Kapitalmarktfinanzierung: FAM für High Yields weiter optimistisch, ein Massensterben für Unternehmen bleibt aus

Kapitalmarktfinanzierung: FAM für High Yields weiter optimistisch, ein Massensterben für Unternehmen bleibt aus

Der europäische High Yield Markt hat inzwischen ein Volumen von rund einer halben Billion Euro erreicht, bei über 600 verschiedenen Emittenten, darunter viel sehr bekannte Namen wie etwa Stada, Techem oder Thyssen-Aufzüge.

15.01.2021 | 08:21 Uhr

Oder der Chemie-Riese Ineos aus UK sowie die Kabelfirma Liberty Global, oder auch der finnische Netzwerkausrüster Nokia und der globale Leader bei Generika, TEVA oder die Reedereien Hapag Lloyd aus Hamburg bzw. CMA CGM aus Marseille. Ottmar Wolf setzt für seine FAM Renten Spezial konsequent auf diese Anlageklasse. (Mehr dazu auch im Webinar am 21. Januar, hier anmelden)

High-Yields sind aufgrund des Risikos besser verzinst als andere Anleihen, haben aber eben auch ein höheres Risiko. Wie identifizieren Sie die im Vergleich weniger Risikoreichen?

Wolf: Es geht nicht zwingend darum, die weniger risikoreichen Bonds zu identifizieren. Das wäre zwar recht simple, aber würde für den Anlageerfolg nichts bringen. Unser Ansatz ist vielmehr, dort einzusteigen, wo das Verhältnis zwischen der möglichen Performance, die sich immer aus dem Kuponertrag UND dem möglichen Kursgewinn zusammensetzt, in einem guten Verhältnis zum Risiko steht. Wir haben jüngst erst wieder zwei Anleihen weit unter 100,-- gekauft, eine davon sogar in den 70ern. Solche Bonds bringen dann 2stellige Renditen – und ein enormes Wertaufholungspotenzial. Natürlich gibt es dabei auch Risiken. Diese Risiken müssen wir einschätzen und tragen können. Aufgrund der breiten Streuung (wir haben meist 50 High Yields im Bestand) ist dies gewährleistet.

Herr Wolf, High-Yields werden häufig als Schrott oder Ramsch tituliert – berechtigt?

Wolf: In der Tat werden High Yield Bonds teilweise – obwohl es sich oftmals um sehr solide Unternehmen handelt - auch als „Junk Bonds“ bezeichnet, also Ramsch-Anleihen. Wichtig ist hier sicherlich eine fundierte Kreditanalyse. Man muss die Risiken erkennen, richtig einschätzen und dann abwägen, ob man diese tragen will.

In der Corona-Krise hat es viele börsennotierte Unternehmen hart getroffen. Man sollte meinen, dass es damit gerade bei risikoreicheren Anleihen auch zu Ausfällen kommt. Wie sind Ihre Erfahrungen hinsichtlich der Auszahlung von Kupons und anstehender Rückzahlungen?

Wolf: Obwohl es in der Anlageklasse der High Yields natürlich auch Sorgenkinder gibt und gab, wurden beispielsweise alle Anleihen, die wir im Bestand haben, fristgerecht bedient. Wir hatten keinen einzigen Kuponausfall oder gar Default. Es gab lediglich einen Bond, den wir mit leichten Verlusten verkauft haben, weil das Unternehmen eine Schuldenrestrukturierung angestrebt hatte.

Die Chancen am Markt bleiben aber unabhängig von Corona weiter vorhanden. Im April 2020 haben wir beispielsweise bei der DKT Finance, dem Bond der dänischen Telekom, bei 2stelligen Renditen zugegriffen. Auch wenn hier das Rating mit Caa wirklich am unteren Ende der Skala liegt. Aber das hat die Anleihe nicht daran gehindert, sich wunderbar zu erholen – denn der Sektor Telekom ist in der Regel von Corona kaum betroffen.

Was erwarten Sie für ihre Anlageklasse für das Jahr 2021 – die Pandemie ist noch nicht vorbei, Unsicherheiten bleiben – werden die Emittenten auch weiterhin ihren Verpflichtungen nachkommen?

Wolf: Es wird sicherlich die eine oder andere Firmen-Pleite geben. Ein Massensterben, zumindest bei Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt finanzieren, bleibt aus. Die Politik hat hier mit den zahlreichen Liquiditätsspritzen geholfen. Wenn überhaupt wird es eher kleinere Firmen erwischen, aber solche mit einem Rating bzw. einer gewissen Größe, wie sie in unserem Fonds vorkommen, werden das Jahr 2021 weitgehend unbeschadet überstehen. Die Anlageklasse High Yield dürfte auch in diesem Jahr ein Performance-Potenzial im mittleren einstelligen Bereich haben.

Und warum sollten Investoren sich für einen Investmentfonds entscheiden, wenn sich Anleger für High Yields interessieren?

Wolf: Es handelt sich um eine spezielle Asset Klasse. Die meisten High Yield Bonds haben eine Mindeststückelung von 100.000 Euro. Somit braucht es ein Anlagevolumen in Millionenhöhe, um ein sinnvoll diversifiziertes Portfolio aufzubauen.

Gleichzeitig ist eine detaillierte fundamentale Kreditanalyse erforderlich, um die Pleitekandidaten zu umschiffen. Ein breit diversifizierter und aktiv gemanagter HY-Fund ist daher aus unserer Sicht eine sinnvolle Art, um in dieser spannenden Asset Klasse zu investieren. Bei HY-ETFs, die bekanntlich Indizes abbilden, sind automatisch sämtliche Defaults enthalten.

Einladung zum High Yield Webinar am 21. Januar um 15:00 Uhr

Am Donnerstag, den 21.01.2021 findet von 15:00 bis 15:30 Uhr das High Yield Webinar der FAM statt.

Moderiert von Peter Wiederholt erläutern unsere HY Experten Philipp Bieber und Ottmar Wolf u.a. die Differenzierungsmerkmale der FAM im Bereich HY, unseren Investmentprozess, sowie die derzeitigen Top Picks des FAM Renten Spezial.

Abgerundet wird das Webinar mit einem Blick nach vorne: Wie schafft die FAM auch bei Negativzinsen und zur Perfektion gepreisten Aktienindizes eine positive Performance und eine Outperformance gegenüber der HY-Benchmark?

Die Anmeldung für das Webinar kann hier vorgenommen werden.

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