Bakersteel: Gold steigt nach historisch einmaligen Konjunkturpaketen

Bakersteel: Gold steigt nach historisch einmaligen Konjunkturpaketen

Wie wirkt sich dies und die COVID-19-Krise auf Goldproduzenten aus? Ein Update zu den Auswirkungen von COVID-19 auf den Goldsektor.

26.03.2020 | 09:46 Uhr

Es ist eine volatile Zeit für die globalen Finanzmärkte, und selbst der Goldsektor ist in die Turbulenzen geraten, da Gold und Goldaktien in den letzten Wochen ebenfalls einem Ausverkauf durch liquiditätsbedingte Verkäufe ausgesetzt waren. Angesichts der Umsetzung aggressiver Konjunkturpakete und der Zinssätze auf historischen Tiefstständen gibt es jetzt starke Signale dafür, dass die Fundamentaldaten für den Goldsektor mittel- bis langfristig sehr positiv sind. Die Geschichte kann sich nicht wiederholen, aber sie kann einen Leitfaden bieten. Während sich die Erholung von Goldaktien als ungleichmäßig erweisen kann, da bestimmte Produzenten durch die Verbreitung von COVID-19 vor Herausforderungen bei Ihrer Förderung stehen, bestehen für aktive Anleger mit Schwerpunkt auf Qualität und Wert attraktive Chancen.

Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten haben sich auf alle Sektoren ausgewirkt, einschließlich des Goldsektors, da die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie zu liquiditätsgetriebenen Verkäufen führte. Während Regierungen weltweit Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus ergreifen, ist das Schlimmste möglicherweise noch nicht vorbei. Drastische ökonomische Maßnahmen wie die Einschränkung von Reisen und die Schließung von Unternehmen unter der Rhetorik von politischen Entscheidungsträgern, die an Kriegsregierungen und Naturkatastrophen erinnern, werden tiefgreifende und dauerhafte wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Da die Gewissheit über die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise zunimmt, ist auch klar, dass weltweit ein makroökonomischer Wandel im Gange ist. Die Exekutive aller schwer betroffenen Länder haben rasch große Konjunkturpläne angekündigt. Die US-Notenbank signalisierte diese Woche in einem beispiellosen Schritt eine deutliche Ausweitung der quantitativen Lockerung und versprach ein unbefristetes Programm zum Kauf von Vermögenswerten, das zum ersten Mal auch Unternehmensanleihen umfasst.

Die öffentliche und politische Unterstützung für einen Anstieg der öffentlichen Ausgaben scheint stark zu sein, insbesondere angesichts der potenziell schwerwiegenden Auswirkungen auf die Beschäftigung, die wahrscheinlich aus einem nahezu wirtschaftlichen Stillstand heraus resultieren werden. Die Zinssätze, die in vielen Ländern bereits in der Nähe historischer Tiefststände lagen, wurden von den Zentralbanken weiter gesenkt, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und die Aktienmärkte zu beruhigen.

Das Versprechen eines Anstiegs der öffentlichen Ausgaben, von unbegrenzten fiskalischen Impulsen, niedriger, bzw. negativer Realzinsen und anderer inflationärer politischer Initiativen unterstützt eine Erholung des Goldsektors auf der Grundlage historischer Marktcrashs und Erholungszyklen in hohem Maße. Während die Situation heute wenig mit dem Crash zu tun hat, der 2008 die globale Finanzkrise mit unterschiedlichen Treibern und Marktbedingungen auslöste, gibt es zweifellos Ähnlichkeiten in Bezug auf die Reaktion der Politik und die Auswirkungen auf den Goldsektor, der in der Regel, zumindest unmittelbar nach Phase 1 eines Crash, ein „sicherer Hafen” relativ zu den allgemeinen Aktienmärkten dastellt.

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Quelle: Bloomberg. Stand: 24. März 2020

COVID-19 stellt Goldproduzenten vor einzigartige Herausforderungen

Mit einem steigenden Goldpreis und nach Jahren von Reformen im Betriebsablauf und auf Unternehmensebene scheinen die Aussichten für Goldminenunternehmen besser denn je. Der Ausbruch und die Verbreitung von COVID-19 haben jedoch auch Fragen für Goldproduzenten aufgeworfen, insbesondere da in der letzten und dieser Woche eine Reihe von Unternehmen die temporäre Schließung von einigen Standorten angekündigt haben.

Während sich Gold- und Silberminen häufig in abgelegenen Gebieten befinden, hat sich das Virus in den letzten zwei Wochen bei einigen Produzenten auf den Betriebsablauf ausgewirkt. Agnico Eagle Mines hat die lokalen Arbeitskräfte in den Minen Meliadine und Meadowbank sowie in Explorationsprojekten für vier Wochen nach Hause geschickt. Newmont Mining fährt den Betrieb seiner Yanacocha-Mine in Peru aufgrund von COVID-19-Beschränkungen herunter. Kinross Gold hat in einem seiner russischen Betriebe und in seiner Zentrale Fälle von COVID-19 identifiziert und entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen. Pan American Silver hat die Produktion in seinen vier Minen in Peru vorübergehend eingestellt.

