Gold: Korrektur zur Zyklusmitte – Erholung danach

Gold: Korrektur zur Zyklusmitte – Erholung danach
Gold

Der jüngste Rücksetzer bei Gold, Silber und Minenaktien wirft Fragen zum Ausblick des Edelmetallsektors auf, der noch vor wenigen Monaten Rekordstände erreichte.

08.10.2026 | 08:00 Uhr

Doch Korrekturen sind in jedem Bullenmarkt normal: Sie bauen spekulative Positionen ab, setzen die Stimmung zurück und schaffen vor allem Chancen für langfristige Anleger. Sie signalisieren keineswegs das Ende des Bullenmarkts. Unseres Erachtens hat die jüngste Schwäche vielmehr die Grundlage für die nächste Phase des Aufwärtszyklus geschaffen – ebenso wie bei anderen Metallen, etwa Kupfer, die zuletzt deutlich zulegen konnten.

Nach dem raschen Anstieg von Gold und Silber auf jeweils 5.500 USD/Unze bzw. 120 USD/Unze im Februar haben Gewinnmitnahmen und eine restriktivere Wende bei den US-Zinsen einen scharfen Rücksetzer ausgelöst. Am strukturellen Argument für Gold hat sich jedoch nichts geändert; es ist überzeugender als seit Jahrzehnten. Die Welt steht vor geopolitischer Fragmentierung, Rekordverschuldung der Staaten, nicht tragfähigen Haushaltsdefiziten und einer geldpolitischen Ausrichtung, die eher auf finanzielle Repression als auf fiskalische Zurückhaltung hindeutet. Diese Kräfte dürften so schnell nicht verschwinden, weshalb der Bullenmarkt im Edelmetallsektor noch erhebliches Potenzial haben könnte. Für Anleger bietet der jüngste Rücksetzer die Möglichkeit, Engagements in Gold- und Silberminen auszubauen. Deren Bewertungen bleiben dank hoher Margen und hoher Profitabilität sowie attraktiver Aktienrückkauf- und Ausschüttungsprogramme interessant.

Vergleich
Vergleich

Quelle: Bloomberg, Baker Steel intern. Daten in USD, Stand: 11. August 2026.

Sollten Edelmetallanleger den Rücksetzer zum Kauf nutzen?

In den vergangenen zwei Jahren hat der Edelmetallsektor an Dynamik gewonnen: Rekordkäufe der Zentralbanken, zunehmende geopolitische Spannungen und eine steigende Anlegernachfrage trieben die Preise kontinuierlich nach oben. In den letzten Monaten hat sich das Marktbild jedoch verändert, da sich die Aufmerksamkeit der Anleger wieder auf die US-Zinsen richtete. Die Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank, zusammen mit höheren Ölpreisen infolge des US-Iran-Kriegs, veranlasste die Märkte, Zeitpunkt und Richtung der Zinsentscheidungen neu zu bewerten. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen und der Dollar wertete auf, was Edelmetalle vorübergehend belastete.

Seit den Höchstständen im Februar ist Gold um 25 % gefallen, während Edelmetallminen um 37 %i nachgegeben haben. Wie die obigen Grafiken zeigen, entspricht dieser Rückgang den Rücksetzern zur Zyklusmitte in den früheren Gold-Bullenmärkten der 2000er- und 1970er-Jahre – sowohl hinsichtlich Ausmaß als auch Dauer. In diesen Zyklen boten solche Rücksetzer hervorragende Kaufgelegenheiten, insbesondere bei Edelmetallminen, die in den späteren Phasen eines Bullenmarkts historisch häufig überdurchschnittlich abschnitten. Die Frage für Anleger lautet:

Wird der Gold-Bullenmarkt wieder anziehen?

Bei der Beurteilung des Goldausblicks spielen viele Faktoren eine Rolle. Zinsen und der US-Dollar sind ebenso bedeutend wie Angebots- und Nachfragedynamik sowie der makroökonomische Ausblick. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments drehen Gold und Edelmetallminen bereits wieder nach oben. Gestützt wird dies durch Anleger, die den Rücksetzer kaufen, durch nachgebende Renditen angesichts expansiverer Zinserwartungen und durch die Aussicht auf einen stabilen Kurs der US-Notenbank.

Den vollständigen Beitrag finden Sie als PDF im Anhang.

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