr als dreimal so hoch wie zu Jahresbeginn.

23.06.2022 | 06:25 Uhr

Das berichtete Vorständin Mirjam Mohr am Mittwoch in München. Da gleichzeitig die Bau- und Immobilienpreise weiter gestiegen sind, können sich laut Interhyp viele Interessenten ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung nicht mehr leisten. "Dieses böse Erwachen, das spüren ganz viele Menschen in Deutschland."

Im vergangenen Jahr habe es auf dem Wohnimmobilienmarkt "Torschlusspanik" gegeben, sagte die Managerin bei der Vorstellung der neuen "Wohntraumstudie" des Unternehmens. Dieses Jahr hätten viele Interessenten ein ganz anderes Gefühl: "Ich habe den Zug verpasst." Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sei weiter hoch - aber zumindest einige Interessenten erhalten demnach wegen beschränkter finanzieller Mittel und zu hoher Kosten keine Finanzierungszusagen mehr. Für die Studie hatte Interhyp im Februar und März 2180 Menschen befragen lassen.

Eine Folge der sehr hohen Preise in den Städten ist laut Interhyp Stadtflucht - mit dem Effekt, dass die Preise im jeweiligen Umland Berlins, Frankfurts und Hamburgs im ersten Quartal noch sehr viel stärker gestiegen sind als in der eigentlichen Stadt. Als ein Beispiel nannte Mohr Berlin. Im Berliner Umland sind demnach im ersten Quartal die Preise um über 12 Prozent in die Höhe geschossen, in der Stadt dagegen um lediglich vier Prozent.

Viele Städter kaufen demnach aber eher gezwungenermaßen Haus oder Wohnung in ländlichem Umfeld und seien zunächst auch nicht sehr zufrieden. "Stadt, Land, Frust", sagte Mohr dazu. Ursache seien Einschränkungen bei den drei Ks: soziale Kontakte, Kultur und Konsum. Laut Umfrage haderten immerhin 42 Prozent der Landimmobilien-Käufer mit ihrer Entscheidung.

Einen generellen, deutschlandweiten Preisrückgang bei Wohneigentum erwartet die Interhyp nicht. "Wir gehen davon aus, dass die Preise langsamer steigen werden", sagte Mohr. In einigen Regionen könne es durchaus Preisrückgänge geben, aber nicht flächendeckend.

Quelle: dpa-AFX

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