Capital Group: Vier Anlagechancen für eine Zukunft mit Net-Zero Emissionen

Capital Group: Vier Anlagechancen für eine Zukunft mit Net-Zero Emissionen

Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur müssen jährlich 4 bis 5 Billionen US-Dollar investiert werden, um bis 2050 Net-Zero zu erreichen.

17.12.2021 | 07:35 Uhr

Im Überblick

  • Der erste Schritt für viele der größten CO2-Emittenten ist die Elektrifizierung. In manchen Branchen ist dies aber nicht möglich. Sie müssten auf grünen Wasserstoff oder CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) ausweichen.
  • Der Wechsel zu erneuerbaren Energien kann teuer sein. Viele Länder stellen für die Dekarbonisierung aber sehr viel Geld bereit.


Die Begeisterung für Elektrofahrzeuge hat auch Investoren erfasst, die in der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und Net-Zero eine Anlagechance sehen. Gerade erst ist die Marktkapitalisierung von Tesla auf über 1 Billion US-Dollar gestiegen, was wir sonst nur von Firmen wie Apple und Amazon kannten. Rivian, ein Hersteller von Elektro-LKW, hat gerade erst seinen riesigen Börsengang abgeschlossen. Aber Elektrofahrzeuge sind nicht alles.

Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur müssen jährlich 4 bis 5 Billionen US-Dollar investiert werden, um bis 2050 Net-Zero zu erreichen. Die Energiewende dürfte Auswirkungen auf viele Branchen haben, von Industrie-metallen bis Baugewerbe.

Aufgrund eigener Studien und Gespräche mit Unternehmens- und Regierungsvertretern weltweit sehen unsere Analysten Chancen auch in vielen anderen Sektoren, die von Net-Zero profitieren könnten. Vier Themen scheinen ihnen besonders vielversprechend.

1. Keine Dekarbonisierung ohne grünen Wasserstoff

Um die weltweiten Emissionen gemäß den Pariser Klimazielen von 2015 zu senken, wird man vermutlich grünen Wasserstoff brauchen. Man gewinnt diesen CO2-armen Energieträger, indem man mit erneuerbaren Energien Wassermoleküle spaltet.

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Branchen wie Stahl und Chemie, die fossile Energien nutzen, aber ihre Produktion nicht elektrifizieren können, werden an grünem Wasserstoff wohl nicht vorbeikommen. Auch wird überlegt, mit grünem Wasserstoff Schiffe und Flugzeuge zu betreiben. Vielleicht sind dann keine so großen Batterien für saubere Energie – etwa aus Wind- und Solarkraft – mehr nötig.

Noch ist es nicht wirtschaftlich, grünen Wasserstoff in größerem Umfang zu nutzen. Gemessen am Energiegehalt kann er nach wie vor 50% bis 100% teurer sein als Flüssigerdgas. Aber das ändert sich schnell. Neue Vorschriften in Europa und hohe Subventionen schaffen Nachfrage. Wenn die Preise für erneuerbare Energien weiter fallen und die CO2-Preise weiter steigen, können die Chancen nur größer werden.

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Einige Unternehmen, die sich schon mit dem Thema befassen, sollte man sich genauer ansehen. Man muss aber wählerisch sein. Da die Herstellung von grünem Wasserstoff hohe Investitionen erfordert und die variablen Kosten niedrig sind, besteht bei den Pionieren das Risiko teurer, unrentabler Aktiva.

2. Um das Potenzial sauberer Technologien zu nutzen, braucht man Industriemetalle

Das wachsende Interesse an Elektromobilität ist nicht nur für die Autoindustrie eine Chance. Um allgemein akzeptiert zu werden, sind aber bessere Stromnetze und mehr Ladestationen nötig. Dabei ist die Nachhaltigkeit der Lieferkette ein wichtiges Thema. Zurzeit braucht man Kobalt, Lithium und Nickel für Batterien und Kupfer für Stromnetze. Um erneuerbare Energien zu nutzen, etwa mit Windkrafträdern, braucht man Seltene Erden.

Die immer weiter steigende Nachfrage nach solchen Basismetallen und die Beschaffungsprobleme könnten zu Angebotsknappheiten oder Preiserhöhungen führen. Die Energiewende könnte dadurch ins Stocken geraten.

1. Quelle: Internationale Energieagentur (IEA). Joule ist eine Energieeinheit; 1 Exajoule (EJ) = 1 Trillion Joule. Rundungsbedingt addieren sich die Zahlen möglicherweise nicht zu 100%.

2. Quelle: BP. Projektionen für den Anteil von Wasserstoff am Endenergieverbrauch der Sektoren Industrie und Verkehr. Der Endenergieverbrauch misst den Energieverbrauch von Endnutzern wie Haushalten, Industrie und Landwirtschaft.

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Risikofaktoren, die vor einer Anlage zu beachten sind

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Douglas Upton ist Aktien-Analyst bei der Capital Group und für das Research in Bezug auf globale Metall- und Bergbauunternehmen zuständig. Er verfügt über 32 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche und ist seit 16 Jahren bei Capital Group tätig. Früher in seiner Laufbahn bei Capital war er auch für kanadische Banken zuständig und leitete das europäische Research. Er verfügt über einen MBA und einen Bachelor in Mathematik und Physik der University of Western Australia. Douglas Upton arbeitet in London.

Steven Sperry is an investment product manager with 10 years of industry experience. He holds a bachelor's degree in global business: financial management from Arizona State University. He also holds the Chartered Financial Analyst® designation

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