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Anlagetrends 2026: „Gold als ultimativer Portfolio-Hedge macht weiterhin Sinn“

Simon Frank
Anlagestrategie

TiAM FundResearch hat Investment-Profis zu den großen Trends an den Kapitalmärkten in diesem Jahr befragt. Den Start der Serie macht Simon Frank, Senior Investment Advisor bei Pictet Asset Management.

15.01.2026 | 13:00 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Welche übergeordneten Markt- und Konjunkturtrends werden aus Ihrer Sicht das Anlagejahr 2026 prägen, und was bedeutet das für Ihre Asset Allocation?

Simon Frank: Im Jahr 2026 dürften wir tendenziell eine Fortsetzung der Trends aus 2025 sehen: Trotz allgemein niedriger Risikoprämien für Aktien und Anleihen erscheinen uns die Finanzmärkte fundamental und geldpolitisch gut unterstützt. Risikoanlagen sollten weiterhin von einer immer noch lockeren Geldpolitik profitieren, während sich die Unternehmensgewinne weltweit solide entwickeln und auch die Ausfallraten von Unternehmensanleihen niedrig bleiben. Technologien Innovationen und Künstliche Intelligenz sorgen darüber hinaus für zusätzliches Wachstum und dürften im Fokus der Investoren bleiben. Für die Asset Allocation bedeutet all dies, dass Risikoanlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen leicht übergewichtet sind und bleiben, Staatsanleihen leicht untergewichtet sind und für mögliche volatilere Phasen ein gewisser Cash-Puffer, sowie eine Allokation in Gold als ultimativen Portfolio-Hedge weiterhin Sinn ergibt.

TiAM FundResearch: Wo sehen Sie 2026 die attraktivsten Chancen – sei es regional, auf Ebene der Assetklassen oder bei Themen wie KI, Energiewende und Infrastruktur?

Simon Frank: In einem Umfeld lockerer Geldpolitik und einer tendenziellen US-Dollar Abschwächung erscheinen uns Anlagen in Schwellenländern, sowohl in Aktien als auch Anleihen, attraktiv, insbesondere da die Aktienbewertungen absolut wie relativ Update-Potential versprechen. An den Aktienmärkten sehen wir attraktive Anlagemöglichkeiten, insbesondere abseits der Index-Schwergewichte, in Qualitäts-Wachstumstiteln aus der zweiten Reihe, die sich in den letzten Jahren zwar fundamental gut entwickelt, gleichzeitig aber die Indizes massiv underperformt haben. Strukturell wachsende Themen wie Künstliche Intelligenz, Energiewende und -infrastruktur, sowie Nachhaltigkeitsthemen wie bspw. Wasser oder Biotech erscheinen uns ebenfalls für 2026 interessant, gerade auch weil zuletzt viele dieser Themen nicht im Fokus der Anleger standen.

TiAM FundResearch: Welche zentralen Risiken – etwa Inflation, Zinsen, politische Eingriffe oder geopolitische Konflikte – bereiten Ihnen für 2026 am meisten Sorge, und wie steuern Sie diese im Portfolio?

Simon Frank: Neben den oft diskutierten allgemein bekannten Risiken wie der globalen Geopolitik, neuen Handelskonflikten und deren Auswirkungen auf Inflationsraten und Geldpolitik, sowie der Sorge um mögliche (KI-) Blasen an den Märkten, sollte man sich auch mit den möglichen Auswirkungen von bisher weitgehend unbekannten Risiken („Gray/ Black Swans“) auseinandersetzen. Gerade Risiken, die bisher nicht auf der Anleger-Agenda standen, führten in der Vergangenheit oft zu größeren Marktreaktionen, wie bspw. der Ausbruch der Corona-Pandemie. In Anbetracht aller Risiken sollte man darauf achten, das Portfolio möglichst robust für alle möglichen Szenarien aufzustellen, um im Fall der Fälle Risiken managen und sich dann bietende Opportunitäten nutzen zu können.


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