• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Ich empfehle den AMUNDI CORE STOXX EUROPE 600

Ich empfehle den AMUNDI CORE STOXX EUROPE 600
Fonds

Matthias Bohn, Vorstand der P&S Vermögensberatungs AG in Bayreuth, über seinen Fondsfavoriten

23.10.2026 | 12:15 Uhr von «Matthias Bohn»

Der alte Kontinent hat in der Finanzwelt deutlich an Sex-Appeal eingebüßt. Dies ist nicht erst seit SpaceX, Künstliche Intelligenz und Co. die einhellige Meinung in den Medien, sondern bereits in der „verlorenen Dekade“ nach unserer Staatsschuldenkrise in den Jahren 2010 bis 2012 geschehen. Der US Finanzmarkt und insbesondere Big Tech haben uns in den Schatten gestellt und wir werden bestenfalls mitleidig aus Übersee belächelt.

Die Fakten sind: legt man den Stoxx 600 Index über den S&P 500 ist rein in den Kursausschlägen erkennbar, dass sich Europa im selben Takt wie der US-Aktienmarkt bewegen. Wir tanzen also zur selben Musik. Die Pirouetten, um im Bild zu bleiben, sind aber deutlich kleiner. Dies sieht man an der prozentualen Entwicklung. Hier stehen unseren plus 140 Prozent seit Ende August 2012 sagenhafte plus 450 Prozent im S&P 500 gegenüber. Unsere Betrachtungen haben wir hierbei direkt an Mario Draghis‘ „Whatever it takes!“-Moment angesetzt. Mit US Aktien konnte also im Schnitt das dreifache verdient werden! Das ist mal ein Ausrufezeichen! Ist dies aber ein in Stein gemeißeltes Naturgesetz?

In den letzten beiden Jahren hat der europäische Aktienmarkt in der Tat mit den Amerikanern mithalten können. Dies verwundert umso mehr, als die Energiepreiskrise, ausgelöst durch Ukraine Konflikt, Europa deutlich härter trifft und vor der Tatsache, dass Europa im KI-Rennen nicht nur nicht in der Spitzengruppe fährt, sondern scheinbar noch gar nicht an den Start gegangen ist. Trotz dieses Gegenwinds hat sich scheinbar am Aktienmarkt – klammheimlich – eine positive Grundtendenz gebildet.

Insbesondere die Erkenntnis, dass sich die EU selbst helfen muss, hat unseres Erachtens diese Renaissance herbeigeführt. Der Binnenmarkt wird wichtiger. Der Binnenmarkt wird gestärkt. Sollte die EU wirklich auf Harmonisierung und Skalierung setzen, dann stehen wir erst am Anfang einer strukturellen Blütephase Europas. Im Bereich der Telekoms und auch im Bereich der Banken gäbe es enorme Skaleneffekte. Nicht auszudenken, wenn es zu einem europäischen Finanzmarkt käme … kurzum: der Bewertungsvorteil Europas, ausgelöst durch die jahrelange Underperformance, die strukturellen Reformen, ausgelöst durch Energiepreiskrise und Handelsschock können die Treiber einer europäischen Outperformance sein.

Auch wenn derzeit die Ausschreitungen in Frankreich die Titelseiten bestimmen. In diesen Phasen können „Sonderangebote“ eingefahren werden. Wir werden die Volatilität nutzen und uns entsprechend positionieren.

Diesen Beitrag teilen: