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Nachranganleihen: Die unterschätzte Anlage-Alternative

In Zeiten niedriger Zinsen fragen Anleger vermehrt nach Zins-Alternativen, die noch attraktive Renditen bieten. Nachranganleihen sind eine passende Antwort darauf.

31.07.2019 | 08:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Finanzberater haben es derzeit nicht leicht. Auf der einen Seite drücken die Lasten der strengeren Branchen-Regulierung, auf der anderen Seite die niedrigen Zinsen. In diesem Spannungsfeld müssen sie für ihre Kunden die passenden Assets finden und empfehlen. Spannend ist in Beratungsgesprächen vor allem die Frage: Wo bekomme ich als Anleger noch Wertpapiere, die mir laufende Erträge mit Renditen oberhalb der Nulllinie bieten? Wer als Berater guten Gewissens eine Antwort darauf liefern will, hat eigentlich keine Wahl mehr: Die Formel „höhere Rendite gleich höheres Risiko“ greift angesichts historisch niedriger Zinsen bereits schmerzhaft über der Zwei-Prozent-per-annum-Marke. Wenn selbst bulgarische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit unter fünf Jahren Negativrenditen bieten, bleibt nur noch der Ausflug ins Exotische.

Dazu zählen für viele Anleger auch Nachranganleihen. Zweifellos ist diese Anleiheklasse der breiten Öffentlichkeit nicht besonders bekannt. Vielen Anlegern müssen die Besonderheiten von Nachranganleihen erst einmal nähergebracht werden. Doch das kann sich lohnen, wie Ralph Gasser von GAM Investments Mitte Juli auf der Investment-Konferenz der FondsConsult am Tegernsee beweist.

Eine Besonderheit, die Nachranganleihen von klassischen Anleihen unterscheidet, stellt Gasser dabei besonders heraus: Die auch „ewige Anleihen“ genannten Papiere gelten als Eigenkapital, denn sie können von den Unternehmen, die sie emittiert haben, in Aktien zwangsgewandelt werden. Diese Option macht es interessant für Unternehmen, Nachranganleihen auszugeben. Im Gegenzug müssen die Unternehmen einen höheren Kupon bieten als klassische Anleihen. Das wiederum macht die Papiere interessant für Anleger. Die Ausfallwahrscheinlichkeit sei jedoch dieselbe, erklärt Ralph Gasser. „Als Anleger hat man also das identische Kredit- und Zinsänderungsrisiko, man bekommt zum Teil aber die siebenfache Rendite“, erklärt Gasser, der das auch mit einem aktuellen Beispiel für eine Nachranganleihen von der HSBC dokumentiert.

Es sei zudem eine günstige Anlageklasse, erklärt Ralph Gasser. Europa sei noch einmal günstiger als USA. Denn in den USA seien die Kernkapitalquoten im Vergleich zu Europa niedrig, erklärt der Anleiheexperte. Gasser sagt, dass der Fonds GAM Star Credit Opportunities mit seinem besonderen Rendite-Risikoprofil geeignet ist, ein ausgewogenes Anleger-Portfolio gut zu ergänzen. Das Fondsmanagement kauft im Primärmarkt und handelt während der Laufzeiten der Anleihen so wenig wie möglich. Dabei ist der Fonds zu 80 Prozent in Nachranganleihen von Finanzinstituten investiert.

Was Berater und Anleger wissen sollten: Die auch Coco Bonds genannten Anleihen sind ein Nischenmarkt. Doch es ist genügend Liquidität im Markt. Die Papiere werden ausreichend gehandelt, sodass auch in stressigeren Phasen ein Verkauf möglich ist. Kurstreiber für Nachranganleihen seien vor allem die Banken, die immer noch mit der Restrukturierung ihrer Bilanzen beschäftigt sind, erklärt Gasser. Für Industrieschuldner dagegen sei der Abbau der Fremdverschuldungsquoten zwar immer noch ein Thema. Doch das hohe Leveraging sei Vergangenheit.

Überhaupt sei das Thema Risikomanagement immer präsent, sagt Gasser. Der Fonds, den er vorstellt, der GAM Star Credit Opportunities, investiert zu 80 Prozent in Nachranganleihen von Emittenten mit Investmentgrade. Vorteil: Bei solchen Papieren könne man die Kapital-Arbitrage sehr effizient ausspielen. Die Verfallrenditen betragen im Fonds durchschnittlich 4,2 Prozent. Zum Vergleich: Klassische fünfjährige Anleihen von Finanzinstituten bieten im Durchschnitt nur 0,4 Prozent an Rendite. Die Papiere im Fonds bieten also die zehnfache Rendite. Es ist eines der wirklich guten Argumente dafür, dass Nachranganleihen einen gebührenden Platz im Portfolio verdient haben.

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