Baker Steel: Korrektur des Goldpreis in der Mitte des Zyklus eröffnet Chancen bei unterbewerteten Minenaktien

Baker Steel: Korrektur des Goldpreis in der Mitte des Zyklus eröffnet Chancen bei unterbewerteten Minenaktien

Da sich der Goldpreis nach Erreichen eines 9-Monats-Tiefs in den letzten Wochen wieder zu erholen begann, fragten sich viele Anleger, ob der jüngste Ausverkauf des Sektors vorbei sei. Ein Update zum Edelmetallsektor und zu den Jahresergebnissen der Minenunternehmen.

24.03.2021 | 07:54 Uhr

Der Goldpreis ist von seinen Höchstständen im August 2020 um rund -19% gefallen, welcher insbesondere in den letzten Wochen, durch steigende US-Renditen (aufgrund von Prognosen auf eine starke wirtschaftliche Erholung in den USA nach COVID) nach unten gedrückt wurde. Gold und Goldminenunternehmen waren während des Ausverkaufs des Rentenmarktes Kollateralschäden. Wir sind jedoch der Ansicht, dass der Sektor nach COVID-19 angesichts der positiven, wenn auch volatilen Aussichten, einen überzeugenden Wert auf diesen Niveaus bietet.

Mit einem Goldpreis von rund USD 1.700 / Unze in den letzten Wochen entspricht der jüngste Rückgang beim Preis des gelben Metalls früheren Rückzügen in der Mitte eines Zyklus und ändert unserer Ansicht nach nichts an den mittelfristigen Aussichten für Gold und Goldminenunternehmen. Niedrige und negative Realzinsen, eine schnell wachsende Geldmenge und Verschuldung, anhaltende geopolitische Spannungen sowie letztendlich Wachstum und Vermögensbildung, die ebenfalls eine Rolle bei der Goldnachfrage spielen, bleiben als Wertetreiber bestehen. Im Hinblick auf den potenziellen Katalysator für höhere Goldpreise, das Inflationsrisiko, hat sich nichts geändert. Darüber hinaus sind wir der Ansicht, dass Goldaktien nach dem jüngsten Ausverkauf sowohl auf grundlegender Basis, als auch im Verhältnis zum historischen Niveau stark unterbewertet sind.

Das Team von Baker Steel weist darauf hin, dass die Ergebnisse der Minenunternehmen für 2020 Verbesserungen bei der Rentabilität und den Aktionärsrenditen zeigen. Die jüngste BMO Global Metals and Mining Conference hat den gesunden Zustand der Branche trotz der kurzfristigen Gegenwinde, denen Gold ausgesetzt war, hervorgehoben. Unter Berücksichtigung der Themen Margenausweitung, Dividendenerhöhung und Kostenkontrolle konnten wir schnell auf den Ausverkauf von Gold reagieren, um sicherzustellen, dass unsere Fonds am besten positioniert sind, um eine starke Erholung von dem aktuellen Einbruch des Sektors zu erzielen.

Ein Rückzug in der Mitte des Zyklus – Die kürzliche Goldpreiskorrektur ist konsistent mit früheren Zyklen

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Quelle: Bloomberg, Baker Steel Capital Managers LLP. Stand: 15. März 2021.

Als langfristige Anleger im Edelmetallsektor stellen wir fest, dass die Bullenmarktzyklen für Gold tendenziell nicht geradlinig verlaufen. Während des letzten Zyklus gab es regelmäßige Ausverkäufe von durchschnittlich -18%, was den breiteren Aufwärtstrend der Goldpreise nur unterbrach. Wir sind der Ansicht, dass der jüngste Ausverkauf genau das war, ein kurzfristiger Preisverfall, der durch einen Anstieg der Renditen bei Staatsanleihen verursacht wurde und die längerfristige Richtung des Goldpreises wahrscheinlich nicht ändern wird.

