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Negative Zinsen und Renditen bergen große Risiken

Negative Zinsen könnten sich geldpolitisch als Bumerang erweisen und machen das Finanzsystem obendrein anfällig für Krisen. Dennoch ist kein Ende negativer Zinsen und Renditen in Sicht. Im Gegenteil: Die Zinsen könnten sogar noch weiter fallen.

20.08.2019 | 14:37 Uhr von «André Schmidt-Carré»

Experten wird es angesichts negativer Zinsen allerorten langsam unheimlich: „Von negativen Renditen über negative Zinskurven bis hin zu negativen Zinssätzen für Baufinanzierungen: Für mich ist es immer noch unnatürlich, all das zu sehen“, sagt Frederiek van Holle, Head of Quant Solutions beiDegroof Petercam AM. Seine Sorge: Negative Zinsen auf breiter Front könnten sich im Hinblick auf die geldpolitischen Ziele der Notenbanken langfristig kontraproduktiv auswirken. „Negative Renditen sollen Investitionen und den Konsum über den Kanal der Kreditvergabe anregen. Normalerweise sind die Zinsaufwendungen des einen das Einkommen von jemand anderem, der dieses wiederum teilweise ausgibt, was zu einem Einkommen für wieder jemand anderen führt.“ Doch eben dieser Geldmultiplikator-Effekt werde untergraben, wenn die Renditen noch tiefer in den negativen Bereich fallen, fürchtet van Holle. Denn dann würden Menschen lieber Bargeld halten. „Wenn immer mehr Menschen anfangen, Bargeld unter ihrer Matratze zu horten, wird sich der Prozess der Geldvermehrung verlangsamen und die positiven Auswirkungen negativer Renditen werden geringer“, sagt van Holle. „Ich frage mich, ob es Grenzen für diese unerforschten geldpolitischen Maßnahmen gibt?“

Der Experte sieht ein weiteres Problem: Angesichts niedriger Kreditkosten und insgesamt geringer Volatilität steigt die Risikobereitschaft und damit auch die Verschuldung von Finanzmarktakteuren, zudem seien die Zentralbanken nur noch mäßig glaubwürdig. Im Falle eines Schocks würde das Finanzsystem entsprechend heftig reagieren, das wiederum hätte negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft: „Dieser auch als ‚Volatilitätsparadoxon‘ bezeichnete Effekt kann dazu führen, dass Rezessionen in ihrer Ausprägung tiefer und länger sind“, warnt van Holle.

Geldsystem stößt an seine Grenzen

Marktbeobachter schätzen allerdings, dass die Europäische Zentralbank die Zinspolitik fortsetzt und insbesondere den bereits negativen Einlagesatz für Banken noch einmal herabsetzt, von derzeit - 0,4 Prozent bis auf - 0,7 Prozent: „Sie würde damit die Profitabilitätsprobleme der europäischen Banken allerdings noch verschärfen, da die Banken gegenwärtig auf den größten Teil der Guthaben ihrer Kunden keine negativen Zinsen erheben können, ihre eigene Liquidität jedoch zu Negativzinsen bei der EZB anlegen müssen“, sagt Edgar Walk, Chefvolkswirt bei Metzler Asset Management. „Wahrscheinlich könnte die EZB daher den Einlagesatz nicht darüber hinaus weiter senken, ohne das europäische Bankensystem in Gefahr zu bringen. Daher könnte das aktuelle Geldsystem nun an seine Grenzen gestoßen sein.“  

Für Walk steht fest: „Nur ein umfangreicher fiskalischer Stimulus in der Eurozone könnte das jetzige System erhalten.“ Eine Wachstumserholung würde demnach wieder höhere Renditen von Anleihen ermöglichen, sodass die Geschäftsbanken wieder mehr Anlagen mit einer positiven Verzinsung in der Eurozone finden könnten. „Bleibt ein umfangreicher fiskalischer Stimulus in der Eurozone aus, müsste das Geldsystem so reformiert werden, dass die Geschäftsbanken negative Zinsen auf alle Kundenguthaben erheben können“, sagt Walk. „Dazu müsste die Verfügbarkeit von Bargeld stark eingeschränkt werden. Der Leitzins in der Eurozone könnte dann unbegrenzt fallen.“

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