Zweifellos wird die Schließung bestimmter Minen die Rentabilität und die Betriebsergebnisse der Goldproduzenten in den kommenden Monaten beeinträchtigen. Dies wird in vielen Fällen bedeuten, dass eine erhöhte Volatilität erhalten bleibt. Aber: Aufgrund der Änderungen, die die Mehrzahl dieser Unternehmen im in den letzten Jahren in Bezug auf Kapitaldisziplin, Entschuldung, Kostenkontrolle und andere betriebliche Verbesserungen vorgenommen haben, sind sie in einer starken Position, um den potenziellen Auswirkungen der COVID-19-Krise standzuhalten. Aktienkurse von Goldminenunternehmen dürften auch aufgrund niedriger Energieeinsatzpreise und schwächerer Währungen in vielen Erzeugerländern unterstützt werden.

Ein wichtiges Element der Anlagestrategie von Baker Steel ist, dass es sich auf qualitativ hochwertige Unternehmen konzentriert, die über solide Bilanzen und effektive Managementteams verfügen. Wir glauben, dass diese Produzenten nicht nur in der Lage sein werden, den Sturm kurzfristig zu überstehen, sondern auch in einem steigenden Goldpreisumfeld zu gedeihen und von der Margenausweitung zu profitieren, wenn die Erholung einsetzt.

Darüber hinaus ist es eines der einzigartigen Merkmale des Goldsektors, dass selbst für Unternehmen, die vorübergehend ihre Geschäftstätigkeit einstellen, das Produkt vollumfänglich, sprich das Gold im Boden, beim Neustart der Geschäftstätigkeit zur Förderung und zum Verkauf vorhanden sein wird. 

Im übrigen sind wir der Meinung, dass Goldproduzenten immer die Sicherheit ihrer Mitarbeiter priorisieren sollten, und Maßnahmen zur Verhinderung oder Eindämmung der Verbreitung von COVID-19 sind für diese Unternehmen von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass sie ihre Produktionsziele längerfristig erreichen können.

Wie weit können sich Goldaktien erholen, wenn sich der Goldsektor erholt?

Wir befinden uns weiterhin in einer sehr volatilen Phase für Goldaktien, aber die Aussichten für Gold und Goldminenunternehmen sind so positiv wie lange Zeit nicht mehr. Die langfristige Geld- und Fiskalpolitik von Regierungen und Zentralbanken schafft ein makroökonomisches Umfeld, das den Goldsektor in hohem Maße unterstützt. Niedrige und negative Realzinsen, ein Anstieg der öffentlichen Ausgaben, begleitet von einer raschen Ausweitung der Verschuldung, und die Umsetzung von Inflationsanreizstrategien waren historisch gesehen Treiber für erhebliche Gewinne beim Goldpreis und bei Goldaktien.

Während Minenbetreiber zweifellos kurzfristigen Herausforderungen durch COVID-19 gegenüberstehen, dürften sich die allgemeinen Marktbedingungen für diesen Sektor, der historisch und relativ unterbewertet bleibt, zunehmend positiv entwickeln. Insbesondere dürfte die Schwäche der Erzeugerwährungen anhalten und den in diesen Regionen tätigen Unternehmen Kostenvorteile bringen. Ein weiterer kurz- bis mittelfristiger Vorteil für die Erzeuger ist der niedrige Ölpreis, da Energie eine der größten Kostenfaktoren für Rohstoff- und Metallproduzenten darstellt. Diese Bedingungen sollten daher auch ein vorteilhaftes Umfeld für die Chance sein, dass Goldaktien Gold signifikant in der Performance übertreffen können.

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Quelle: Bloomberg. Stand: 24. März 2020.

Zusammenfassend:

Da der fundamentale Wert nach dem wahllosen Verkauf, der in den letzten Wochen definiert wurde, wieder in den Goldsektor zurückkehrt, glauben wir, dass sich für Anleger in diesem historisch unterbewerteten Sektor eine Vielzahl von Kaufmöglichkeiten ergeben wird. Der Anlageansatz von Baker Steel zielt auf diejenigen Unternehmen ab, die in einer Erholungsphase am besten in der Lage sind, eine Outperformance zu erzielen, mit den besten Vermögenswerten, effektiven Managementteams, Kapitaldisziplin und der Verpflichtung zur Rendite für die Aktionäre.

Baker Steel hat eigene Sicherheitsprotokolle initiiert, um sicherzustellen, dass wir weiterhin sicher und effektiv wie gewohnt gemäß den Richtlinien der WHO, der britischen Regierung und unseren eigenen Risikomanagementprotokollen operieren können. Die Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet bereits seit einigen Wochen außerhalb des Unternehmens. Reise- und Besprechungsbeschränkungen, bzw. -verbote sind ebenfalls vorhanden. Es ist für alle Mitarbeiter ein sicherer Fernzugriff auf alle unsere Systeme und Backups vorhanden, um Unterbrechungen zu vermeiden. Gleichzeitig bleibt Baker Steel finanziell robust und ist in Bezug auf die volatile wirtschaftliche Situation gut positioniert.

Wir sind der Ansicht, dass das Investmentteam von Baker Steel sehr belastbar ist, in drei verschiedenen Ländern ansässig ist und strenge Sicherheitsprotokolle einhält. Jeder unserer Fondsmanager kann aufgrund der Zusammenarbeit unseres Teams und des Anlagestils bei Bedarf einen unserer Fonds verwalten. Wir sind zuversichtlich, dass diese effiziente Teamdynamik neben unseren robusten Systemen und dem Fokus auf Risikominderung sicherstellen wird, dass Baker Steel nicht nur während der Entwicklung der COVID-19-Krise voll funktionsfähig bleibt, sondern auch jederzeit unsere Portfolios so verwaltet, um effektiv auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können.

Quellen: Bloomberg, Baker Steel Capital Managers LLP.

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