Versorgungslücke zwischen Frauen und Männern

Versorgungslücke zwischen Frauen und Männern
Gesundheit

Warum gibt es eine Versorgungslücke zwischen Frauen und Männern und wie können wir sie schliessen?

04.02.2026 | 05:27 Uhr

Frauen leben im Durchschnitt zwar länger als Männer, dafür aber auch länger in einem schlechten Gesundheitszustand. In der Europäischen Union beispielsweise ist die Lebenserwartung von Frauen fünf Jahre höher als die von Männern, aber der Unterschied schrumpft auf ein Jahr, wird nur die Zeit in guter Gesundheit berücksichtigt.

Gründe für diese Ungleichheit sind unter anderem mangelnde Forschung, Tests und Investitionen, die speziell auf die Gesundheit von Frauen ausgerichtet sind. Laut einer Studie des McKinsey Health Institute und des Weltwirtschaftsforums würde die Schliessung der Versorgungslücke zwischen Frauen und Männern wirtschaftliche Chancen in Höhe von mindestens 1 Bio. US-Dollar eröffnen.

Oder anders ausgedrückt: Jedem US-Dollar, der in die Gesundheit von Frauen investiert wird, steht ein Wirtschaftswachstum von 3 US-Dollar gegenüber.

Es gibt bereits eine positive Dynamik, vor allem im philanthropischen Bereich: Die Bill Gates Foundation hat für die nächsten fünf Jahre 2,5 Mrd. US-Dollar bereitgestellt, um die Forschung und Entwicklung im Bereich der Frauengesundheit zu beschleunigen.

Diese Gelder werden benötigt, um bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten wie Endometriose zu erforschen, von der jede zehnte Frau betroffen ist. Es handelt sich dabei um eine sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der das Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter auskleidet, auch ausserhalb der Gebärmutter wächst und sich bei jedem Menstruationszyklus zersetzt und blutet. Dies führt zu starken Regelblutungen, der Bildung von Narbengewebe, extremer Müdigkeit und potenziellen Fruchtbarkeitsproblemen.

Im Jahr 2022 stellten die National Institutes of Health (NIH) gerade mal 16 Mio. US-Dollar für die Endometriose-Forschung bereit, dagegen über 1,2 Mrd. US-Dollar für Diabetes.

Ein Teil des Problems besteht darin, dass Endometriose schwer zu diagnostizieren ist und einen invasiven Ansatz erfordert – die einzige Möglichkeit, eine gesicherte Diagnose zu stellen, ist eine Laparoskopie. Hinzu kommt, dass es keine endgültige Heilung gibt, was den Anreiz für eine Diagnose verringert.

Investitionen können einer wachsenden Zahl von Startups helfen, innovative nicht-chirurgische diagnostische Tests sowie neue Therapien zu entwickeln.

Doch frauenspezifische Probleme wie Endometriose sind nur die Spitze des Eisbergs.

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