Natürlich bleibt der Einfluss höherer US-Renditen auf Gold eine Schlüsselfrage für die Anleger. Wir haben in der Vergangenheit viele Fälle gesehen, in denen ein Anstieg dieser Renditen, der typischerweise auf eine Wiederbelebung des Optimismus hinsichtlich der US-Wirtschaftsleistung zurückzuführen ist, zu einem kurzen Ausverkauf von Gold geführt hat. Während Bewegungen der Nominalzinsen kurzfristig einen Gegenwind für den Goldpreis darstellen können, stellen wir fest, dass es das Niveau der Realzinsen ist, das sich historisch als der bedeutendste Treiber des Goldpreises herausstellt.

Trotz des jüngsten Anstiegs der US-Renditen sind weltweit weiterhin negative Realzinsen vorherrschend, und mit klaren Anzeichen seitens der politischen Entscheidungsträger, dass die Geldpolitik trotz des wachsenden Inflationsdrucks akkommodierend bleiben wird, scheinen niedrige und negative Realzinsen weiterhin zu bestehen - was historisch gesehen ein sehr unterstützendes Umfeld für Gold war.

Der Inflationsdruck steigt - Ein Katalysator für höhere Goldpreise?

Die Rückkehr von Inflation ist ein bedeutender potenzieller Katalysator für Gold. Gold hat sich in Zeiten steigender Preise historisch als effektive Inflationsabsicherung erwiesen. Während die Inflation in den meisten großen Volkswirtschaften in den letzten zehn Jahren niedrig geblieben ist, dürfte die weltwirtschaftliche Reaktion auf die COVID-19-Krise, die von historischen Konjunkturimpulsen getrieben wird, in den kommenden Monaten und Jahren Inflationsdruck auslösen. Eine weiterhin lockere Geldpolitik, erhöhte Staatsausgaben für Infrastruktur und die durch Schulden befeuerten „Green Deals“, erhöhte Bankkredite und aufgestaute Verbrauchernachfrage sowie angebotsseitige Faktoren wie „Reshoring“ und die Auswirkungen langwieriger wirtschaftlicher Stillstände deuten auf einen Anstieg der Verbraucherpreise hin.

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Quelle: Bloomberg, SCMP, Baker Steel Capital Managers LLP. Stand: 26. Februar 2021.

Nach der Genehmigung eines zusätzlichen Pakets in Höhe von 1,9 Billionen USD, das von der Biden-Administration genehmigt wurde, hat die Finanzierung von COVID-19-Konjunkturprogrammen weltweit bislang 15 Billionen USD überschritten, und diese Summe dürfte in den kommenden Monaten eher noch zunehmen. Die Auswirkungen auf die Geldmenge waren dramatisch, hervorgehoben durch die US-amerikanische M2, die gegenüber dem Vorjahr (zum 1. März 2021) um 25% gestiegen ist. Während abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen diese beispiellose Ausweitung der Geldmenge auf die Inflation haben wird, fiel der historisch starke Anstieg von M2 mit einem moderaten Anstieg der Inflationsrate zusammen.

Eine Rückkehr von Inflation hat positive Auswirkungen auf die Rohstoffpreise, insbesondere auf Edelmetalle. Während die Zentralbanken möglicherweise als Reaktion auf Anzeichen von Inflation versuchen, die Zinssätze zu erhöhen, ist klar, dass die politischen Entscheidungsträger nicht in der Lage sein werden, aggressive Zinserhöhungen vorzunehmen, ohne potenziell schwere Schäden für ihre hoch verschuldeten Verwaltungen, Unternehmen und Bürger zu riskieren. In der Tat haben Zentralbanken weltweit, angeführt von der Federal Reserve, angekündigt, dass sie es zulassen werden, dass die Inflation die etablierten Zielwerte (z.B. von 2% in den USA) überschreiteten darf, bevor eine „Normalisierung“ der Zinssätze in Betracht gezogen wird.

Sollte die Inflation gedämpft bleiben oder nur geringfügig ansteigen, würden wir außerdem erwarten, dass Zentralbanken aggressivere politische Maßnahmen ergreifen. Die Kontrolle der Renditekurven bleibt eine potenzielle politische Maßnahme der Fed, während die Debatte über die sogenannte moderne Geldtheorie (Modern Monetary Theory oder MMT) weiterhin die Ansichten von politischen Entscheidungsträger beeinflusst.

Das vollständige Update finden Sie hier im PDF-Format.

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