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Daniel Roberts, Fidelity: „Die Dividendenkürzungen haben kaum uns kaum betroffen“

Wie managt man einen Dividendenfonds, wenn viele Unternehmen ihre Dividende kürzen? Darüber sprach FundResarch mit Daniel Roberts, der den Fidelity Global Dividend Fund managt.

04.06.2020 | 14:36 Uhr von «Jörn Kränicke»

FundResearch: Mr. Roberts, haben Dividendenaktien als Zinsersatz aufgrund der sinken Dividendenrenditen schon wieder an Attraktivität verloren?

Daniel Roberts: Dividenden waren in den letzten 100 Jahren die treibende Kraft hinter den Aktienrenditen. Allerdings hatten globale Dividendenstrategien in den letzten zehn Jahren Mühe, mit dem breiteren Markt Schritt zu halten. Das deutet darauf hin, dass die Suche nach laufenden Erträgen nicht das dominierende Aktienthema war.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Das gegenwärtige Umfeld mit weitverbreiteten Dividendenkürzungen stellt einkommensorientierte Anleger vor Herausforderungen, verdeutlicht aber auch die Gefahren von Investitionen, die sich ausschließlich auf Ausschüttungen konzentrieren.

Welche Gefahren meinen Sie?

Der häufigste Fehler von Dividendenanlegern besteht darin, in Aktien mit den höchsten Renditen zu investieren, ohne die Nachhaltigkeit der Dividende gebührend zu berücksichtigen.

 „Gleichgewicht zwischen Rendite und Qualität“

Wie lautet die Lösung?

Wichtig ist, auf ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Rendite und Dividenden-Qualität zu achten. Dies kann helfen, Renditefallen zu vermeiden, den Dividendenstrom zu steigern und dadurch im Lauf der Zeit eine bessere Gesamtrendite zu erzielen. Langfristig würden wir erwarten, dass solche Strategien weiterhin gefragt sind. Vor allem angesichts des Niedrigzinsumfelds, mit dem wir derzeit konfrontiert werden.

Gibt es bei den Dividendenkürzungen regionale Unterschiede?

Europäische Unternehmen haben die Dividenden stärker gekürzt als US-amerikanische oder asiatische. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Welche wären das?

Erstens schütten europäische Unternehmen einen relativ hohen Anteil ihrer Gewinne als Dividenden aus, wodurch europäische Dividenden anfälliger für einen Rückgang der Gewinne werden.

Wie ist es den USA?

In den USA bevorzugen die Unternehmen Aktienrückkäufe als Kapitalausschüttung. Das heißt, die erste Maßnahme der US-Unternehmen wird darin bestehen, Aktienrückkäufe zu stoppen, bevor sie über eine mögliche Dividendenkürzung nachdenken.

Welche Gründe gibt es noch?

Ein zweiter Grund ist die größere Möglichkeit politischer oder regulatorischer Eingriffe in Europa. Beispielsweise entfielen im Jahr 2019 auf Banken etwa 15 Prozent der Dividendenzahlungen in ganz Europa. Allerdings wurden die europäischen Banken von den Regulierungsbehörden angewiesen, keine Dividenden zu zahlen, zumindest bis Ende des Jahres. In den USA wurde eine solche Politik bisher nicht in Kraft gesetzt.

 „Die Vergangenheit ist kein guter Indikator für die Zukunft“

Selbst Dividenden-Aristokraten wie Royal Dutch Shell kürzen derzeit ihre Dividende. Welche Folgen hat dies für Dividendenfonds?

Wer nach stetigen Dividenden sucht, sollten wissen, dass die Vergangenheit nicht immer ein guter Indikator für die Zukunft ist. Die Tatsache, dass ein Unternehmen über viele Jahre hinweg stetig eine Dividende gezahlt hat, wird es nicht unbedingt schützen, wenn sich das Geschäftsumfeld verändert und es zu einer Verschlechterung der Cashflows kommt. Obwohl wir gern in Unternehmen investieren, die sich zu Dividendenzahlungen verpflichten, achten wir auch auf widerstandsfähige Geschäftsmodelle und Cashflows, die wiederum Dividendenzahlungen ermöglichen.

Mussten Sie Ihren Fonds aufgrund des negativen Dividendentrends umbauen?

Unser Portfolio hat sich bisher als relativ widerstandsfähig gegenüber Dividendenkürzungen erwiesen. Das ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass wir viele der am stärksten betroffenen Aktien nicht besitzen, wie etwa europäische Banken, Energie, Luft- und Raumfahrt und auch bei zyklischen Konsumaktien, kaum engagiert sind.

Welche weiteren Akzente setzen Sie im Portfolio?

Die defensive Ausrichtung des Fonds wird durch die Konzentration auf Titel mit starken Bilanzen ergänzt. Daher mussten wir keine maßgeblichen Änderungen am Portfolio vornehmen. Zumal sich das Umsatzniveau der Fondstitel im Großen und Ganzen auf dem historischen Niveau befindet und sich folglich das Dividendenniveau nicht dramatisch ändern sollte.

 „Unsere Anlagephilosophie haben sich nicht geändert“

Ist es dennoch schwieriger geworden, einen Dividendenfonds zu verwalten?

Ja, dieser Abschwung ist in seiner Art sehr ungewöhnlich. Einige normalerweise widerstandsfähige Unternehmen leiden mehr als in einer typischen Rezession. Das Eingreifen von Regulierungsbehörden und Politikern in die Dividendenpolitik der Unternehmen ist eine zusätzliche Hürde.

Mussten Sie Ihre Strategie also doch ändern?

Nein, im gegenwärtigen Umfeld halten wir unseren langfristigen Ansatz für nützlicher denn je. Unsere Anlagephilosophie und unser Anlageprozess haben sich nicht geändert, und wir sind davon überzeugt, dass wir über einen Marktzyklus hinweg weiterhin gute Ergebnisse liefern werden.

Auch Dividendenfonds haben im Februar und März viel Geld verloren. Taugen Sie daher noch als konservative Aktienanlage?

Es gibt viele verschiedene Arten von Dividendenfonds, von denen einige konservativer sind als andere. Wir legen Wert auf die Nachhaltigkeit der Cashflows und sind bestrebt, das Bilanzrisiko in unserem Portfolio zu begrenzen. In Kombination mit unserer Bewertungsdisziplin führt dies tendenziell zu einem Portfolio, das auch bei fallenden Märkten kapitalerhaltend ist. Dies war in vielen volatilen Phasen der Fall und auch in der jüngsten Vergangenheit.


Zur Person: Daniel Roberts arbeitet seit November 2011 bei Fidelity in London. Davor leitete er seit 2003 bei verschiedenen Fondshäusern britische Dividendenfonds. Er hat Mathematik an der Warwick University studiert und ist zusätzlich Wirtschaftsprüfer und Diplom-Finanzanalyst.

Weltweite Dividendenfonds
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