Die Verwahrstellen in Deutschland sichern Vermögenswerte von mehr als drei Billionen Euro. Doch der Markt ist stark konzentriert: 70 Prozent entfallen auf nur fünf Anbieter – angeführt von BNP Paribas.
03.03.2026 | 10:45 Uhr
Die Bedeutung der Depotbanken im deutschen Fondsmarkt wächst weiter. Zum Jahresende 2025 verwahrten die in Deutschland tätigen Verwahrstellen Vermögenswerte in Höhe von 3.095 Milliarden Euro für hier aufgelegte Fonds. Das entspricht einem Plus von gut sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.904 Milliarden Euro). Die Zahlen stammen aus der aktuellen Verwahrstellenstatistik des BVI Bundesverband Investment und Asset Management, die gemeinsam mit dem Praxisforum Depotbanken erhoben wurde. Erfasst sind 27 Verwahrstellen in Deutschland.
Auffällig ist die starke Konzentration des Geschäfts: 70 Prozent des gesamten verwahrten Vermögens – rund 2.154 Milliarden Euro – entfallen auf die fünf größten Anbieter. An der Spitze steht BNP Paribas mit einem verwahrten Vermögen von 732 Milliarden Euro. Es folgen die State Street Bank mit 407 Milliarden Euro sowie die DZ Bank mit 381 Milliarden Euro.
Die Zahlen unterstreichen die strukturelle Bedeutung internationaler Großbanken und zentraler Institute im Verwahrstellengeschäft – und zeigen zugleich, wie stark sich das Geschäft auf wenige Marktführer konzentriert.
Den größten Anteil am Gesamtvolumen haben offene Wertpapierfonds. 24 Verwahrstellen sind in diesem Segment aktiv und betreuen ein Vermögen von 2.736 Milliarden Euro. Im Bereich offener Sachwertefonds – also insbesondere Immobilienfonds – sind neun Depotbanken tätig. Sie verwahren ein Nettovermögen von 301 Milliarden Euro. Deutlich kleiner fällt das Segment der geschlossenen Investmentfonds aus, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) aufgelegt sind. Hier betreuen 13 Verwahrstellen ein Nettovermögen von 58 Milliarden Euro.
Die Statistik umfasst sämtliche in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds und Sachwertefonds sowie geschlossene Investmentfonds nach KAGB – unabhängig von einer Mitgliedschaft im BVI. Damit bietet sie einen umfassenden Überblick über die Verwahrstellenstruktur im deutschen Fondsmarkt. (jk)
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| Summe | 3.094,60 | 2.903,50 |
| nach Verwahrstellen | ||
| BNP Paribas, Niederlassung Deutschland | 731,8 | 694,3 |
| State Street Bank International | 406,8 | 382,2 |
| DZ BANK Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank | 380,7 | 369,9 |
| HSBC Continental Europe, Germany | 356,6 | 317,4 |
| DekaBank Deutsche Girozentrale | 277,6 | 252,3 |
| J.P. Morgan | 259,3 | 247,1 |
| Landesbank Baden-Württemberg | 207,7 | 194,1 |
| The Bank of New York Mellon, Frankfurt | 104,7 | 95,6 |
| CACEIS Bank Deutschland | 102,7 | 98,6 |
| Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank | 89,6 | 84,6 |
| Sonstige | 177 | 167,4 |
| nach Fondsgruppen | ||
| offene Wertpapierfonds | 2.736,40 | 2.542,60 |
| offene Sachwertefonds | 300,7 | 308,1 |
| geschlossene Sachwertefonds | 54,2 | 49,7 |
| geschlossene Wertpapier- und Beteiligungsfonds | 3,4 | 3,1 |
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